Drama um Puyol - Hype um Matchwinner van Persie
München - Während die Engländer sich über hart erkämpfte Erfolge freuten, erfüllte der FC Barcelona seine Aufgabe im Schonprogramm.
Zumindest überwiegend, denn über das 2:0 der Katalanen bei Benfica Lissabon konnte zu später Stunde niemand so wirklich lachen.
"Drei sehr teure Punkte", schrieb die Sportzeitung "AS" angesichts der Verletzung von Kapitän und Abwehrstütze Carles Puyol.
Der Innenverteidiger, der eine Ellbogen-Luxation erlitt, wird dem 21-maligen spanischen Meister voraussichtlich zwei Monate und damit auch im nächsten Ligaspiel am Sonntag gegen Real Madrid fehlen.
Ferguson schwärmt vom Siegtor
Beim hart erkämpften Sieg von Manchester United in Rumänien war Robin van Persie der der gefeierte Held.
Im Dracula-Land beim FC Cluj (2:1) entschied der millionenschwere Neuzugang mit seinem Doppelpack eine Zitterpartie.
"Das war vielleicht mein schönstes Tor im Trikot von Manchester", sagte van Persie.
Auch bei ManUnited-Teammanager Sir Alex Ferguson überwog die Begeisterung über den Treffer die Enttäuschung über die sehr durchwachsene Leistung seiner Mannschaft.
"Das zweite Tor, es war einfach fantastisch", äusserte der Schotte und schwärmte nach dem Erfolg beim rumänischen Meister vom Kabinettstückchen seines Stürmers.
Volleytor nach Rooney-Pass
Nachdem dieser mit einem missglückten Kopfball für die Red Devils mit der Schulter noch unter glücklichen Umständen ausgeglichen hatte, zeigte er kurz später mit einem Traumtor, warum ManUnited 30 Millionen Euro für den Transfer überwiesen hatte.
Aus vollem Lauf verwertete er ein nicht weniger glanzvolles Zuspiel seines kongenialen Sturmpartners Wayne Rooney und schob den Ball noch in der Luft spielerisch leicht mit dem Aussenrist am Torhüter vorbei.
Die englische Presse überschüttete den Matchwinner mit Lob.
Dank an Sturmpartner
"Vampir-Killer van Persie trifft im Dracula-Land das rumänische Herz gleich zweimal", titelte die "Sun", "van Persie lenkt von Horror-Show in der Defensive ab", schrieb der "Mirror".
Der Gepriesene selbst gab das Lob umgehend an die andere Hälfte des "dynamischen Duos" (Daily Mail) weiter.
"Alles startet mit einem guten Pass. Ein grosser Dank an Wayne", sagte der Matchwinner nach seinen Treffern 19 und 20 in der Königsklasse. Den letzten Doppelpack in der Königsklasse hatte er im vergangenen Jahr gegen den deutschen Double-Gewinner Borussia Dortmund geschnürt.
Lampard glaubt an Titelverteidigung
Ähnlich viel Mühe mit dem als "leichte Pflichtaufgabe" eingestuften dänischen Provinzklub FC Nordsjaelland hatte 2000 Kilometer nördlich von Cluj der FC Chelsea.
Lange bangten die Londoner um den Sieg, am Ende entschied die individuelle Klasse die Begegnung gegen die Underdogs. Chelsea landete noch einen 4:0-Erfolg.
"Das ist in der Tat sehr schwer, aber wir haben eine reelle und sehr gute Chance", antwortete Chelsea-Star Frank Lampard dennoch selbstbewusst auf die Frage, ob die Londoner als erster Verein den Titel in der Königsklasse erfolgreich verteidigen könnten. Allerdings hatten die Blues über weite Strecken viel Mühe.
Schleusen öffnen spät
Denn bis zur 79. Minute hatte Chelsea dank des Treffers von Welt- und Europameister Juan Mata nur hauchdünn in Führung gelegen.
"Erst danach öffneten die Schleusen", formulierte die "Sun" und hob auf die turbulente Schlussphase ab, in der die Londoner ihrer Favoritenrolle gerecht wurden.
Angesichts der für seinen Geschmack viel zu langen Zitterpartie drückte Teammanager Roberto Di Matteo fast zeitgleich zu Lampards Kampfansage deshalb energisch die Euphoriebremse.
"Schauen Sie, was Bayern München in Weissrussland passiert ist. In der Champions League muss man immer an die Grenze gehen, es gibt keine leichten Gegner mehr", sagte der Italiener.
SPORT1











