Heftiger Druck auf Real und Özil
München - Alle Hoffnungen, dass es etwas leichter würde, zerplatzten innerhalb von zwei Minuten.
Nach dem spektakulären Last-Minute-Sieg des FC Barcelona beim FC Sevilla ist der Druck auf Konkurrent Real Madrid noch grösser geworden (BERICHT: Barca dreht Spiel in Sevilla).
Elf Punkte ist der Tabellenführer dem Titelverteidiger im Moment enteilt. Eine Hypothek, die kaum abzubauen wäre in dieser so stark von seinen beiden Übermannschaften geprägten Primera Division .
Es herrscht also akuter Siegzwang im Duell mit Deportivo La Coruna : "Wir können es uns nicht leisten, noch mehr Punkte liegen zu lassen", weiss Trainer Jose Mourinho.
Erster Sieg-Hattrick ist Pflicht
Der "Special One" macht klar: "Wir müssen es zum ersten Mal in dieser Saison schaffen, drei Spiele hintereinander zu gewinnen."
Dabei stellt sich die Frage, ob der Coach seine deutschen Nationalspieler dabei mitanpacken lässt.
Mesut Özil kam bei den Siegen gegen Vallecano und in der Championsleague über Manchester City nur als Joker zum Einsatz.
Özil "muss sich verbessern"
Und Mourinho macht deutlich, dass der zuletzt formschwache Regisseur das persönlich nehmen muss.
"Özil ist immer noch ein sehr guter Spieler und ich mag ihn sehr", hielt er zwar fest: "Aber er muss sich verbessern und sein normales Niveau erreichen."
Reals Kader sei "sehr und wir haben sehr viel Qualität im Mittelfeld, mehr als in der vergangenen Saison. Özil muss sich seinen Platz verdienen."
Khedira winkt Startelf-Comeback
Dieselbe Ansage gilt auch für Teamkollege Sami Khedira, der in Vallecas ebenfalls nur eingewechselt wurde.
Gegen La Coruna winkt nun aber wieder ein Startelf-Einsatz, denn Konkurrent Michael Essien hatte beim 8:0-Sieg unter der Woche gegen Millonarios Bogota einen Schlag auf den Fuss bekommen und am Samstag nicht mit der Mannschaft trainiert.
In den Vordergrund spielte sich bei dem Spiel um die Santiago-Bernabeu-Trophäe ein fast schon Vergessener.
Kaka sammelt Pluspunkte
Der ehemalige Weltfussballer Kaka, der in dieser Saison noch kein Pflichtspiel bestritt, schoss ein Dreierpack - womit der Spielmacher Pluspunkte bei Mourinho sammelte.
"Kaka hat, wie der Rest des Teams, gut gespielt", lobte der Coach und stellte klar: "Wenn die Spieler Motivation und Einsatz zeigen, hat das zur Folge, dass der Trainer sie in den Kader für Pflichtspiele beruft."
Der Konkurrenzdruck auf Positionskollege Özil wird also noch einen Tick härter.
Barcelona stellt eigenen Startrekord ein
In Sevilla war Samstagnacht bis zur 89. Minute war die grosse Überraschung im Stadion Ramon Sanchez Pizjuan greifbar nahe. Doch als alles auf Barcas erste Saisonniederlage hindeutete, taten die Katalanen wieder das, was sie am besten können:
Weltfussballer Lionel Messi bereitete erst den Ausgleich durch Cesc Fabregas' zweiten Treffer vor, dann spielte der Ausnahmekönner auf engstem Raum Doppelpass mit David Villa, der zum 3:2 traf.
Sieg für Barca, das mit dem sechsten Erfolg im sechsten Ligaspiel den eigenen Startrekord einstellte.
Siegtorschütze Villa überglücklich
"Ich bin so glücklich, meinem Team so kurz vor Spielende noch den Sieg geschenkt zu haben", sagte Villa: "Erfolg ist zwar immer wichtig, aber wenn du ihn auf diese Weise herausspielst gegen einen so starken Gegner, der die meiste Zeit vorne liegt, bekommt das eine ganz besondere Bedeutung."
Denn lange Zeit hatte es nicht nach diesem glücklichen Ende für den 21-maligen spanischen Meister ausgesehen.
Nach Toren des ehemaligen deutschen Nationalspielers Piotr Trochowski und Alvaro Negredo lag die Mannschaft von Trainer Tito Vilanova im Spitzenspiel bereits mit 0:2 zurück.
"Barca entgeht dem sicheren K.o."
Doch dann demonstrierte Barcelona erneut, warum sie in den letzten vier Spielzeiten insgesamt 14 neue Pokale in ihre Trophäenschränke stellen durften.
"Barca entgeht dem sicheren K.o.", betitelte die Sportzeitung "AS" den Last-Minute-Erfolg.
Dass Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz mit einer umstrittenen Roten Karte für Sevillas Mittelfeldspieler Gary Medel in der Schlussphase den Sturmlauf der "Blaugranas" begünstigte, störte im Lager der Gäste niemanden.
"Wir haben nie aufgegeben und immer versucht, unser Spiel durchzuziehen. Der Platzverweis hat das Spiel sicher beeinflusst, doch daran haben wir schliesslich keine Schuld", sagte Barcas Sportdirektor Andoni Zubizarreta.
Clasico am kommenden Sonntag
Am nächsten Sonntag könnte der Abstand zwischen Barca und Real weiter anwachsen, wenn Barcelona die "Königlichen" aus Madrid zum Clasico empfängt.
In der derzeitigen Form der beiden Mannschaften deutet wenig auf einen erneuten Real-Sieg wie im Vorfeld der Saison im spanischen Supercup hin.











