Augsburgs Neuer: Gekommen, um zu verändern
Von Rainer Nachtwey
München/Augsburg - An seinem ersten Arbeitstag zieht es Jürgen Rollmann gleich zur Mannschaft.
Der neue Manager des FC Augsburg verschafft sich beim Training einen Überblick und sucht das Gespräch mit Trainer Markus Weinzierl.
"Wir haben uns ausgetauscht. Ich habe einen sehr positiven Eindruck von ihm gewonnen", sagt Rollmann im Gespräch mit SPORT1.
Der ehemalige Bundesliga-Torwart ist der neue starke Mann der Lizenzspielerabteilung des Tabellen-16 .
Er ersetzt Manfred Paula, der auf Wunsch des Aufsichtsrats vom Managerposten aufgibt und sich allein um die Leitung der Jugendarbeit kümmert.
"Wir haben mit dem Neubau des Nachwuchsleistungszentrums ein grosses Projekt vor der Brust, und daher werde ich das Arbeitsgebiet in einem grossen Umfang übernehmen", sagt Paula bei SPORT1.
Immer im Kontakt mit dem FCA
Ein Unbekannter ist Rollmann in Augsburg nicht. Bereits in der Saison 1999/2000 arbeitete er als Manager für den FCA, damals noch in der Regionalliga Süd.
"Ich war mit daran beteiligt, dass Walther Seinsch Präsident wurde und hier eingestiegen ist. Wir haben uns nie aus den Augen verloren, der Kontakt ist nicht abgerissen", sagt er.
Auch nicht in der Zeit, als Rollmann ausserhalb des Sports tätig war, als der studierte Journalist Pressesprecher bei der Bayern-SPD und Koordinator der Bundesregierung für die Fussball-WM 2006 war, ehe er zuletzt als Autor und Kommunikationsberater arbeitete.
Bis der Anruf aus Augsburg kam.
Widerspruch zu Seinsch
"Jetzt wollte man etwas verändern und hat an mich gedacht", sagt Rollmann.
Dies steht allerdings im Widerspruch zu dem, was Seinsch und der Aufsichtsratsvorsitzender und kaufmännische Geschäftsführer Peter Bircks über die Zurückstufung des bisherigen Managers Paula auf der Pressekonferenz am Montag verkauften.
Seinsch wollte von einer Degradierung nichts wissen, vielmehr war das Augsburger Führungsduo überzeugt, dass es für "die Entwicklung der Nachwuchsabteilung unverzichtbar ist, dass sich eine Person vollumfänglich den richtungsweisenden Projekten wie dem Bau des Nachwuchsförderzentrums widmet".
Enge Zusammenarbeit mit Vorgänger
Mit seinem Vorgänger erwartet Rollmann einen engen Austausch.
"Ich werde mit Herrn Paula ganz intensiv zusammenarbeiten. Bei jedem Verein ist die Massgabe, dass man die Durchlässigkeit vom Nachwuchsbereich über die zweite Mannschaft in den Profibereich gut gestaltet", sagt er:
"Aber mein Schwerpunkt liegt erst einmal auf der ersten Mannschaft."
Optimismus bei Rollmann
Deshalb soll es auch mit Coach Weinzierl einen engen Austausch geben.
"Kaderplanung, Spiel- und Spielerbeobachtung, Austausch jeden Tag: Wie sieht's aus? Was ist mit der Mannschaft zu tun? Was kann man machen?", beschreibt Rollmann seine neue Aufgabe und blickt der Zusammenarbeit mit Weinzierl "sehr optimistisch entgegen".
Diese Abstimmung soll - trotz des grossen Lobs für die Kaderzusammenstellung - einer der Kritikpunkte an Paula gewesen sein, war aus dem Umfeld des Vereins zu hören.
Das Verhältnis zwischen Paula und Weinzierl sei nicht das allerbeste gewesen, der Austausch nicht nachhaltig genug.
Vom Team überzeugt
Wo Rollmann als erstes ansetzen werde, dazu will er sich an seinem ersten Arbeitstag noch nicht äussern.
Von der Mannschaft ist er allerdings überzeugt, das Spiel gegen Bremen dient als gutes Beispiel.
"Da hat man gesehen, dass wir absolut konkurrenzfähig sind. Jetzt geht es darum, die Leistung vom Freitag in den nächsten Wochen zu bestätigen", sagt Rollmann.
Einen weiteren Überblick kann sich Augsburgs neuer starker Mann dann am Donnerstag machen, wenn der FCA beim TSV Gersthofen ein Testspiel bestreitet.
SPORT1



















