Grosse Risse im Bayern-Beton
Von Mathias Frohnapfel
München - Einige Wackelmomente gab es schon vorher: Etwa als Jerome Boateng in Bruder-Leichtfuss-Manier beinahe Schalke ein Tor auflegte oder Dante gegen Mainz ungeschickt einen Elfmeter verursachte.
Doch erst die 1:3-Blamage bei Bate Borissow legte die Schwächen in Bayerns Abwehr offen.
In manchen Situationen fehlte der vorher hochgelobten Viererkette mit dem Innenverteidiger-Duo Dante und Jerome Boateng schlicht die Konzentration, in anderen agierten die Aussenverteidiger Philip Lahm und Holger Badstuber mit zu wenig Biss.
Strafe für zu viel Lässigkeit
Und Bayerns Niederlage gegen den weissrussischen Aussenseiter war nicht allein ein unglücklicher Betriebsunfall, sondern an diesem Abend die Bestrafung für einen allzu lässigen Auftritt.
Vor dem vorentscheidenden Tor zum 2:0 durch Rodionov liessen die Münchner schon drei Grosschancen zu und müssen vor der nächsten Bundesliga-Aufgabe gegen Hoffenheim (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) genau ihre Fehler analysieren.
"Sie hatten mehr Leidenschaft als wir", gab Badstuber nach der Pleite in der Champions League offen zu .
Konter nerven Badstuber
"Wir wissen nicht, wie wir drei Tore gegen diese Mannschaft bekommen konnten. Dann wurden wir teilweise eiskalt ausgekontert, das kann nicht sein", schimpfte der Nationalspieler.
Auch wie das Team auf Ballverluste reagierte, nervte Badstuber.
"Da müssen wir zusammen kompakt zurücklaufen, das war nicht gut."
Offensive bekommt Kritik ab
Auch Torhüter Manuel Neuer erkannte Mängel bei Tempo und Spielverlagerung.
Die beiden Defensivspezialisten gaben somit einen Teil der Kritik an seine Vorderleute weiter, trotz des Defensivbollwerks aus Luiz Gustavo und Javier Martinez wirkte Bayerns Verteidigungswall arg bröselig.
Dabei schien bei den Roten seit Saisonbeginn wieder die Rezeptur für eine echte Betonabwehr aufgetaucht zu sein: In sechs Bundesliga-Spielen gab es bisher erst zwei Gegentreffer, vor allem Neuzugang Dante verlieh dem Abwehrzentrum zusätzliche Sicherheit.
Dante mit rabenschwarzen Abend
Das hat auch Karl-Heinz Rummenigge beobachtet, der den Brasilianer zu Wochenbeginn gegenüber SPORT1 explizit lobte.
Doch gerade Dante erwischte in Minsk einen gebrauchten Abend, mehrmals liess er sich ausspielen, war selbst eine Gefahrenquelle und nicht der gewünschte Sicherheitspol vor dem eigenen Tor .
Mit hängendem Kopf verliess Dante das Stadion in Weissrusslands Hauptstadt und wirkte auch bei der Ankunft in München am Donnerstag nicht wesentlich fröhlicher.
Philipp Lahm vermochte ebenfalls die Unordnung in der eigenen Viererkette nicht auflösen und stellte enttäuscht fest: "Das 1:0 darf nicht passieren."
SPORT1











