Trotz Pleite: Van der Vaart haucht HSV Leben ein
Von Benjamin Bauer und Christian Stüwe
München/Frankfurt - Hoffnungsträger Rafael van der Vaart sank enttäuscht in die Knie und schüttelte immer wieder den Kopf.
Doch nur wenige Minuten nach der bitteren 2:3 (1:2)-Niederlage des Hamburger SV bei Eintracht Frankfurt blickte der niederländische Nationalspieler optimistisch in die Zukunft.
"Wir hatten in den ersten 20 Minuten Angst und haben uns nicht getraut, gut Fussball zu spielen", sagte er bei LIGA total!, fand aber auch Positives: "Gut ist, dass wir uns mit zehn Mann zurückgekämpft haben. In dieser Situation müssen wir damit zufrieden sein. Aber wir müssen noch viel arbeiten, das ist klar."
Auch Mannschaftskollege Marcell Jansen sah den Knackpunkt der Partie zu Beginn: "Wir wussten, dass wir die Anfangsphase überstehen mussten", sagte der Linksfuss zu SPORT1.
Schwache Zahlen für den HSV
Die Gegenwart der Hanseaten sieht zahlenmässig trist aus. Drei Spiele, drei Niederlagen, 2:6 Tore, Tabellenplatz 17 - auch van der Vaart hat den freien Fall nicht gestoppt.
Allerdings ist mit dem Niederländer frischer Wind bei den Rothosen reingekommen. Mit 74 Balkontakten markierte der 29-Jährige bei den Hamburgern den Bestwert, legte zudem stolze 12,6 Kilometer zurück.
Auch mit 53 Pässen im gesamten Spiel lag er teamintern ganz vorn und sorgte auch mit seiner Körpersprache dafür, dass sich die Hanseaten trotz des Rückstands nicht unterkriegen liessen und kämpften.
Von Trainer Fink gab es nach dem Spiel bei LIGA total! ein Lob: "Er war an allen gefährlichen Szenen beteiligt, hat sie eingeleitet und Standards geschlagen. Er hatte einen positiven Einstand, darauf müssen wir aufbauen, aber wir müssen jetzt natürlich punkten."
Umstrittener Platzverweis gegen Jiracek
In Frankfurt gab es für die Hanseaten keine Punkte, weil sie schon nach 18 Minuten und einigen haarsträubenden Fehlern mit 0:2 in Rückstand lagen. Über aussen hatten Jeffrey Bruma, Michael Mancienne und Heung-Min Son mit den quirligen Sebastian Jung und Sebastian Rode enorme Probleme.
Fink reagierte früh und nahm Mancienne in der 33. Minute für Dennis Diekmeier vom Feld.
Anschliessend steigerte sich der HSV, auch die umstrittene Rote Karte gegen Petr Jiracek kurz vor der Pause wegen angeblichem groben Foulspiels konnte die Moral der Hamburger nicht ersticken.
Fink auf die Tribüne verbannt
Und das, obwohl Trainer Fink die zweite Hälfte nur von der Tribüne verfolgen durfte.
"Ich habe zum Schiedsrichter gesagt, dass wir mit ihm noch kein Spiel gewonnen haben. Er sagte, dass sei eine Unterstellung und hat mich deshalb auf die Tribüne geschickt", kommentierte Fink die Entscheidung von Schiedrichter Wolfgang Stark.
Auf dem Ledersessel der ersten Sitzreihe im Frankfurter Stadion musste Fink dann verzweifelt mit ansehen, wie seine Spieler beste Chancen zum Ausgleich ausliessen.
Diekmeier verpasst Ausgleichschance
Der eingewechselte Diekmeier hatte die grösste Gelegenheit, als er in der 74. Minute allein auf Frankfurts Torhüter Kevin Trapp zu lief, am früheren Kaiserslauterer aber scheiterte.
Zuvor hatten schon Artjoms Rudnevs, Son und van der Vaart per Freistoss im herausragenden Trapp ihren Meister gefunden.
"Wir haben das Spiel verloren, weil wir in den ersten 20 Minuten gepennt haben. Wir haben danach ein sehr gutes Spiel gemacht und sind drei Mal alleine auf den Torwart zugelaufen", lobte Fink einerseits, kritsierte aber auch:
"Die Chancen müssen wir nutzen, sonst können wir das Spiel nicht gewinnen. Aber es war zumindest mal ein guter Ansatz, leider mit dem schlechteren Ende für uns."
Matchwinner Trapp stapelt tief
Frankfurts Erfolgsgarant Trapp spielte die Tatsache, dass Aufsteiger Eintracht als einzige Mannschaft ausser Tabellenführer Bayern München neun Punkte auf dem Konto hat, herunter.
"Wir müssen ruhig bleiben. Dass wir drei Spiele gewinnen, damit hat nicht jeder gerechnet. Aber man hat schon in der Vorbereitung gesehen, dass wir eine richtig gute Truppe haben", sagte Trapp bei LIGA total!.
Eine Extra-Lieferung Kaltgetränke liessen sich die Frankfurter auf den gelungenen Saisonstart aber jedenfalls schon mal in die Kabine bringen.
SPORT1



















