Das Ende der One-Man-Show
Wolfsburg - Seinen Facebook-Fans hinterliess er noch ein paar freundliche Worte.
"Ich werde mit Euch in Kontakt bleiben", versichert Felix Magath: "An spannenden Themen wird es uns sicher nicht mangeln, dafür sorgt schon das Leben und der Fussball."
Beim VfL Wolfsburg ist die One-Man-Show des Trainer-Managers allerdings nun beendet - angeblich, so stellt es der Verein zumindest dar, auch auf Magaths eigenen Wunsch hin.
Der Coach habe dem Aufsichtsrat gegenüber erklärt, dass ihm der Verein sehr am Herzen liege. Er habe daher angeboten, "ihn von seinen Pflichten zu entbinden, da er nicht möchte, dass der Verein in Mitleidenschaft gezogen wird".
Schuster Kandidat - Nerlinger nicht
Aufsichtsratschef Garcia Sanz meinte auf die Frage, wie Magath reagiert habe: "Wie man als Profi reagiert, wenn man so eine Situation analysiert. Ich wiederhole nochmal: Wir haben Herrn Magath nicht entlassen."
Als neuer Manager wird Christian Nerlinger gehandelt, der ehemalige Sportdirektor des FC Bayern - dessen Vertrag mit dem Rekordmeister noch bis 2014 läuft - wird den Job nach SPORT1-Informationen aber definitiv nicht übernehmen.
Dafür ist der ehemalige VfL-Kapitän Stefan Schnoor ein Kandidat.
Als langfristiger Nachfolger für Interimscoach Lorenz-Günther Köstner ist derweil der ehemalige Real-Madrid-Coach Bernd Schuster im Gespräch.
"Im Nachhinein ist man schlauer"
Mit der Trennung reagierten Magath und der VfL auf die jüngste Talfahrt, die die "Wölfe" zuletzt bis ans Tabellenende geführt hatte.
Sieben Spiele ohne Sieg, nur zwei Treffer und vier Niederlagen in Folge ohne Torerfolg - das war dann auch der VfL-Führungsetage zu viel.
Auf die Frage, ob der Klub zu lange an Magath festgehalten habe, antwortete Sanz: "Das weiss ich nicht. Im Nachhinein ist man immer schlauer." Offen sei die Frage, ob das Modell Magath, der Trainer und Manager in Personalunion war, bei Wolfsburg eine Zukunft habe: Es sei "zu früh, um darüber zu reden."
Der Klubführung ausgewichen?
Magaths Aus war der erste Trainerwechsel der Saison 2012/2013.
586 Tage dauerte die zweite Amtszeit des glücklosen Felix. Sein erstes Engagement (2007 bis 2009) endete noch mit dem umjubelten Meistertitel. In der Zwischenzeit hatte Magath bei Schalke 04 gearbeitet - wo sein Nimbus am Ende schon merklich litt.
Ein Wirrwarr um die Abfahrt nach Düsseldorf hatte am Donnerstag auf eine mögliche Trennung hingewiesen. Zunächst wollte Magath mit der Mannschaft am Morgen nach Düsseldorf ins Trainingslager fahren - offenbar auch, um einem Gespräch mit VW-Chef Martin Winterkorn aus dem Weg zu gehen, wie Medien spekulierten.
Kaum noch Rückhalt im Team
Winterkorn war erst kurz zuvor von einer Auslandsreise zurückgekehrt, ehe er mit Aufsichtsratschef Garcia Sanz die Krisengespräche führte.
Dass sich die Spieler gegen eine weitere Zusammenarbeit ausgesprochen hätten, wies Sanz zurück.
"Das stand nicht zur Diskussion", sagte er. Auch das angeblich zerrüttete Verhältnis zwischen Trainer und Spieler habe keine Rolle gespielt.
Es heisst aber, dass sich fünf von sechs gefragten Spielern in Gesprächen mit der Klubspitze gegen Magath ausgesprochen hätten. Nur Kapitän Diego Benaglio habe mit Magath weitermachen wollen.
SPORT1



















