Juventus mit Wut im Bauch
Von Mathias Frohnapfel
München/Turin - Nachdem sein Freispruch im Wettskandal bestätigt war, dachte Leonardo Bonucci sofort an seinen Trainer.
"Solidarieta con il mister" ("Solidarität mit dem Trainer") twitterte der Juventus-Verteidiger. Denn die zehnmonatige Sperre für Meistertrainer Antonio Conte bleibt erhalten.
Zum Saisonstart der Serie A wird Conte daher nur auf der Tribüne sitzen und gegen Parma (ab 20.45 Uhr LIVESCORES) verfolgen, ob und wie sehr sich seine Spieler für ihn zerreissen (DATENCENTER: Serie A).
Denn selbstredend findet Conte seine Sperre ungerecht, da er weiterhin jedes Wissen über Mauscheleien als damaliger Trainer von Siena abstreitet.
"Das ist ein persönlicher Angriff"
"Ich habe kein Vertrauen mehr in die Sportgerichte", zeterte er nach dem Urteil und fügte an: "Das ist ein persönlicher Angriff auf mich."
Die Antwort von Verbandspräsident Giancarlo Abete folgte prompt. "Respektiere die Richter", forderte er Conte via "Gazzetta dello Sport" auf.
Den Turinern fällt das schwer, zumal Juve-Boss Andrea Agnelli über das Urteil geschimpft hatte: "Das gleicht einer Hexenjagd."
Buffon und Chiellini fehlen
In dieser angespannten Stimmung müssen nun die Profis des Meisterteams ihre Vormachtstellung behaupten.
Gegen Parma fehlen allerdings der verletzte Keeper Gianluigi Buffon und Giorgio Chiellini, der nach einer jüngsten Blessur noch ans Team herangeführt werden muss.
Die Tifosi werden indes besonders auf Inter-Neuzugang Lucio schauen.
Daran, dass Juve Top-Favorit auf den Titel ist, gibt es aktuell wenig Zweifel (VORSCHAU: Serie A).
Die "Gazzetta dello Sport" nennt Juventus in ihrem Ranking an erster Stelle, danach folgen Inter und Milan auf gleicher Stufe.
"Juve ist die stärkste Mannschaft Italiens und bleibt Favorit für den Scudetto", sagt auch Emanuele Gamba im Gespräch mit SPORT1.
"Ein grosser Image-Schaden"
Der Journalist der "Repubblica" verfolgt seit 15 Jahren die wechselhafte Geschichte der "Alten Damen", erlebte den Zwangsabstieg genauso wie die Jahre in der Championsleague.
Zur Sperre von Conte stellt er klar fest: "Für Juve ist das ein grosser Image-Schaden. Es macht natürlich keinen guten Eindruck, so auf das grosse internationale Parkett zurückzukehren."
Die Trotzreaktion der Bianconeri wird aus seiner Sicht nur von kurzer Dauer sein.
"Am Anfang dürfte es die Spieler zusätzlich motivieren für ihren gesperrten Trainer zu spielen, doch dann dürfte die Situation zum Problem werden."
Was kann Lucio noch?
Gespannt ist Gamba wie die meisten Experten auch auf Lucios Debüt für Juve.
"Ich weiss nicht, wie sehr Lucio dem Team helfen kann, zuletzt wirkte er sehr langsam und machte Fehler."
Die grosse Bühne gehört zum Start der Serie A so oder so dem amtierenden Meister aus Turin, das Spiel Florenz - Udine (ab 18 Uhr LIVESCORES) gleicht so nur dem ersten Öffnen des Vorhangs für die Spielzeit.
SPORT1











