Arjen Robben hadert, Mirko Slomka flirtet
Von Martin Hoffmann
München - Es klingt wie die alltäglichste aller Alltagsverletzungen - und doch plagt sich Arjen Robben nun bald drei Wochen damit herum.
Muskuläre Probleme im Oberschenkel sind der Grund, warum der Niederländer seit dem Sieg gegen Wolfsburg am 25. September kein Spiel mehr bestritten hat.
Und sie hören nicht auf, dem FC Bayern und seinem Flügelstar Kopfzerbrechen zu bereiten.
"Hier geht es leider nicht so, wie es sein muss", räumt der 28-Jährige gegenüber der "Bild"-Zeitung ein.
Comeback vertagt
Am Donnerstagnachmittag sollte Robben eigentlich in einem Testspiel gegen die SpVgg Unterhaching (2:0) sein Comeback feiern.
Stattdessen musste er die vorher angesetzte Laufeinheit abbrechen und wird offenbar erst kommende Woche wieder ins Training einsteigen.
So kam dann auch nicht überraschend, dass Bondscoach Louis van Gaal auf eine Nachnominierung Robbens für das kommende WM-Qualifikationsspiel in Rumänien verzichtete und stattdessen Eljero Elia von Werder Bremen zurückholte.
Es mache seiner Ansicht nach "keinen Sinn", so der ehemalige Bayern-Coach: "Er ist noch nicht so weit."
"Schwierig zu sagen"
Wann er es sein wird? Es sei "schwierig zu sagen, wann es wieder geht", so Robben.
"Wir versuchen alles", fügt er hinzu und versichert zugleich: "Es ist auf jeden Fall nichts Schlimmeres."
Schlimm genug, ihn auch vom nächsten Ligaspiel gegen Düsseldorf abzuhalten, könnte es aber durchaus noch sein.
Sorge um Alaba
Mit Sorge dürfte Jupp Heynckes in den kommenden Tagen auch auf David Alaba blicken.
Gegen den ausdrücklichen Willen des Coaches wurde der Österreicher von Nationalcoach Marcel Koller für das Länderspiel gegen Kasachstan am Dienstag nachnominiert.
Heynckes hatte Koller zuvor ermahnt, dass es "klug" wäre, auf den eben erst von einer langwierigen Sprunggelenksblessur genesenen Linksverteidiger zu verzichten.
Koller aber schlug die Mahnung in den Wind - und nach dem enttäuschenden 0:0 am Freitagabend im Hinspiel ist noch wahrscheinlicher geworden, dass Alaba im zweiten Duell zum Zug kommt.
Slomka flirtet
Neben den üblichen Abstellungs-Konflikten beschert die Länderspielpause den Bayern aber auch einen neuen Schub in der Debatte um Heynckes' Erbe.
Mirko Slomkas Auftritt im Audi Star Talk (So., ab 13 Uhr im TV auf SPORT1) hat Spekulationen angeheizt, ob sich der Hannover-Coach für den Trainerjob in München bereithält.
Slomka spricht in der Sendung in warmen Worten über seinen Verhältnis zu FCB-Präsident Uli Hoeness ("Schon als Schalke-Trainer hatten wir öfters mal Kontakt") und seine Freude darüber, dass er "in der Bundesliga gefragt und beliebt ist".
Spekulation "verständlich"
In der "Bild" ergänzt Slomka, dass Spekulationen "verständlich" wären "vor dem Hintergrund, dass die Verträge von Jupp Heynckes und mir auslaufen".
Zumal Slomka nun auch wieder die Offenheit der Verhandlungen mit Hannover betont:
"Wir sind in guten Gesprächen, die auch zum Ziel führen können. Aber zeitlich will ich mich nicht festlegen."
Hoeness-Telefonat: "Viel zu lange her"
Slomka legt im Audi Star Talk allerdings Wert darauf, dass er keine anderen Angebote hat - und sich Hannover im Falle einer Verlängerung, dann auch voll und ohne Ausstiegsklausel verschreiben möchte:
"Wenn ich bei Hannover 96 den Vertrag verlängere, dann tue ich das mit Herz und Seele und mit grosser Leidenschaft. Dann gibt es für mich keine Alternative!"
Vorher allerdings wägt Slomka die Alternativen ab - und wird vieldeutig, als er Star-Talk-Moderator Klaus Gronewald auf die Frage antwortet, ob das letzte Telefonat mit Uli Hoeness schon länger her ist:
"Deutlich. Viel zu lange..."
SPORT1



















