Geschenk im Clasico: Valdes macht Real Hoffnung
Von Felix Götz
München - Obwohl der FC Barcelona soeben das Supercup-Hinspiel mit 3:2 (0:0) gegen Meister Real Madrid gewonnen hatte , schlich Victor Valdes mit hängendem Kopf vom Rasen des Camp Nou.
Der Torhüter der Katalanen hatte sich in der 85. Minute einen kapitalen Aussetzer geleistet, als er den Ball nach einem Rückpass von Adriano so lange nicht wegschlug, bis Angel di Maria ihm die Kugel abnahm und sie zum 2:3-Endstand über die Linie schob.
Und das ausgerechnet in einer Phase, als Barca dem 4:1 näher war als Real dem Anschlusstreffer.
So schenkte Valdes den "Königlichen" eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel am Mittwoch im Estadio Bernabeu.
Vilanova verteidigt Valdes
Trotzdem wollte Barcelonas Trainer Tito Vilanova, für den es der erste Clasico als Chefcoach war, hinterher nicht den Stab über seinen Keeper brechen.
"Wir verlangen von ihm, dass er das Spiel mit einem guten Pass eröffnet und den Ball nicht einfach wegschlägt. Das hat er versucht, so etwas kann passieren", sagte der Nachfolger von Pep Guardiola.
Vilanova war mit dem Auftritt seiner Elf insgesamt sehr zufrieden. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht", befand der 42-Jährige: "Wir haben dominiert und uns viele Chancen herausgespielt."
Real beginnt defensiv
In der Tat war der Vize-Meister insgesamt das bessere Team.
In einem an Höhepunkten armen ersten Durchgang beschränkte sich Real nahezu komplett auf die Defensive, wurde dafür aber nicht bestraft und ging mit einem 0:0 in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel überschlugen sich dann die Ereignisse. Cristiano Ronaldo eröffnete in der 55. Minute nach einem Eckball von Mesut Özil per Kopf den Torreigen.
Pedro beim 1:1 im Abseits?
Nur eine Minute später glich Pedro aus leicht abseitsverdächtiger Position für Barcelona aus.
"Ich will nicht über den Schiedsrichter schimpfen", sagte Real-Trainer Jose Mourinho zum Ausgleich: "Aber ich denke, dass es Abseits war."
Lionel Messi (70.) per Foulelfmeter und Xavi (78.) erhöhten für die nun furios aufspielenden "Blaugrana" auf 3:1, ehe di Maria den Schlusspunkt setzte.
Casillas ist zufrieden
"Die erste Halbzeit hat mir nicht gefallen", meinte Mourinho. Sein Team hätte zwar gut verteidigt, aber Barcelona sei die "bessere Mannschaft" gewesen.
Und der 49-Jährige Portugiese, der Sami Khedira durchspielen liess und Özil in der 82. Minute durch Marcelo ersetzte, erklärte weiter: "In der zweiten Hälfte waren wir offensiv besser, man konnte dann aber sehen, dass wir in der Abwehr ein paar Probleme hatten."
Auch deshalb kam Barcelonas Aussenverteidiger Dani Alves zu dem Schluss: "Für das wenige, was Real gemacht hat, haben sie viel zurückbekommen. Wir gehen dennoch gestärkt aus der Partie, weil wir ein grossartiges Spiel gemacht haben."
Real-Keeper Iker Casillas war die Art und Weise relativ egal, er war mit dem Ergebnis zufrieden: "Ein Ziel war es, in Barcelona ein Tor zu erzielen. Wir haben sogar zwei Tore gemacht."
Beide Teams fair
Nach den Schlachten zwischen den beiden Mannschaften seit Amtsantritt von Mourinho ist es mittlerweile erwähnenswert, dass alle Beteiligten diesmal fair miteinander umgingen.
Selbst Mourinho und Vilanova begrüssten sich mit einem festen Händedruck.
Zur Erinnerung: "The Special One" hatte beim letzten Supercup, den Barca nach einem 2:2 in Madrid mit einem 3:2-Sieg im Rückspiel für sich entschied, den damaligen Guardiola-Co-Trainer Vilanova einen Finger ins Auge gedrückt.
Kaka nicht dabei
Nicht beim Clasico dabei war Kaka, der die Reise nach Barcelona erst gar nicht antreten durfte. Mourinhos lapidare Begründung: "Er spielte in meinen Planungen für dieses Spiel keine Rolle."
Real würde den Weltfussballer des Jahres 2007 gerne abgeben, offenbar mangelt es aber an Angeboten. Wahrscheinlich wird der Brasilianer also auch im Rückspiel nicht dabei sein.
Anders könnte das bei Luka Modric aussehen. Mehrere spanische Medien berichten übereinstimmend, dass der Transfer des Kroaten von Tottenham nach Madrid kurz vor dem Abschluss stehen soll.
SPORT1











