Grossangriff mit der 90-Millionen-Connection
St. Petersburg/Berlin - Geld spielt keine Rolle: Unter Führung von Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer plant der russische Fussballmeister Zenit St. Petersburg nach der spektakulärsten Shoppingtour der Vereinsgeschichte offenbar den Grossangriff in der Champions League.
Etwa 50 Millionen Euro Ablöse überweist der Klub allein für den brasilianischen Topstürmer Hulk an den FC Porto - es ist der Rekordtransfer des Sommers.
Weitere rund 40 Millionen werden für den belgischen Mittelfeldspieler Axel Witsel an Benfica Lissabon fällig. Beide Profis erhielten in der Metropole an der Newa jeweils Fünfjahresverträge.
Beiersdorfers entscheidender Anteil
"Sie sind meine Wunschspieler", sagte Trainer Luciano Spalletti nach Bekanntwerden der Millionen-Deals, die er laut russischen Medienberichten vor allem den Bemühungen Beiersdorfers zu verdanken hat.
Der frühere Manager des Hamburger SV (2002 bis 2009) soll entscheidenden Anteil daran haben, dass der unter anderem vom Champions-League-Sieger FC Chelsea umworbene Hulk künftig in Rubel und nicht in englischen Pfund bezahlt wird.
"Er ist bei uns für die Transfers verantwortlich", hatte Spalletti bereits über den Sportdirektor gesagt.
Bis 2011 bei Red Bull
Der ehemalige Bundesligaprofi Beiersdorfer, der für den HSV, Werder Bremen und den 1. FC Köln spielte, hatte bis April 2011 als Sportlicher Leiter den Fussballbereich des Getränkekonzerns Red Bull verantwortet.
Erst Ende August gab Zenit die Verpflichtung des 48-Jährigen bekannt. Nun folgten die ersten Taten.
Nach dem Titelgewinn in Russland im vergangenen Jahr will der vom Staatskonzern Gazprom finanzierte Premjer-Liga-Klub auch international wieder ganz oben mitspielen.
Zuletzt hatte Zenit 2008 im Finale gegen die Glasgow Rangers (2:0) den UEFA-Cup geholt. In der Gruppenphase der Königsklasse sind ab Mitte September der AC Mailand, RSC Anderlecht und dem FC Malaga die Gegner auf dem Weg in die nächste Runde.
Hoffnungen ruhen auf Hulk
Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf dem 26 Jahre alten Hulk, der mit vollem Namen Givanildo Vieira de Souza heisst und sich in den vergangenen Jahren in Portugal einen Namen gemacht hat. "Es ist ein weiterer wichtiger Schritt in meinem Leben und ein grosser Sieg", sagte Hulk: "Ich bin Porto sehr dankbar dafür, dass sie mir die Türen nach Russland geöffnet haben."
Seit 2008 hatte der Angreifer mit seinen Treffern grossen Anteil an drei Meistertiteln des FC Porto. Mit dem brasilianischen Nationalmannschaft gewann er bei den Olympischen Spielen in London kürzlich die Silbermedaille.
Potenzielle neue Arbeitgeber standen Schlange, doch mit dem lukrativen Angebot der St. Petersburger konnte niemand mithalten.
Genau wie beim drei Jahre jüngeren Witsel, der ebenso von mehreren europäischen Topklubs umworben worden war.
Papadopoulos-Wechsel scheitert
Doch alle Wunschspieler konnte Zenit nicht verpflichten.
Ein Wechsel des griechischen Innenverteidigers Kyriakos Papadopoulos vom Bundesligisten Schalke 04 scheiterte, obwohl die Russen angeblich 13 Millionen Euro für den zweikampfstarken EM-Teilnehmer geboten haben sollen.
Auch zu einem Transfer des portugiesischen Manchester-United-Stürmers Nani kam es bislang trotz grossen Interesses noch nicht. Doch auch in diesem Fall dürfte ein Wechsel nicht am nötigen Kleingeld scheitern.
SPORT1











