Lienen in Athen: 'Ich identifiziere mich mit der Situation'
Von Marc-Oliver Robbers
München - Ewald Lienen ist zurück in Griechenland und in Athen. Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der LIGA total!-Experte ein gern gesehener Gast in der griechischen Metropole.
Bereits zum dritten Mal übernimmt der ehemalige Löwen-Coach ein Traineramt in der Super League. Zuvor trainierte er bereits Panionios Athen und Serienmeister Olympiakos Piräus.
Lienen soll nun den Traditionsverein AEK Athen vor dem Abstieg retten. 30 Millionen Euro Schulden lasten auf dem elfmaligen Meister der griechischen Liga.
AEK auf dem letzten Platz
Nach sechs Spielen rangiert AEK mit nur vier Punkten auf dem letzten Platz .
Doch für den 58-Jährigen ist das kein Problem. "Ich habe mich hier immer wohl geführt", sagte Lienen zu SPORT1 und ergänzte:
"Ich habe mich natürlich schlau gemacht und einige Spiele von der Mannschaft angeschaut. Es hat bisher noch kein Spiel gegeben, wo sie chancenlos waren."
Bereit für eine neue Aufgabe
15 Monate war Lienen ohne Trainerjob. Zuvor schaffte er es nicht, den Abstieg von Arminia Bielefeld aus der Zweiten Liga zu verhindern.
"Seit dem Sommer war ich wieder offen für eine neue Aufgabe. Ich wollte aber erstklassig arbeiten und habe mich deswegen für das Angebot von AEK entschieden", erklärte der Trainer, der auch Interesse an einer Rückkehr ins deutsche Profi-Geschäfte hegte.
Nun also sein drittes Engagement in Griechenland.
Trainer des Jahres in Griechenland
2006 wagte er zum ersten Mal den Schritt auf die Halbinsel Peloponnes und führte Panionios Athen in den UEFA-Cup. Die überraschende Qualifikation für das internationale Geschäft brachte ihm die Auszeichnung zum Trainer des Jahres in Griechenland ein.
Ein handfester Streit zwischen Co-Trainer und Schwiegersohn Abder Ramdane und Stürmer Lampros Choutos und die darauffolgende Kündigung für Ramdane veranlasste Lienen 2008 dazu, den Vertrag vorzeitig aufzulösen.
"Nach seinem Faustschlag beim Training habe ich keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit mit Choutos gesehen. Das habe ich dem Vorstand gesagt. Dass man anschliessend Choutos bis Ende Dezember suspendierte, aber das Opfer Abder Ramdane rauswarf, war an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten", kommentierte Lienen damals den Streit und beendete die eigentlich erfolgreiche Zusammenarbeit.
Kurzes Gastspiel bei Piräus
Sein zweites Gastspiel in Griechenland verlief weniger erfolgreich. Nach nur zwei Monaten und dem Ausscheiden in der Qualifikation zur Europa League setzte ihn Olympiakos Piräus wieder vor die Tür.
Doch Lienen ist heiss auf die neue Aufgabe und zeigt sich bereits äusserst gut informiert über sein neues Team.
"Gewisse Qualität im Kader"
"Es gibt viele junge Spieler, einige erfahrene Spieler. Sie haben natürlich auch einige Spieler verloren, aber es ist trotzdem eine gewisse Qualität im Kader", berichtete Lienen SPORT1.
"Die Spiele, die sie verloren haben, haben sie immer nur mit einem Tor verloren. Sie schiessen im Moment zu wenig Tore, aber es ist nicht so, dass sie schlechter wären als ihr Gegner. Sie dominieren die Spiele, aber gewinnen nicht."
Ein Problem, das Lienen angehen wird. "Ich denke, dass Potenzial vorhanden ist und die Möglichkeit besteht, demnächst erfolgreicher zu spielen."
Die Fans überzeugen
Dafür braucht der Trainer auch die Fans im Rücken. Befürchtungen, dass er als Deutscher in Zeiten der Euro-Krise einen schweren Stand in Griechenland hat, hat Lienen jedenfalls nicht.
"Ich denke, dass ich auch zu den Fans von AEK Athen ein sehr gutes Verhältnis aufbauen kann. Ich glaube, dass die Leute mich kennen und wissen, dass ich mit dem ganzen Herzen arbeite und mich mit der Situation identifiziere. Ansonsten wäre ich dort auch nicht hingegangen."











