Trotz Club-Krise: Millionen-Überschuss und Applaus
Nürnberg - "RAL 3004" oder "RAL 3005"? Purpurrot oder weinrot?
Das schien die wichtigste Frage an diesem Abend zu sein in Nürnberg.
Zumindest nahm der Tagesordnungspunkt 4.1, der sich mit der Vereinsfarbe des 1. FC Nürnberg befasste, am Dienstag bei der Mitgliederversammlung von Bundesligist 1. FC Nürnberg die meiste Zeit in Anspruch.
Ansonsten? Alles rosarot!
Trotz der Negativ-Serie von zuletzt vier Niederlagen wurden die Profis mit höflichem Applaus begrüsst, wurde Trainer Dieter Hecking von den 655 Mitgliedern sogar gefeiert.
Viel Applaus für die Verantwortlichen
Und Manager Martin Bader erhielt ebenso grossen Beifall, als er um "Vertrauen in die handelnden Personen" warb und "weiterhin harte Arbeit" versprach.
Die Mannschaft, nach gutem Start auf Platz 14 abgerutscht, habe "genügend Potenzial, um die Trendwende einzuleiten", sagte Bader und erinnerte an eine vergleichbare Lage im Vorjahr.
Damals glückte der "Turnaround", der Club wurde Zehnter .
Hecking mahnt
Trotzdem ist jetzt am Valznerweiher wieder das Wort "Abstieg" in aller Munde. Er bemerke, dass "die Stimmung gerade etwas umkippt", sagte Hecking:
"Es stört mich, dass schon nach sieben Spieltagen alles negativ gesehen wird." Das sei viel zu früh.
Die Mannschaft wisse, dass sie zuletzt "sauschlecht gespielt" habe.
Aber es könne nicht sein, "dass einer unserer Spieler von den eigenen Fans ausgepfiffen wird", wie bei Marcos Antonio geschehen.
"Diese Niederlagen gehören zum Sport", sagte der Trainer und ergänzte:
"Aber ich bin weit davon entfernt, alles negativ zu sehen. Doch es ist meine Aufgabe und Herausforderung, den Negativlauf zu beenden."
Maroh-Abgang weiter ein Thema
Jeder beim 1. FCN gebe sein Bestes, "nicht immer gelingt es". Aber die Mannschaft werde "für ihren und euren Club kämpfen".
Das hörten die Anhänger gern, es folgte der längste Applaus des Abends.
Hecking gelang es auch, die leisen Misstöne, die besonders der Abgang von Dominic Maroh hervorgerufen hatte, zu übertönen.
Als er in dieser Sache erneut aufs Podium gerufen wurde, verteidigte er die Entscheidung, den Abwehrspieler nach Köln ziehen gelassen zu haben, als konzeptionelle Entscheidung.
Der Anhang nahm es hin.
Vier Millionen Euro Gewinn
Beruhigt hatte die Fans zuvor Finanzchef Ralf Woy, der mit vier Millionen Euro erneut einen stattlichen Gewinn präsentieren durfte.
"Es ist sensationell, dass der Club innerhalb von zwei Jahren 8,6 Millionen Euro Verbindlichkeiten abgebaut hat und gleichzeitig sportlich einen hervorragenden sechsten und zehnten Platz erreichen konnte", berichtete Woy.
Der "nicht durch Vereinsvermögen gedeckte Fehlbetrag" konnte somit auf 2,33 Millionen Euro gedrückt werden.
Auf diese Bilanz könne der FCN "ein wenig stolz sein", fand Bader. Bereits im kommenden Sommer könnte der Club schuldenfrei sein.
"Kaputtsparen", betont Woy, werde sich der Verein nicht.
Weitere Transfers möglich
"Im Notfall" könnte und werde der Club in der Winterpause erneut in den Kader investieren.
Dass das nötig werden könnte, hofft keiner am Valznerweiher. "Wir müssen uns ständig und in allen Bereichen verbessern", mahnte Bader deshalb.
In Sachen Vereinsfarben ist das nach Meinung der Fans jetzt geschehen.
"RAL 3005", also weinrot, ist jetzt auch laut Satzung die offizielle Vereinsfarbe beim Club.



















