Hannovers Ballermänner: variabel und treffsicher
Von Thorsten Mesch und Barnabas Szöcs
Hannover/München - Vier Tore in der Bundesliga in Wolfsburg, zehn in der Europa-League-Qualifikation gegen Breslau, fünf gegen St. Patrick, sechs im DFBPokal in Nöttingen: Hannover 96 ist blendend aus den Startlöchern gekommen.
In der Bundesliga stehen die Niedersachsen nach zwei Spielen auf Platz drei, in der Europa League haben sie die Gruppenphase, im Pokal die zweite Runde erreicht.
"Mit dem Saisonauftakt können wir sehr zufrieden sein", sagt Jan Schlaudraff zu SPORT1.
"Gegen eine sehr gute Schalker Mannschaft haben wir - nicht unverdient - einen Punkt geholt (2:2, Anm. d. R.), und gegen Wolfsburg haben wir hochverdient gewonnen."
Vor allem vor dem gegnerischen Kasten läuft es bei 96 wie geschmiert, dafür sind die bisher 27 Tore in sieben Pflichtspielen ein klarer Beleg.
Schlaudraff hat bisher drei Tore auf seinem Konto, Artur Sobiech sogar vier, Leon Andreasen führt die vereinsinterne Torschützenliste mit fünf Treffern an.
Variable Offensive
Mo Abdellaoue und Didier Ya Konan trafen je einmal, insgesamt verteilen sich die 27 Tore auf 15 Schützen.
"Wir haben - mich eingeschlossen - fünf richtig gute Stürmer", meint Schlaudraff. "Zudem sind wir viel variabler geworden, alle sind torgefährlich - ob aus dem Zentrum, über die Flügel oder vor dem Tor."
Szabolcs Huszti, ebenfalls mit zwei Treffern im Rennen, zeigte beim 4:0 in Wolfsburg seine enormen Qualitäten als Vorbereiter: Der Ungar legte alle vier Tore auf.
Ein Kunststück, das vor ihm erst sieben Spielern in der Bundesliga gelungen war.
Andreasen Sensations-Comeback
Einer Sensation gleich kommt das Comeback von Husztis Mittelfeldkollege Andreasen, der beim VfL ein Tor erzielte.
Der Däne, der nach zweijähriger Verletzungspause zurückgekehrt war, wurde sogar von Nationaltrainer Morten Olsen für das WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien berufen.
Neben Huszti und Andreasen glänzte in Wolfsburg Artur Sobiech mit zwei Treffern.
"So etwas kann befreien. Ich hoffe, meine Chance kommt jetzt", sagt der Pole.
Die Konkurrenz ist gross: Hinter Schlaudraff kämpfen Sobiech, Ya Konan und Abdellaoue um einen Platz im Sturm.
Zudem steht der in der vergangenen Saison von Manchester United verpflichtete Mame Diouf vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining.
Fussballtennis und Boxtraining
Am Mittwoch spielte Diouf mit seinen Teamkollegen Fussballtennis, am Donnerstag stand Boxtraining auf dem Programm. Schmerzen nach seiner Fuss-OP hat er nicht mehr, aber bis zu seiner Rückkehr wird es wohl noch ein paar Wochen dauern.
Doch Trainer Mirko Slomka hat noch mehr Asse im Ärmel.
Im Testspiel gegen Oberligist Celle (8:2) glänzte Deniz Kadah mit einem Dreierpack, am Mittwoch liess Slomka den ehemaligen Düsseldorfer mit den Profis trainieren.
"Die Jungs haben mich super aufgenommen", erklärte der 26-Jährige der "Neuen Presse".
Vor drei Jahren köpfte Kadah die Fortuna noch in die Zweite Liga, heute träumt er vom Sprung auf die grosse Bühne.
"Natürlich ist das mein Ziel, aber ich mache mir keinen Druck", bleibt er gelassen.
Schlaudraff lobt die Einstellung
Die richtige Einstellung, wie Schlaudraff findet. "Mit einer Beurteilung muss man vorsichtig sein. Erst wenn er gegen grosse Teams spielt - nicht nur Testspiele gegen kleinere Mannschaften - sollte man seine Leistungen bewerten", sagt der Routinier.
Für Hannovers Mannschaft wartet am dritten Spieltag der nächste echte Prüfstein.
"Wir müssen zunächst gegen Bremen nachlegen", fordert Schlaudraff. "Erst nach dem 6. Spieltag werden wir sehen, wo wir in der Bundesliga stehen - denn da ist alles dabei: Von Topteams bis schwächelnden Mannschaften."
Klarheit, bis der Meister kommt
Spätestens nach dem 7. Spieltag sollte Klarheit herrschen: dann kommt Meister Dortmund.
Dass 96 sich vor dem BVB nicht verstecken muss, hat Slomkas Team in der vergangenen Saison gezeigt: Am 6. Spieltag gab es einen 2:1-Sieg.
Wenn Hannovers Tormaschine weiter so läuft wie bisher, müssen sich Hummels und Co. warm anziehen.
SPORT1



















