Minivan für Micky Mäuse: Nur Bobic in Höchstform
München - Nach der trostlosen Nullnummer gegen den FC Kopenhagen präsentierte sich wenigstens Fredi Bobic in Höchstform.
Der Sportdirektor des VfB Stuttgart redete sich regelrecht in Rage. Doch er echauffierte sich weniger über das wahrscheinliche Aus in der Europa League oder die Personalnot vor dem Ligaspiel am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt, sondern vielmehr über das Schiedsrichter-Gespann aus Portugal um Artur Soares.
Die Referees waren schnell als Schuldige für den Rückschlag ausgemacht.
"Lauter Mickey Mäuse"
"In der ersten Halbzeit haben wir einen klaren Elfmeter nicht bekommen, in der zweiten einen noch viel klareren. Da laufen lauter Mickey Mäuse rum, ich kann sie nicht mehr sehen, ehrlich", polterte der 41-Jährige unmittelbar nach der Partie und wollte auch am Freitag seine heftige Kritik nicht zurücknehmen.
Er stehe zu seinen Worten, auch eine Geldstrafe interessiere ihn nicht. In der 31. Minute wollte Bobic bei einem Foul an Cristiano Molinaro einen Strafstoss gesehen haben, zudem war für ihn eine Attacke von Kopenhagens Torwart Johan Wiland an Tunay Torun (47.) elfmeterwürdig .
Bobic attackiert Torlinien-Richter
"Der Torlinien-Richter steht da rum und guckt nur dumm zu. Und dann kriegt Torun auch noch die Gelbe Karte. Da hast du diese Leute an der Seitenlinie - vergiss es. Das Geld kann sich die UEFA sparen", schimpfte Bobic und ergänzte mit beissender Ironie:
"Bald brauchen wir einen Minivan für die ganze Schiedsrichterabteilung."
Umstrittene Szene
Allerdings konnte vor allem die umstrittene Szene mit Torun ("Der Torwart trifft mich am Bein") auch von verschiedenen Kamera-Einstellungen nicht endgültig aufgelöst werden. Es war aber ein schönes Thema für den VfB, um von den eigenen Unzulänglichkeiten und Problemen abzulenken.
Wieder einmal schaffte es der VfB nicht, den jüngsten Aufschwung aus der Liga mit zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen auch in den Europacup mitzunehmen. Der VfB zeigte sich vor 15.300 Zuschauern harmlos, ideenlos und torlos.
Hannover hakt Sieg schnell ab
Ganz anders die Stimmung in Hannover: In der Nachspielzeit erzielte Didier Ya Konan das Tor zum 2:1 (1:0) bei Helsingborgs IF und konterte damit den Ausgleich, den die Skandinavier durch Alvaro ebenfalls erst nach nach den regulären 90 Minuten erzielt hatten .
Auf dem Rückflug von Schweden nach Niedersachen war der Last-Minute-Sieg aber schon abgehakt. Alle dachten bereits an das Gastspiel von Mönchengladbach am Sonntag. Schliesslich waren die Rheinländer vor 18 Monaten das letzte Team, das einen Sieg in der WM-Arena am Maschsee landete.
Bayer fliegt direkt nach München
Zeit zum Geniessen bleibt auch für Bayer 04 Leverkusen nicht. Als der Tross der Werkseld am Freitag nach dem 4:0 (1:0) bei Rapid Wien das Flugzeug Richtung München bestieg, gingen die Spieler mit gemischten Gefühlen an Bord.
Die Bilanz vor dem Gastspiel beim deutschen Rekordmeister am Sonntag (17.30 Uhr) ist niederschmetternd. 16 der vergangenen 18 Gastspiele an der Isar gingen verloren, der letzte Sieg gelang vor 23 Jahren.
"Ein ganz anderes Kaliber"
"Bayern ist ein ganz anderes Kaliber", warnte Sportdirektor Rudi Völler. Während die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes mit acht Siegen einen Startrekord aufstellte, läuft Bayer mit zwölf Punkten aus acht Begegnungen den eigenen Ansprüchen in der Liga hinterher.
"Wir geben die Hoffnung nicht auf und wollen es den Bayern so schwer wie möglich machen", sagte Völler dennoch.
SPORT1











