Khedira und Özil auf dem Abstellgleis?
Von Matthias Becker
München - Am Dienstag war Sami Khedira dann doch wieder Hauptdarsteller.
Als Promi-Gast auf dem Münchner Oktoberfest lenkte sich der Mittelfeldspieler von Real Madrid von der Enttäuschung des Vorabends ab, als er beim 2:0-Sieg seines Klubs bei Rayo Vallecano nicht in der Startelf gestanden hatte.
An der Seite seiner Verlobten Lena Gercke machte Khedira in Lederhosen eine gute Figur, wenngleich die blauen Sneakers den Fachjournalisten negativ auffielen.
Der frühere Stuttgarter wurde aber weitgehend in Ruhe gelassen, die Bekleidung seiner Begleiterin bot dann doch die spektakuläreren Einblicke für die Fotografen.
Harte Kritik an Khedira
Auch in Spanien wurden die Bilder des Glamour-Paares dankbar aufgenommen und in den Sportzeitungen hergezeigt.
Khedira wäre es aber sicherlich lieber, wenn er bald wieder im blütenweissen Trikot des Meisters abgedruckt würde.
Denn nach dem ersten Auswärtssieg des Teams von Trainer Jose Mourinho stellt sich die Frage, wie es für den Nationalspieler bei Real weitergeht.
"Seine Präsenz ist unwichtig", schrieb die "Marca" über Khedira.
Derzeit wird Neuzugang Michael Essien, der zu Coach Mourinho schon beim FC Chelsea eine enge Beziehung pflegte, als neuer Darling hochgelobt.
Essien als Gefahr?
Der Ghanaer, auch erst 29 Jahre alt, könnte Khediras bislang sicheren Stammplatz an der Seite von Xabi Alonso im defensiven Mittelfeld nachhaltig in Gefahr bringen.
Und bei Ex-Klub Chelsea war der einstige Weltklassespieler lange unantastbar, ehe ihn seit 2008 gleich drei schwere Knieverletzungen aus der Bahn warfen.
Mourinho, der den Mittefeldspieler einst zu den Blues holte und von ihm "Daddy" genannt wird, hofft offenbar auf Essiens Rückkehr zu alter Stärke.
Dann aber wäre der Platz neben Xabi Alonso vergeben.
Doch nicht nur der Stern Khediras droht in Madrid zu sinken. In Vallecas leistete ihm Mesut Özil auf der Bank Gesellschaft.
Özil-Gerüchte aufgewärmt
Der Techniker hatte zum zweiten Mal in Folge gegen Neuzugang Luka Modric das Nachsehen und muss sich mit bösen Spekulationen auseinandersetzen.
Denn während Khediras Wiesn-Ausflug keinen negativen Nachhall hatte, wird in den spanischen Medien wieder über die angeblich unpassende Abendgestaltung Özils gesprochen.
In der TV-Sendung "Futboleros" wurde ausgiebig darüber diskutiert, dass auch Özil gemeint gewesen sei, als Mourinho kürzlich beklagte, bei einigen Spielern geniesse der Fussball nicht oberste Priorität.
Schon im Dezember 2011 habe Real nächtliche Ausflüge Özils untersuchen lassen, breitete die in Barcelona erscheinende Sportzeitung "El Mundo Deportivo" genüsslich aus.
Unterstützung von den Fans
Damals habe Mourinho Özil nicht aus der Mannschaft genommen - auch weil eine Alternative wie Modric gefehlt habe.
Allerdings kann sich der Ex-Bremer auch über mediale Unterstützung freuen.
"Modric nimmt ihm den Stammplatz weg, aber er hat mehr als genug drauf, um die Situation wieder zu drehen", schreibt die "Marca".
In einer Umfrage des Konkurrenzblattes "As" stellten sich die Real-Fans hinter Özil.
Auf die Frage, ob der Deutsche oder Modric in der Startelf spielen sollen, entfielen 66 Prozent der 70.000 Stimmen auf Özil.
Millonarios zu Gast
Die Anhänger haben Özils Anteil am Titelgewinn der Vorsaison nicht vergessen, als der Nationalspieler vier Tore selbst erzielte und 17 vorbereitete.
Aus dieser Zeit weiss der 23-Jährige auch, wie schnell sich der Wind in Madrid wieder drehen kann.
Schon damals wurde Özil nach schwächeren Spielen scharf kritisiert, musste sich aber nie langfristig mit der Rolle als Reservist begnügen.
Die nächste Chance auf einen Einsatz gibt es schon am Mittwoch. Dann erwartet Real zur Trofeo Bernabeu Kolumbiens Edel-Klub Millonarios FC.
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