''Das ist nur eine Frage der Moral''
Vom FC Schalke berichtet Christian Paschwitz
London/München - Er trägt beim FC Schalke 04 schon lange den auf seine Weise wertschätzenden Spitznamen "Kampfschwein".
Jermaine Jones ist der Mittelfeld-Abräumer, sorgte beim 2:0-Champions-League-Triumph beim FC Arsenal dafür, dass bei Königsblau hinten nichts mehr anbrannte.
"Wenn ich meine Leistung bringe, dann werde ich auch spielen", sagt der 31-Jährige im SPORT1-Interview, nachdem er zuletzt wegen Verletzungssorgen und Konkurrent Marco Höger zum Zuschauen verdammt war.
Der US-Nationalspieler spricht zudem über die Rückkehr zum Liga-Alltag gegen den 1. FC Nürnberg (Sa., ab 15 Uhr im ) Saisonziele und eine mögliche Rückkehr nach England.
"Besser geht's nicht"
SPORT1: Herr Jones, der FC Schalke hat erst das Revier-Derby in Dortmund gewonnen, nun auch noch in der Champions League einen Dreier aus London mit nach Hause genommen. Eine ziemlich perfekte Woche, oder?
Jermaine Jones: Wir können wirklich zufrieden sein, besser geht's ja nicht. Wir haben in Dortmund ein Superspiel gezeigt. Und jetzt in Arsenal zu gewinnen - es ist lange her, dass eine deutsche Mannschaft hier gewonnen hat. Dass es uns nun gelungen ist, freut mich umso mehr.
SPORT1: Welche Erklärungen haben Sie für den Höhenflug?
Ich kann sagen, dass wir ungemein viel Selbstvertrauen haben, nach dem Derbysieg noch viel mehr. Und wir haben die Klasse, auch dann Tore zu machen, selbst wenn man vielleicht das Gefühl hat, das Spiel könnte noch mal kippen. Ich hatte in Arsenal aber nie die Sorge, dass es noch kippt, nachdem Huntelaar und Höwedes ihre guten Chancen vor und nach der Halbzeit vergeben hatten. Das spricht für das ganze Team - dass wir gezeigt haben, mit den Grossen mithalten zu können. Es gibt nur wenige Teams, die Arsenal zu Hause so kontrollieren, wie wir es getan haben.
SPORT1: In Arsenal sind Sie nach der Pause für Marco Höger gekommen, der Sie schon im Derby aus der Startelf verdrängt hat. Wie sehen Sie Ihre Situation im Team?
Ich war lange verletzt, bin mit meinem Sprunggelenk fast zwei Wochen ausgefallen. Nachdem ich zuletzt angeschlagen war, hat der Trainer erneut Marco Höger von Beginn an spielen lassen. Das war okay, denn Marco hat in Dortmund sehr gut gespielt. Ich bin froh, dass ich dann in der Halbzeit eingewechselt wurde Das sind die Spiele, die ich vor allem haben will - nämlich Champions-League-Spiele.
SPORT1: Also wie dicht fühlen Sie sich wieder dran an der Startelf?
Ich habe nie gesagt, dass ich Stammspieler bin. Aber ich sage: Wenn ich fit bin, habe ich auch den Anspruch, zu spielen. Davon weiche ich auch nicht ab, und wenn ich meine Leistung bringe, dann werde ich auch spielen.
SPORT1: Nach so zwei Hochkaräter-Duellen gegen Dortmund und Arsenal: Wie schwer ist es nun, wieder den Schalter umzulegen und sich voll zu konzentrieren auf Nürnberg und danach im DFBPokal auf Sandhausen?
Das ist einfach nur eine Frage der Moral. Wir haben zwei Superspiele gezeigt, jetzt müssen wir eben nachlegen. Unter normalen Verhältnissen ist es doch so, dass wir Schalker das bessere Potenzial haben. Wir sollten den jetzigen Augenblick geniessen, dann aber wieder zeigen, was wir können.
SPORT1: Das lässt noch einiges erwarten: Wohin geht denn die Schalker Saisonreise?
Wir haben ja schon vor der Saison gesagt, dass wir wieder ins internationale Geschäft wollen. Und wir sind auf einem guten Weg: In der Champions League haben wir vor Arsenal Respekt gehabt, aber eben keine Angst. Und deswegen stehen wir nun zu Recht mit an der Spitze als neuer Gruppen-Erster. Ich freue mich auf die kommenden Aufgaben. Wir dürfen uns jetzt nicht auf den jüngsten Erfolgen ausruhen, sondern müssen weiter Gas geben.
SPORT1: Ihr Vertrag läuft noch bis 2014, Sie sind seit 2007 auf Schalke, und doch hatte es Sie zwischenzeitlich mal auf die Insel gezogen nach Blackburn...
...in Blackburn habe ich mich auch sehr wohl gefühlt. Ich will auch nicht ausschliessen, dass ich noch mal nach England zurückkehre. Aber mein erster Ansprechpartner ist Schalke.
SPORT1



















