Bayern in Wiesn-Laune: Heimsieg und Startrekord
Aus der Allianz Arena berichtet Mathias Frohnapfel
München - Die Lederhosen sitzen perfekt:
Der FC Bayern hat am letzten Oktoberfestwochenende 1899 Hoffenheim mit 2:0 geschlagen und zugleich mit sieben Siegen in Serie den Startrekord in der Bundesliga eingestellt.
Nach den Toren von Franck Ribery (18., 47.) dürfte zudem den Stars des Rekordmeisters der Wiesnbesuch am Sonntag doppelt Freude machen.
Das Wadlzeigen und Masskrugstemmen können die Bayern nach einem makellosen Bundesligastart mit 21 Punkten und 21:2-Toren umso mehr geniessen, da sie nach der Champions-League-Pleite bei Bate Borissow sofort wieder die Kurve bekommen haben.
Auch die Misstöne zwischen Trainer Jupp Heynckes und Sportvorstand Matthias Sammer hatten keine offensichtlichen Auswirkungen.
Hoffenheim tritt indes auf der Stelle, konnte aber verhindern, wie beim 1:7 im März in der Münchner Arena absolut vorgeführt zu werden.
Schweinsteiger kehrt in Startelf zurück
Nach der 1:3-Niederlage bei Borissow gab Heynckes fast der gesamten FCB-Elf die Chance zur Rehabilitation. Lediglich Luiz Gustavo musste anders als in Minsk zusehen, für ihn startete Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger.
Im Hoffenheimer Tor stand Koen Casteels, der den angeschlagenen Stammkeeper Tim Wiese vertrat.
Zwar starteten die Münchner nicht ganz so rasant wie in den Heimspielen zuvor, doch die Roten waren bald feldüberlegen und kombinierten gefällig.
Ribery trifft zur Führung
Bis zur Führung durch Franck Ribery in der 18. Minute gab es allerdings keine echte Torchance.
Der Franzose nutzte so die erste Gelegenheit, als ihn Thomas Müller mit einem klugen Pass auf der linken Seite bediente.
1899-Verteidiger Andreas Beck war im Zweikampf mit Ribery nicht drahtig genug, um den Mittelfeldfilou zu stoppen und sein Keeper bekam den Ball prompt frech durch die Beine geschoben.
Martinez mit gutem Auge
Dabei hatte sich Ribery erst kurz vor der Partie fit gemeldet, wirbelte dann aber vor den 71.000 Zuschauern, als ob er vorher nie Schmerzen gehabt hätte.
Die Bayern spielten konzentriert, ohne sich zu verausgaben.
Toni Kroos vergab nach Zuspiel von Philipp Lahm das mögliche Tor zum 2:0 (28.), auch Ribery schloss zu ungenau ab (39.), nachdem Javier Martinez perfekt die Lücke geortet hatte.
Martinez zeigte überhaupt eine gute Partie, leitete mehr als einmal mit einer raschen Balleroberung Gegenangriffe der Münchner ein.
Müller verletzt sich
Allerdings musste Heynckes bereits nach 26. Minuten wechseln, Müller hatte sich bei einem Luftkampf verletzt. Eine genaue Diagnose steht noch aus.
Für den deutschen Nationalspieler kam Xherdan Shaqiri, der Schweizer demonstrierte auch gegen Hoffenheim, weshalb die Bayern für seine Dribbelfertigkeiten zwölf Millionen Euro an den FC Basel überwiesen haben.
Neuer zeigt gefährliche Showeinlage
Die Hoffenheimer vermochten im ersten Abschnitt kaum Gefahr heraufzubeschwören.
Jedoch hatte Bayern-Keeper Manuel Neuer Glück, als er ausserhalb seines Strafraums per Flugkopfball klärte und der Ball beinahe beim Gegner gelandet hätte.
Nach der Pause liessen die Bayern keinen Zweifel daran, sich das Oktoberfest nicht mehr verderben zu lassen. Lahm hatte bei einem schnellen Angriff Kroos gesehen, der den Ball zu verstolpern schien und dann doch auf den besser platzierten Ribery weiterleitete.
Und natürlich sagte der Franzose Merci und verwertete aus kurzer Distanz zum 2:0 (47.).
Bayern im Schongang
Die Bayern hatten jetzt richtig Spass an diesem sonnigen Herbsttag, besonders Ribery verdiente sich immer wieder Sprechchöre.
Natürlich schaltete der Tabellenführer angesichts der sicheren Führung ein wenig zurück, Chancen zum dritten Tor gab es aber sowohl für Shaqiri nach einem Fernschuss (58.) als auch Mario Mandzukic.
Der Kroate verfehlt nach Lahm-Flanke im Strafraum nur knapp den Ball (69.).
Hoffenheim blieb in der gesamten zweiten Hälfte blass und fügte sich in die Niederlage.



















