FCB: Zuhause zaubern, in Europa rackern
Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel
München/Lille - Mit diesem Argument mochte sich Bastian Schweinsteiger gar nicht anfreunden.
Dabei ähnelte beim 1:0-Sieg des FC Bayern in Lille der Stadionrasen eher einem Fleckerlteppich als einer Champions-League-reifen Spielfläche.
"Der Platz war nicht im optimalen Zustand, das darf aber keine Ausrede sein", sagte der Vizekapitän der Münchner.
Denn beim Erfolg in Nordfrankreich passte vor allem eins: das Ergebnis .
Ansonsten schnellte die Fehlpassquote im Vergleich zur Bundesliga hoch und bis zum Schluss schien es möglich, dass Bayern noch den Ausgleich hätte kassieren können.
FCB auf Achtelfinalkurs
Ein ordentliches Spiel gegen Valencia, danach die Blamage bei den Weissrussen von Bate Borissow und nun der Pflichtsieg in Lille:
Die Münchner sind in der Champions League alles in allem auf Kurs, das Achtelfinale sollte ohne grössere Probleme erreichbar sein .
Und doch ist festzustellen, dass der Rekordmeister, der in der Bundesliga zuletzt mehrmals brillierte, in Europas Eliteklasse bisher nicht seine absolute Topform erreicht.
Defensiv stimmte es in Lille
Vor allem die Auswärtsbilanz ist für einen Champions-League-Finalisten ausbaufähig: Inklusive der Vorsaison verlor die Startruppe viermal auf fremden Plätzen, das 1:0 in Lille war somit auf jeden Fall ein Fortschritt.
"Wir haben wenig Chancen zugelassen", konstatierte Schweinsteiger zufrieden .
Das sah auch Manuel Neuer so, "meist Fernschüsse" hatten den Keeper an diesem Abend in Lille etwas beschäftigt.
Doch anders als in der Bundesliga, in der die Münchner schon 26-mal getroffen haben, ruckelt es in der Königsklasse bisweilen arg im Vorwärtsgang.
Hartnäckiger Widerstand setzt FCB zu
"Lille hat uns alles abverlangt", sagte Neuer im Gespräch mit SPORT1.
"Sie sind hartnäckig in die Zweikämpfe gegangen, der Schiedsrichter musste das Spiel oft unterbrechen, es kam kein richtiger Rhythmus auf."
Womöglich könnte dieser Ansatz, der vor allem aufs Zerstören der gegnerischen Ideen aus ist, den Bayern auch in der Liga Probleme bereiten.
Und eventuell hat das Trainergespann von Bayer Leverkusen, Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä, bei Lille erfolgreich Anschauungsunterricht für die Partie am Sonntag genommen.
Via Heimspiele in die nächste Runde
Bislang kauften die Bayern durch ihr dominantes und kombinationssicheres Auftreten vor allem in der Allianz Arena ihren Rivalen rasch den Schneid ab.
Für den deutschen Rekordmeister ist das ein gutes Zeichen, schliesslich soll in den nächsten Heimspielen gegen Lille und Bate Borissow das Achtelfinale - wenn möglich - vorzeitig gebucht werden.
"Da möchten wir auf jeden Fall sechs Punkte holen", sagte Neuer, während Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die gleiche Marke ausgab.
Heynckes: "Harmonie ist perfekt"
Trainer Jupp Heynckes denkt schon weiter. "Mir knurrt der Magen", antwortet er in der "Bild" auf die Frage nach seinem Titelhunger.
Die Zwischenbilanz ist Mitte Oktober mit nur einer einzigen Pflichtspielniederlage überzeugend.
"Die Harmonie bei uns ist perfekt", erklärt Heynckes. Auch die Rotation kann diese Harmonie nicht stören.
Die Spieler hätten Verständnis dafür, "warum ich ihnen Pausen gönne", sagt Heynckes: "Ich bekomme immer mehr Bestätigung, dass Rotation richtig ist."
Spielt Alaba von Anfang an?
Auch gegen Leverkusen dürfte es wieder einige Änderungen geben.
Linksverteidiger David Alaba, seit kurzem von seinem Ermüdungsbruch im Fuss genesen, ist für den Trainer nach eigenen Worten eine "Option".
Bayerns Spiel nach vorne würde gewiss von dem lauffreudigen Österreicher profitieren.
SPORT1











