''Wir müssen den Spielern Zeit geben''
München - Im ersten Pflichtspiel hat Borussia Mönchengladbach wenig Glanz verbreitet, die Vorfreude auf die grosse Fussball-Bühne ist aber ungebrochen .
Nach dem mühsamen 2:0 (0:0)-Erfolg in der ersten Pokalrunde bei Zweitliga-Absteiger Alemannia Aachen richten die "Fohlen" bereits den Blick auf das Hinspiel der Champoions-League-Qualifikation am Dienstag gegen Dynamo Kiew.
Favre nicht zufrieden
Trainer Lucien Favre war allerdings mit der Generalprobe nicht zufrieden und wollte auch die grosse Hitze von fast 40 Grad nicht als Entschuldigung gelten lassen.
Technische Defizite hatte der Schweizer gesehen, zu wenig Bewegung, zu wenig Durchschlagskraft, kaum Spiel in die Tiefe.
Und vor allem: "Zu viele unnötige Ballverluste, gegen andere Mannschaften wird das gefährlich."
Wesentlich positiver äusserte sich Sportchef Max Eberl am Sonntag im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.
Max Eberl über...
den Verlust von Marco Reus:
"Marco Reus zu ersetzen, bereitet allen Vereinen in Deutschland Kopfschmerzen. Aber auch er hat beispielsweise von den Zuspielen von Mike Hanke oder von der guten defensiven Ordnung profitiert. Wir haben viel Geld eingenommen und wollten das Geld auch investieren."
die Millionen-Investitionen in neue Spieler:
"Man hat uns immer vorgehalten, zu defensiv auf dem Transfermarkt zu agieren. Wir konnten in diesem Jahr aufgrund der positiven wirtschaftlichen Lage aber das Geld zum ersten Mal direkt in neue Spieler investieren. Durch den hohen Zuschauerdurchschnitt und durch den Trikotverkauf haben wir viel eingenommen.
Trotzdem haben wir nur mit dem Geld für die Europa League geplant. Wir haben auch unser Gehaltsgefüge beibehalten und können die Mannschaft zusammenhalten, auch wenn wir nächste Saison nicht international spielen."
die gestiegene Erwartungshaltung:
"Wir waren vor 16 Monaten mausetot. Das hat sich nun geändert. Die letzte Saison war überragend und wir haben Platz vier erreicht. Aber Marco Reus ist gegangen. Da ist es doch klar, dass wir die Erwartungen dämpfen müssen."
die Perspektiven:
"Wir versuchen mit den neuen Spielern einen neuen Weg zu gehen, aber das kann dauern. Wir müssen den Spielern Zeit geben. Natürlich wollen die Leute, dass wir ins internationale Geschäft kommen. Aber wir müssen realistisch bleiben."
das Pokalspiel gegen Aachen:
"Wir sind froh, dass wir die erste Runde überstanden haben. Andere haben sich bedeutend schwerer getan. Für einen Bundesligisten ist es immer schwer, aber letztendlich war es souverän."
die Auszeiten durch den Schiedsrichter:
"Die Auszeit aufgrund der Hitze war für uns enorm wichtig. So konnte Lucien Favre nochmal mit den Spielern reden. Danach hatten wir dann mehr Zugriff. Ich finde die Idee mit Auszeiten im Fussball überlegenswert.
Allerdings müssten dann klare Regeln geschaffen werden, wann man Auszeiten nehmen kann und wann nicht. Das muss situativ vom Schiedsrichter entschieden werden."
Bundesliga-Auftaktgegner Hoffenheim:
"Sie dürften nach der Pleite im Pokal nicht mit viel Selbstvertrauen zu uns kommen. Aber sie haben eine erfahrene Mannschaft: Mit Tim Wiese, Eren Derdiyok etc. haben sie einige gestandene Bundesligaspieler in ihren Reihen.
Es ist dann immer schwierig, gegen solche Gegner in die neue Saison zu starten. Ich hoffe, Markus Babbel findet in dieser Woche nicht die richtigen Worte (lacht)."
den Titelkampf:
"Dortmund hat in den letzten Jahren viel richtig gemacht. Sie sind geschickt in ihren öffentlichen Äusserungen.
Sie versuchen aus der Verfolgerrolle zu kommen und nicht zu offensiv wie die Bayern zu agieren. Die Dortmunder sind von der Eingespieltheit einen Tick weiter vorne. Aber die Bayern haben natürlich gross einkauft."
SPORT1



















