2001-Fehlschütze Pellegrino: Keine Angst vor Bayern
Von Andreas Kloo
München - Selbst wenn es nur ein Vorrundenspiel ist:
Elfmeterschiessen wird Valencias Trainer Mauricio Pellegrino sein Team wohl dennoch vor dem Gastspiel beim FC Bayern München üben lassen.
Denn diese Lehre hat er aus einem denkwürdigen Duell mit den Münchnern gezogen.
An Kahn gescheitert
Mailand, 23. Mai 2001. Im Champions-League-Finale zwischen Bayern und Valencia steht es im Elfmeterschiessen 5:4 für die Münchner.
Abwehrspieler Pellegrino tritt als siebter Schütze der Spanier an.
Doch der Schuss ist nicht platziert genug. "Titan" Oliver Kahn pariert den Ball und stürmt danach jubelnd aus dem Tor.
Die Bayern sind damit Champions-League-Sieger, Valencia verliert zum zweiten Mal in Folge das Endspiel.
Kein Gedanke an 2001
Für Pellegrino ist es der bitterste Moment seiner Karriere.
Von Rachegelüsten will der Argentinier beim Wiedersehen mit den Bayern dennoch nichts wissen.
"Dies ist die Saison 2012/2013, wir denken nicht mehr an 2001", stellt er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel klar.
Grösster Abend des Klubs
Ohnehin verbindet Pellegrino nicht nur Negatives mit der Nacht von Mailand:
"Weil ich bei einem der grössten Abende des FC Valencia dabei war", verrät er im "kicker".
Noch nie sei der Klub so nah dran am Titelgewinn gewesen.
Primärziel Achtelfinale
Ob Pellegrinos Team auch diesmal wieder dem Pott so nahe kommt, daran mag der 40-Jährige noch nicht denken.
"Erst wenn wir die Gruppe überstehen, können wir nach vorne blicken."
Um dieses Ziel zu erreichen, wäre ein Punktgewinn in der Allianz Arena schon viel wert.
Holpriger Start und Verletzte
Doch die Ausgangslage der Gäste ist nicht gerade ideal.
Mit fünf Punkten aus vier Spielen legte Valencia einen holprigen Start in die Primera Division hin, musste allerdings auch schon gegen den FC Barcelona und Real Madrid antreten.
Beim 2:1-Heimsieg gegen Celta Vigo am vergangenen Wochenende tat sich Pellegrinos Team sehr schwer.
Hinzu kommen Personalprobleme. Mit Fernando Gago und David Albelda fehlen gleich zwei Spieler aus der Schaltzentrale im Mittelfeld.
Pessimismus bei den Experten
Die spanischen Experten und Journalisten blicken deshalb wenig optimistisch auf das Duell mit den Bayern.
Fragt man sie nach ihrer Einschätzung zum FCB, sprechen Sie von einem übermächtigen Gegner, der viel mehr Qualität habe.
Genau diese Haltung schmeckt Pellegrino gar nicht: "Der grösste Fehler wäre es, zu viel Respekt zu haben", warnt er.
"Wir müssen es schaffen, unser Spiel durchzuziehen", gibt er als Marschroute aus.
Torgarant Soldado
Kompakt stehen und vorne eine der wenigen Chancen nutzen, das soll die Taktik der spanischen Gäste sein.
Die Hoffnungen im Angriff ruhen dabei auf Roberto Soldado, dem in den letzten beiden Spielzeiten 35 Liga-Tore gelangen.
Martinez warnt
Bayerns spanischer Neuzugang Javi Martinez kennt Valencia aus der Primera Division und schickt eine Warnung an seine Mitspieler beim FCB.
Valencia werde den Bayern "sicherlich einiges abverlangen, das ist eine grosse Mannschaft".
Pellegrino gibt das Kompliment am Martinez zurück: "Bayern hat einen sehr starken spanischen Spieler verpflichtet."
Er fügt aber auch hinzu: "Wir spielen nicht nur gegen einen Spieler, sondern gegen ein ganzes starkes Team."
Das klingt doch wieder nach viel Respekt.
SPORT1











