Hoffenheim am Boden: Babbel-Nachfolger im Anflug
Von Christian Paschwitz und Reinhard Franke
München - Es sind schmerzliche Tage für Peter Hofmann.
Der Präsident von 1899 Hoffenheim leidet nicht nur mit seinem Verein, der nach dem 3:5-Debakel beim SC Freiburg weiter im freien Fall befindet, nein, er hat auch ganz persönliche Qualen zu erleiden.
Als SPORT1 Hoffmann am Montag erreicht, sitzt dieser gerade beim Zahnarzt und wartet auf die Betäubung. Den sportlichen Schlag ins Gesicht gab es tags zuvor beim 3:5 in Freiburg.
Drei Spiele, null Punkte
Drei Spiele, drei Niederlagen, null Punkte, 4:11-Tore, dazu kommt noch das Pokal-Aus beim Fünftligisten Berliner AK .
Die Kraichgauer sind Schlusslicht und Schiessbude der Liga. Kein Wunder, dass auch die Stimmung im Keller ist.
Auch die Position von Markus Babbel wird nun immer schwächer. Natürlich kennt der Trainer die Gesetzmässigkeiten der Branche. Seinen Job könnte Babbel bald schon los sein - zumindest den als Manager.
Der Trainer hat die Klubbosse darum gebeten, ihn von der Doppelfunktion zu entbinden: "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen bitte jemanden suchen", so Babbel.
Müller oder Nerlinger im Anflug?
Dieser jemand ist womöglich bereits gefunden:
Nach Informationen des "kicker" wird der krisengeschüttelte Verein schon in dieser Woche einen neuen Manager verpflichten Vollzug vermelden - und dann womöglich Andreas Müller oder Christian Nerlinger benennen.
Der frühere Schalke-Manager gilt dabei als heissester Kandidat, dem jüngst beim FC Bayern als Sportdirektor entlassenen Nerlinger werden aber auch gute Chancen eingeräumt.
"Ich werde das nicht kommentieren, kann es aber auch nicht dementieren", sagte Hofmann zu SPORT1. Er bestätigte aber damit indirekt die Suche nach einem neuen Sportdirektor als Entlastung für Babbel.
Indirekter Draht zu Hopp
Müller war zuletzt zwar nur noch in der Spielerberatung tätig, arbeitete davor aber zwischen 2006 bis 2009 bei Schalke als Macher hinter den Kulissen.
In Hoffenheim auf den Manager-Posten spülen könnte den 49-jährigen gebürtigen Stuttgarter womöglich seine private Verbundenheit mit Berater Roger Wittman.
Der wiederum gilt als enger Vertrauter von 1899-Mäzen Dietmar Hopp.
Nerlinger wäre Babbel näher
Was indes für Nerlinger spräche, wäre dessen gemeinsame Profi-Vergangenheit mit Babbel beim FC Bayern.
Beide holten beim deutschen Rekordmeister mehrfach die Schale, schätzen sich auch sonst.
Es liegt auf der Hand, dass ein Hoffenheimer Manager namens Nerlinger auch den wankenden Babbel eher stärken würde.
Aktuell darf der Coach noch Hopp beim Wort nehmen, der ihm dieser Tage eine Job-Garantie aussprach ("Wir werden ruhig bleiben").
Job-Garantie für Babbel - noch
Der Fehlstart in der Liga und das blamable Pokal-Aus lässt Babbels Zukunft dennoch unruhig erscheinen.
Beim 3:5 in Freiburg zeigte sich das Team einmal mehr in der Defensive völlig konfus, nicht zuletzt wegen zweier gravierender Fehler von Tim Wiese.
Dass der ehemalige Nationaltorhüter gleich bei zwei Ecken patzte und auch sonst wenig funktionierte in Defensiv-Zuordnung sowie Spielaufbau, trieb Babbel aber nur bedingt um.
Zweckoptimismus beim Trainer
"Wenn wir chancenlos aufgetreten wären, hätte ich jetzt ein Problem", meinte Babbel und verwies darauf, immerhin zweimal einen Rückstand egalisiert zu haben.
Am Sonntag gegen Hannover dürfte er dennoch auf der Bank sitzen. Den vierten Trainerwechsel in 21 Monaten will sich die TSG nicht erlauben, auch mit Blick auf die Aussendarstellung des Vereins wäre eine erneute Neubesetzung des Trainerpostens eine Katastrophe.



















