Hoeness watscht Doppelpacker Klose ab
München - In Rom verehrt und gefeiert, von Uli Hoeness verhöhnt und abgewatscht.
24 Stunden, nachdem Miroslav Klose seinen Klub Lazio Rom mit einem Doppelpack zum 3:0 bei Delfino Pescara geschossen hatte , blies im bei der Ankunft im Quartier der deutschen Nationalmannschaft der Gegenwind aus München ins Gesicht.
Der Bayern-Präsident liess in einem "Spiegel"-Interview kein gutes Haar an dem bisher zweitbesten Torjäger der DFB-Auswahl (64 Tore) hinter dem ehemaligen Münchner Gerd Müller (68).
"80 Prozent der Tore gegen Lichtenstein und Co."
"Wenn ich schon höre, dass Klose fast so viele Tor geschossen hat wie Gerd Müller. Müller schoss sie gegen England, Frankreich und Italien. Klose hat 80 Prozent seiner Tore gegen Liechtenstein und Co. erzielt, mindestens!", behauptet Hoeness.
Nach Einstufung der "Bild"-Zeitung hat Klose gegen die grossen Nationen nur acht Tore erzielt, Müller dagegen 19.
Und gegen die vermeintlichen Fussballzwerge war der Italien-Legionär, der am Freitag im WM-Qualifikationsspiel am Freitag in Irland sein 125. Länderspiel bestreiten wird, 20-mal und Müller (62 Länderspiele) nur elfmal erfolgreich.
Italien bejubelt "deutsche Lokomotive"
Streicheleinheiten bekommt Klose dagegen derzeit in Italien reichlich. "Klose, die deutsche Lokomotive, begnügt sich nie, er ist wirklich unersättlich", schrieb die "Gazzetta dello Sport".
Im Duo mit dem brasilianischen Stürmer Hernanes, Torschütze zum 1:0 (5.), konnte Klose problemlos Pescaras Verteidigung auf dem Weg zu den Saisontoren Nummer vier und fünf (25. und 35.) überwinden.
"Klose und Hernanes, das perfekte Paar. Der Panzer und der Prophet. Die deutsche Kaltblütigkeit und das brasilianische Genie", kommentierte die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Montag.
Lazio setzt sich oben fest
Das Geheimnis von Lazios Erfolg, das den fünften Sieg in sieben Ligaspiel feierte, liege in diesem Paar, das zusammen neun Tore auf dem Konto hat. Mit 15 Punkten belegt Lazio Rang drei.
"Klose glänzt mit Enthusiasmus und Konzentration. Lazio ist ein Orchester, in dem Klose der Tenor ist", schrieb "Corriere della Sera".
Doch der Spieler sei mit seinen Leistungen nicht ganz zufrieden. "Wir hätten noch einige Tore mehr erzielten können. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr angegriffen und das darf sich eine grosse Mannschaft nicht leisten. Wir wollen alle Spiele gewinnen. Das ist unser Ziel", wird der 34-Jährige zitiert.
Grosses Lob von Coach Petkovic
Die positiven Resultate sind auch der konstruktiven Kooperation mit Coach Vladimir Petkovic zu verdanken. "Klose ist ein grossartiger Spieler, der einer Mannschaft mit grossen Ambitionen wie Lazio sehr gut dient", betonte der 49 Jahre alte Coach.
Klose fiebert nunmehr den beiden WM-Qualifikationsspielen der DFB-Auswahl gegen Irland und Schweden entgegen.
"Ich freue mich schon auf die nächsten Tage. Ich hoffe, dass ich für meine Nationalmannschaft treffen kann. Für mich ist es sehr wichtig, dabei zu sein. Die Tore kommen dann von selbst", betonte Klose .
Auch wenn diese bei Hoeness nicht die nötige Anerkennung finden werden.

