UEFA geht Schulden-Klubs an den Kragen
München - Das dürfte vor allem für den FC Bayern und Karl-Heinz Rummenigge eine Genugtuung sein:
Die Europäische Fussball-Union (UEFA) hat eine erste Massnahme im Rahmen des Financial Fairplays gestartet.
Danach behält der Verband bis auf Weiteres die Spielprämien für 23 Vereine ein, die an den UEFA-Klubwettbewerben 2012/13 teilnehmen.
Unter den betroffenen Klubs finden sich klangvolle Namen wie Fenerbahce Istanbul, Rubin Kasan, Sporting Lissabon und Europa-League-Sieger Atletico Madrid, die im vergangenen Jahr 47 Millionen Euro für Stürmer Falcao ausgegeben hatten.
Beträchtliche Verbindlichkeiten
Die Untersuchungskammer der UEFA-Finanzkontrollkammer für Klubs (FKKK) stellte auf ihrer jüngsten Sitzung im August fest, dass in 23 Fällen überfällige Verbindlichkeiten gegenüber anderen Klubs und/oder Arbeitnehmern und/oder Sozialversicherungsinstitutionen beziehungsweise Steuerbehörden in beträchtlicher Höhe bestanden.
Konkrete Zahlen wurden nicht genannt - die Vereine haben nun bis zum 30. September Zeit, die Versäumnisse zu begleichen.
Und weiter: Das Geld wird so lange einbehalten, bis alle Schulden beglichen sind oder die rechtsprechende Kammer der FKKK eine endgültige Entscheidung getroffen hat.
Financial Fair Play wird konkret
Die FKKK unter Vorsitz des früheren belgischen Premierministers Jean-Luc Dehaene erwartet von den betroffenen Klubs bis zum 30. September zudem einen ausführlichen Bericht über die ausstehenden Zahlungen.
Die vorsorglichen Massnahmen bleiben in Kraft, bis alle Verbindlichkeiten beglichen seien, hiess es vonseiten der UEFA.
Die UEFA hat sich mit dem Financial Fairplay zum Ziel gesetzt, dass die Vereine nicht mehr über ihre Verhältnisse leben dürfen. Die Bilanzen werden erstmals im Jahr 2013 geprüft.
Platinis Drohungen greifen
Zuletzt hatte UEFA-Präsident Michel Platini angekündigt, dass erste Verstosse schon früher geahndet würden.
"Wer sich nicht an die Regeln hält, wird Schwierigkeiten bekommen", erklärte der Franzose bei einem Treffen der Media-Task-Force der UEFA in Monte Carlo.
Mit der Saison 2014/15 droht Vereinen, die gegen das Financial Fairplay (FFP) verstossen, im schlimmsten Fall sogar der Ausschluss aus dem Europacup. In einer Testphase werden die Finanz-Aktivitäten bereits jetzt kontrolliert.
Rummenigge dürfte jubeln
"Wir begrüssen es ausdrücklich, dass UEFA-Präsident Michel Platini die Vereine ausdrücklich auffordert, die Regularien des Financial Fairplay seriös umzusetzen", hatte Karl-Heinz Rummenigge gelobt.
Dass es nun tatsächlich so kommt, dürfte Bayerns Vorstandsboss, der auch Präsident der European Club Association (ECA) ist, freuen.
Fenerbahce, Sporting und Atletico betroffen:
Die 23 betroffenen Klubs im Überblick:
Bosnien-Herzegowina: Borac Banja Luka, FK Sarajevo, FK ZeljeznicarBulgarien: ZSKA SofiaIsrael: Maccabi NetanyaKroatien: Hajduk Split, NK OsijekMalta: FC FlorianaMazedonien: KF ShkendijaMontenegro: Buducnost Podgorica, Rudar PjevljaPolen: Ruch ChorzowPortugal: Sporting LissabonRumänien: Dinamo Bukarest, Rapid Bukarest, FC VasluiRussland: Rubin KasanSerbien: Partizan Belgrad, FK VojvodinaSpanien: Atletico Madrid, FC MalagaTürkei: Eskisehirspor, Fenerbahce Istanbul
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