Xavi erlöst Barca - Mourinho träumt von England
Von Christoph Lother
München - Welt- und Europameister Xavi hat dem FC Barcelona die weisse Weste in der Primera Division gerettet.
Der Mittelfeldregisseur leitete mit seinem Treffer in der 87. Minute den 2:0 (0:0)-Sieg gegen den Abstiegskandidaten FC Granada ein und bescherte Barca den fünften Sieg im fünften Saisonspiel. Borja Gomez traf in der Nachspielzeit (90.+2) zudem ins eigene Netz.
Barcelona dominierte die Partie im Camp Nou wie gewohnt mit viel Ballbesitz und erspielte sich zahlreiche Chancen, liess aber vor dem Tor die Kaltschnäuzigkeit der letzten Wochen vermissen.
Nationalstürmer David Villa stand nach fast einem Jahr zum ersten Mal wieder in der Startformation, blieb aber ebenso erfolglos wie Weltfussballer Lionel Messi, der bereits sechs Saisontore auf dem Konto hat.
Real mit neuen Sorgen nach Vallecas
Unterdessen will Real Madrid nach dem erfolgreichen Start in die Gruppenphase der Championsleague auch auf nationaler Bühne endlich wieder für Furore sorgen.
Sechs Tage nach dem hart erkämpften 3:2-Erfolg über Manchester City sind die "Königlichen" im Madrider Stadtderby zu Gast bei Rayo Vallecano.
Doch statt frischen Selbstvertrauens zog der Sieg über den englischen Meister unter der Woche vor allem eine gehörige Portion Unruhe nach sich.
So sorgten weniger die ersten drei Punkte der Madrilenen in der neuen Saison der Königsklasse für Schlagzeilen als die Degradierung von Nationalspieler Sergio Ramos.
Mourinho weiss nichts von Konflikt
Von einem angeblichen Konflikt mit Ramos, der sich gegen City überraschend auf der Reservebank wiedergefunden hatte, will Trainer Jose Mourinho aber nichts wissen.
"Was für ein Konflikt? Ich weiss nicht, wovon sie reden. Es gibt keine Unstimmigkeiten in unserer Umkleidekabine", spielte der Real-Coach die Nachfrage eines Journalisten auf der Pressekonferenz herunter.
Stattdessen echauffierte sich Mourinho darüber, dass die Leistung von Raphael Varane, der gegen Manchester gemeinsam mit Pepe die Madrider Innenverteidigung gebildet hatte, nicht ausreichend gewürdigt worden sei:
"Vor einer Woche wurde über Varanes Frust darüber, dass er nicht spielt, berichtet. Und jetzt, wo er eine gute Partie gemacht hat, spricht niemand darüber", so der Coach.
Grosses Lob für Varane und Pepe
Ob Ramos auch gegen Vallecano den Bankdrücker geben muss, wollte Mourinho zwar nicht verraten: "Die Spieler wissen es noch nicht und wenn die es nicht wissen, kann ich es auch der Presse nicht erzählen."
Zugleich redete er den 19-jährigen Varane aber stark: "Sowohl Pepe, als auch Varane waren fantastisch. Sie waren schnell, haben einen leichten Ball gespielt und waren sehr fokussiert", lobte Mourinho seine Defensivspezialisten für ihren Auftritt am Dienstag.
Und ergänzte: "Ich war mit der Mannschaft, die gegen Manchester gespielt hat, sehr zufrieden, und mit den Trainingseinheiten bis heute auch."
Gut möglich also, dass Varane und Pepe auch gegen den aktuellen Tabellenvierten der Primera Division von Beginn an auflaufen, schliesslich hätten "sie an keinem der beiden Gegentore irgendeine Schuld" gehabt.
Mourinho erwartet "grossen Kampf"
Fakt ist, dass sich die Königlichen angesichts gerade mal vier Zählern aus den ersten vier Ligaspielen der Saison nicht schon wieder einen Ausrutscher im Fernduell mit Barca erlauben sollten.
Zumal sie sich gegen Rayo schon in der vergangenen Saison äusserst schwer getan und beim Auswärtsspiel im Madrider Stadtviertel Vallecas nur einen knappen 1:0-Erfolg errungen hatten.
"Es war sehr schwierig letztes Jahr, aber wir haben gewonnen", erinnert sich Mourinho und warnt: "Ich erwarte kein einfaches Spiel. Wir wissen, dass Vallecano einen grossen Kampf liefern wird."
Portugiese denkt an England
Umso überraschender ist es, dass der Portugiese trotz des ohnehin schon enormen Drucks, der derzeit auf dem Titelverteidiger lastet, offen über seinen Abschied spricht:
"Ich kann den Gedanken nicht abstreiten: Nach Real Madrid kommt England", erklärte der 49-Jährige gegenüber "Sky Sports". Wann das der Fall sein wird, liess Mourinho zwar offen.
Reichlich Raum für Spekulationen lässt die Aussage des einstigen Meistermachers vom FC Chelsea, der in Madrid noch einen Vertrag bis Juni 2016 besitzt, aber dennoch.
Auch Valencia mit Problemen
Ähnlich angespannt ist die Situation beim FC Valencia vor der Auswärtspartie gegen RCD Mallorca.
Auch die dritte Kraft Spaniens der vergangenen Jahre hinter Real und Barca kommt in der laufenden Saison nicht richtig in Tritt.
Und anders als Real kassierten die Schützlinge von Trainer Mauricio Pellegrino nach lediglich fünf Punkten aus den ersten vier Spieltagen der Primera Division mit dem 1:2 beim FC Bayern auch zum Auftakt der Champions League eine Niederlage, präsentierten sich dabei über weite Strecken in einer erschreckend schwachen Verfassung.
SPORT1

