Comebacks und Kneipenpläne
Von Jakob Gajdzik
München - Rechtzeitig zum Revierderby Borussia Dortmund gegen Schalke 04 verkleinern sich bei beiden Teams die Personalsorgen.
Beim BVB scheinen mit Kevin Grosskreutz und Mats Hummels zwei Akteure zum Prestigeduell wieder fit zu werden.
Beide standen zumindest beim Training wieder auf dem Platz.
Abwehrchef Hummels, der die Länderspiele mit der Nationalmannschaft wegen eine Mittelfussprellung abgesagt hatte, könnte mithilfe eines Spezialschuhs gegen die Königsblauen zum Einsatz kommen, Grosskreutz hat dagegen seine Kapsel-Bänderdehnung im Sprunggelenk auskuriert.
"Derby ist das Grösste"
Besonders für den Letzteren besitzt dieses Spiel eine exponierte Bedeutung.
"Derby ist das Grösste. Ich bin jetzt schon heiss", betont der gebürtige Dortmunder aus dem Arbeiterviertel Eving.
Wegen des verletzungsbedingten Ausfalls von Jakub Blaszczykowski stehen seine Chancen gut, auch von Anfang an aufzulaufen.
Bislang durfte Grosskreutz dieses Gefühl in sieben Ligaspielen erst zweimal geniessen. An Motivation dürfte es Grosskreutz sicherlich nicht mangeln.
Titel-Wette von Grosskreutz
In Feierlaune ist der dreimalige Nationalspieler bereits.
Beim Dortmunder Stammtisch vor dem Derby schloss Grosskreutz mit BVB-Teammanager Fritz Lünschermann eine Wette ab.
"Kevin und ich haben uns versprochen, dass wir einen Titel holen und dann vom Trainingsplatz bis zum Stadion Rote Erde zu Fuss gehen. Und an jeder Kneipe anhalten, jeweils mindestens ein Bier trinken. Und ab und zu einen Schnaps", klärte Lünschermann auf.
BVB zuletzt oben auf
Drei der vergangenen vier Derbys - bei einem Unentschieden - gingen an die Schwarz-Gelben, weswegen nicht nur BVB-Boss Hans-Joachim Watzke in den "Ruhr Nachrichten" behauptete: "Die Nummer 1 im Pott sind wir."
Doch Schalke muss sich nach dem besten Saisonstart seit zwölf Jahren in Dortmund nicht verstecken.
"Erwarte, dass wir anders auftreten"
"Ich, erwarte, dass wir diesmal anders auftreten", sagte Schalkes Manager Horst Heldt der "WAZ" und bezog sich dabei auch auf die jüngste Bilanz der beiden Rivalen.
Auch beim 42-Jährigen knistert es, allerdings soll alles sportlich bleiben.
"Das wird ein sehr intensives Spiel. Wir freuen uns darauf. Die Rivalität gehört dazu und beide Vereine brauchen sie. Aber sie darf nur auf dem Platz stattfinden. Das ist wichtig", sagte Heldt.
Gleichzeitig zog er vor den drei Titeln der Borussia in den vergangenen zwei Jahren den Hut: "Man muss neidlos anerkennen, dass die Dortmunder viele richtige Entscheidungen getroffen haben, was Transferpolitik angeht und auch die Art und Weise, wie sie Fussball spielen."
Kehrt Draxler zurück?
In Gelsenkirchen hoffen sie vor dem Derby ebenfalls auf die Rückkehr eines "Local Hero".
Julian Draxler, der sich vor zwei Wochen in der Championsleague gegen Montpellier den linken Unterarm brach, soll auflaufen - wie Hummels mit einer Spezialanfertigung für den betroffenen Körperteil.
"Die Schiene sitzt wie angegossen, im wahrsten Sinne des Wortes. Mal sehen, wie der Arm heute auf leichtes Training reagiert", liess der Gelsenkirchener Jungstar, der im rund zehn Kilometer entfernten Gladbeck zur Welt kam, seine Fans wissen.
Ob es allerdings reicht steht noch in den Sternen. "Wir müssen vorsichtig sein, wollen kein Risiko eingehen", sagte S04-Coach Huub Stevens.
Fragezeichen im Tor
Auch die Torhüterfrage ist in Gelsenkirchen noch offen. Timo Hildebrand ist nach sechswöchiger Trainingspause wegen eines Aussenband-Anrisses wieder da und will Lars Unnerstall den Platz im Kasten wieder streitig machen.
"Ich bin bereit für den BVB", liess Hildebrand bereits in der "Bild" verlauten, muss sich aber noch gedulden.
Stevens kündigte eine "ehrliche Entscheidung an" - wird sich damit aber wohl bis kurz vor dem Spiel Zeit lassen.
SPORT1



















