Arbeitssieg in Lille: Bayern wieder auf Kurs
Aus Lille berichtet Mathias Frohnapfel
Lille - Nicht glanzvoll, aber effektiv: Der FC Bayern hat die schwierige Hürde beim OSC Lille gemeistert und dank eines 1:0-Siegs die Chance aufs Weiterkommen in der Champions League gewahrt.
Thomas Müller erzielte in der ersten Hälfte per Elfmeter (20.) den Siegtreffer.
Die Bayern haben nach dem Sieg von Valencia in Borissow nun wie die beiden Kontrahenten sechs Punkte auf dem Konto.
Allerdings fällt der Erfolg der Münchner klar in die Kategorie Arbeitssieg, zu viele Leerstellen gab es bei den Münchner Kombinationen, zu lange war manche Phase in der zweiten Hälfte, als es der FCB arg schleifen liess.
Heynckes: Man muss zufrieden sein
"Natürlich war das gefährlich, aber auch solchen Spiele muss man mal gewinnen. Die Mannschaft hat nicht so gut gespielt, das war ein Arbeitssieg. Aber man muss sich auch mal mit so einer Leistung zufrieden sein", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes.
OSC zeigte sich zwar vor 50.000 Fans im "Grand Stade Lille Metropole" zwar sehr engagiert, war insgesamt aber zu ungefährlich.
Martinez in der Startelf
Jupp Heynckes veränderte die Elf, die in Düsseldorf 5:0 siegte, nur auf einer Position. Für Luiz Gustavo spielte Javier Martinez, der Spanier übernahm mit Bastian Schweinsteiger die Absicherung im defensiven Mittelfeld.
Lille ging ersatzgeschwächt in die Partie, so fehlten Mathieu Debuchy gesperrt sowie Kapitän Rio Mavuba und Innenverteidiger Marko Basa wegen Verletzungen.
Die Bayern versuchten gleich von Beginn an, gegen einen gut organisierten Gegner ihr Spiel durchzubringen.
Allerdings verteidigen die "Doggen" geschickt, so dass in der Startphase vor allem bei Standards von Toni Kroos etwas Alarmstimmung um den Strafraum der Nordfranzosen aufkam.
Umgekehrt hatte Lille die erste gute Chance, als Tulio De Melo (15.) bedrängt von Dante übers Tor köpfte.
Lahm holt Elfmeter raus
Zur Führung benötigten die Bayern dann einen Sololauf von Kapitän Philipp Lahm. Der Aussenverteidiger dribbelte von rechts in den OSC-Strafraum und wurde dabei Lucas Digne umgestossen.
Schiedsrichter Martin Aktinson entschied sofort auf Elfmeter, eine ganz knifflige Situation, allerdings hielt sich auch Lilles Protest in Grenzen.
Nachdem zuletzt Mario Mandzukic einen Strafstoss vergeben hatte, legte sich diesmal Thomas Müller den Ball zurecht. Und der Bayern-Profi wackelte ganz lässig Keeper Mickael Landreau aus und traf zum 1:0 (20.).
Ribery mit grossem Einsatz
Auf das Spiel hatte das aber wenig Einfluss, der Gruppenletzte Lille erzeugte kaum Druck aufs Bayern-Tor. Die Münchner hatten ihrerseits weiterhin viel Ballbesitz und einen ziemlich quirligen Franck Ribery.
Der Nordfranzose war gegen den Klub, bei dem er drei Jahre in der Jugendakademie verbrachte, fast nur durch Fouls zu stoppen.
Der schon mit Gelb belastete Djibril Sidibe hatte dabei Glück, dass er nach solch einem harten Einsteigen nicht vom Platz flog (41.).
Bei Ribery wirkten sich die permanenten Attacken aber aus. Heynckes nahm ihn daher wegen einer Muskelverhärtung zur Pause vom Feld, brachte Xherdan Shaqiri.
Zerfahrene Partie
In der zweiten Hälfte hatte Shaqiri die erste grosse Torgelegenheit, doch nach Kroos-Vorarbeit wurde der Schuss des Schweizers noch abgefälscht (54).
Kroos probierte es dann aus der Distanz, blieb aber genauso erfolglos (60.) wie Shaqiri mit einem Versuch von der rechten Strafraumkante.
Die Bayern forderten da Elfmeter, da Digne der Ball an die Hand prallte.
Von Lille fehlten weiterhin die Impulse aufs Spiel, das weiter sehr zerfahren blieb. Allerdings witterten die Franzosen jetzt ihre Chance, nachdem der FCB etwas das Tempo schleifen liess.
Neuer musste so bei einer scharf geschnittenen Flanke von Di Melo sein ganzes Können aufbieten, um den Ball zu entschärfen (65.).
Müller vergibt Grosschance
Auf der Gegenseite vergab Müller aus kurzer Distanz die beste Gelegenheit zum 2:0 (74.).
Das hätte sich um ein Haar gerächt, denn Dante patzte im eigenen Strafraum und bracht so Joker Ryan Mendes in Position, der zu wenig aus dem Geschenk machte (79.).
Die Münchner mussten jetzt den Vorsprung über die Zeit bringen, das glückte mit einigem Zittern.
SPORT1











