Rückendeckung für Magath - Kritik an Naldo und Co.
Wolfsburg - Aufsichtsrats-Chef Garcia Sanz schaute kurz vorbei, der angeschlagene Stürmer Patrick Helmes kam angehumpelt:
Bei Bundesligist VfL Wolfsburg präsentierte man zuletzt im Training Einigkeit und stärkte Manager-Trainer Felix Magath demonstrativ den Rücken.
Nur die Fans blieben auf Distanz. Und bei einer bundesweiten Umfrage glaubten nur noch 22 Prozent aller Fussball-Anhänger, dass der einstige Meistermacher die Kurve kriegt .
In Wolfsburg gab es nach den enttäuschenden Auftritten der "Wölfe" bisher nur vereinzelte "Magath-raus"-Rufe.
Unmut der Fans wächst
Doch sollten die Niedersachsen auch am Samstag ihr Heimspiel gegen den SC Freiburg nicht gewinnen, dürfte der Unmut des Anhangs deutlich zunehmen.
Dann hätte auch VfL-Eigner Volkswagen ein Problem. Einen offenen Streit in der Abteilung Fussball mit den üblichen Negativ-Schlagzeilen kann sich Europas Autobauer Nummer eins nicht erlauben, auch wenn Aufsichtsrats-Chef und VW-Vorstand Sanz beteuerte: "Im Moment steht der Trainer nicht zur Diskussion. Wir sind auf einem guten Weg. Es hat Spass gemacht zuzuschauen."
Aufsichtsrat stärkt Magath
Für Sanz und auch für Aufsichtsrats-Vize Stephan Grühsem trifft Magath keine Schuld an den Misere mit nur zwei Toren aus den ersten sieben Spielen. Vielmehr sei die Mentalität der Spieler der Hauptgrund für den unglücklichen Verlauf.
"Es fokussiert sich viel zu viel Aufmerksamkeit auf den Trainer, dahinter können sich die Spieler manchmal allzu leicht verstecken", hatte Grühsem erkannt.
Unerwähnt liess der VW-Kommunikationschef allerdings, dass es Magath war, der in Eigenverantwortung die Spieler und damit auch die Mentalität im Kader ausgesucht hatte.
Magath wäre nicht Magath, wenn er plötzlich Selbstkritik üben und womöglich Fehler zugeben würde. Stattdessen nahm der Sportchef lieber seine Spieler in die Pflicht.
Kritik an Naldo
Vor allem Innenverteidiger Naldo, den Magath vor der Saison für fünf Millionen Euro aus Bremen holte, bekam wieder sein Fett weg.
"Jeder hat angenommen, dass ein Spieler, der bereits sieben Jahre in der Bundesliga aktiv ist, keine Umstellungsprobleme hat. Doch die hat er", sagte der Coach und stellte den Brasilianer bereits zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit bloss.
Gut möglich, dass sich Naldo am Samstag auf der Reservebank wiederfindet. Der Südamerikaner bildete in den bisherigen sieben Spielen mit Emanuel Pogatetz das Innenverteiger-Duo, war bei vielen der 13 Gegentore aber der unsichere Part der beiden Neuzugänge.
Chance für Felipe Lopes?
Sollte er eine Denkpause erhalten, könnte das die Chance für Felipe Lopes sein. Beim 0:3 auf Schalke kam der 25-Jährige bereits zu einem Kurzeinsatz. Auch der Däne Simon Kjaer, zuletzt im defensiven Mittelfeld im Einsatz, bietet sich für die Defensivzentrale als Alternative an.
Im Offensivspiel denkt Magath ebenfalls über Umstellungen nach. Bislang bevorzugte er ein 4-2-3-1-System mit einer Spitze und zwei offensiven Aussen. Unter dem grossen Druck könnte er am Samstag auf zwei Spitzen setzen.
Neben Ivica Olic, der seine Achillessehnenprobleme auskuriert hat, darf sich der Niederländer Bas Dost Chancen auf einen Platz in der Startelf ausrechnen.
Konkurrent Srdjan Lakic konnte seine Chance auf Schalke nicht nutzen.



















