''Draxby'' brilliert: Schalke für Königsklasse gerüstet
Fürth - Horst Heldt war völlig entspannt und lächelte.
Zwar gab es hier und da ein wenig Kritik, aber insgesamt durfte Schalkes Sportdirektor zufrieden registrieren, dass die Königsblauen gerüstet sind.
Gerüstet für den Auftritt in der Championsleague bei Olympiakos Piräus, gerüstet nach einem phasenweise überzeugenden 2:0 (0:0) beim Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth.
"Das war ein kleiner Vorgeschmack auf Dienstag. Wir haben verdient gewonnen, hätten es uns aber leichter machen können", sagte Heldt.
Defensive steht
Der 42-Jährige durfte sich freuen über das freche und flinke Duo Lewis Holtby/Julian Draxler. Beide erzielten ein Tor. "Das war Draxby", sagte Holtby bei LIGA total!
Heldt durfte auch zufrieden damit sein, dass die Defensive der Schalker einen über weite Strecken sattelfesten Eindruck machte.
Und nicht zuletzt durfte Heldt mit Genuss feststellen, dass S04 von Beginn an in der Bundesliga-Spitze mitmischt, in Reichweite des Rekordmeisters und Tabellenführers Bayern München, der am nächsten Spieltag nach Schalke muss .
Huntelaar versiebt Chancen
Was Heldt störte - und das liess sich nach einem recht ungefährdeten Dreier ohne Ärger konstatieren -, waren die doch zahlreichen ausgelassenen Möglichkeiten.
Da tat sich ausgerechnet der sonst so treffsichere Klaas-Jan Huntelaar besonders hervor .
Letztlich fand Heldt, die Chancen müssten "konsequenter" genutzt werden, in Piräus "werden es vielleicht nicht so viele".
Trainer Huub Stevens war da bei ihm. "Wir hätten das früher nach Hause bringen müssen", sagte der Niederländer.
Nach Draxlers Hammer in der 48. Minute hatte es bis zur 88. Minute gedauert, ehe die Gegenwehr der tapferen Fürther nach Holtbys Tor erlahmte.
Farfan kommt von der Bank
Dennoch können die Schalker mit Zuversicht in die Königsklasse starten.
Nach der Verpflichtung des Offensivstars Ibrahim Afellay, der bei seinem Startelfdebüt laut Heldt "angedeutet hat, wozu er fähig ist", hat der Kader auch genügend Tiefe, um international zu bestehen.
Einen Jefferson Farfan oder einen Tranquillo Barnetta von der Bank bringen zu können, ist Luxus. "Wenn man sieht, dass Farfan auf der Bank sitzt, muss man sagen: Wir haben einfach einen guten Kader", sagte Holtby.
Affelay bringt Spass
Und in puncto Kombinationsfluss ist bei den Knappen ohnehin noch eine Steigerung zu erwarten, gerade wenn sich Afellay erst einmal richtig akklimatisiert hat.
Aus "Draxby" wird dann vielleicht "Draxbylay". "Man sieht, dass er von Barcelona kommt. Der spielt eine richtig ruhige Murmel. Es macht Spass mit ihm", sagte Holtby über den niederländischen Nationalspieler.
Fürth fehlt der Glaube
Auf Fürther Seite war ein gewisser Ärger über die zweite Heimniederlage zu verspüren - auch wenn nach dem FC Bayern erneut ein grosser Brocken im Weg stand.
Das Rendezvous mit der alten Liebe endete für die Schalker Legenden Mike Büskens und Gerald Asamoah mit Herzschmerz. "Der Glaube, Grössere zu schlagen, fehlt uns noch. Wir müssen lernen, dass jeder kleine Fehler ausgenutzt wird", sagte Asamoah bei LIGA total!, der wie Büskens auch vom Schalker Anhang bejubelt worden war.
Büskens sieht Verbesserungsbedarf
Ähnlich analysierte auch der Fürther Trainer die Niederlage. "Es ist klar, dass es Phasen gibt, wo man Lehrgeld bezahlt", sagte Büskens und folgerte: "Wir müssen gewisse Dinge so schnell wie möglich ändern."
Denn Gegner wie Schalke sind nicht zu besiegen und der Klassenerhalt ist schwer zu erreichen, wenn "kein Zugriff" da ist oder im Sechzehner "zu viele Kontakte" benötigt werden.
Da hilft dann auch die "wahnsinnige Leidenschaft" nicht, die Büskens gesehen hatte.
SPORT1



















