Neue Gesichter rütteln am Real-Thron
Von Christoph Lother
München - Die Vorfreude im Lager von Real Madrid ist riesig.
Auf der Homepage der "Königlichen" strahlt einem das Bild des altehrwürdigen Estadio Santiago Bernabeu entgegen, verbunden mit der Ankündigung, dass das Stadion prall gefüllt sein wird, um die Champions der besten Saison der Vereinsgeschichte zu empfangen.
Keine Frage, die vergangene Spielzeit mit sage und schreibe 100 Punkten, 121 Toren und dem ersten Meistertitel seit vier Jahren hat den ohnehin schon selbstbewussten Madrilenen weiteren Auftrieb gegeben.
Und so starten die Schützlinge von Trainer Jose Mourinho beim Heimspiel gegen den FC Valencia am Sonntag als grosser Favorit in die neue Saison der Primera Division.
Mit bewährten Kräften zur Titelverteidigung
"Die Meisterschaft hat uns noch stärker gemacht. Und wir sind auch noch besser eingespielt", hatte Nationalspieler Mesut Özil das enorme Selbstvertrauen der "Königlichen" in der "Sport Bild" noch einmal unterstrichen.
Besagtes Selbstvertrauen ist auch an den Transferaktivitäten der Madrilenen abzulesen: Sie fallen betont sparsam aus.
Tottenhams Luka Modric wird zwar als Alternative für das Mittelfeld umworben, noch aber hat Real keinen einzigen Neuzugang verpflichtet: Das Vertrauen in die vorhandenen Spieler ist gross.
Hinzu kommt, dass der grosse Rivale aus Barcelona künftig ohne seinen Erfolgscoach Josep Guardiola auskommen muss und unter dem neuen Übungsleiter Tito Vilanova eventuell eine längere Anlaufphase benötigen könnte.
Alves: "Sind die beste Mannschaft der Welt"
Barca-Verteidiger Dani Alves sieht das natürlich anders.
Zwar kommt der Brasilianer auch gut zwei Monate nach der Trennung von Guardiola nicht aus dem Schwärmen heraus und bezeichnet seinen Ex-Coach in der "Marca" als "viel, viel mehr" als "The Only One" Mourinho.
Zugleich zeigt er sich vor Barcas Saisonauftakt gegen Real Sociedad San Sebastian am Sonntag aber auch betont optimistisch: "Wir sind nach wie vor die beste Mannschaft der Welt, uns gilt es zu schlagen. Pep Guardiola hat uns in gute Hände übergeben, seine Arbeit wird fortgesetzt. Die Kontinuität ist durch Tito gewährleistet."
Wie in den letzten Jahren auch, deutet also auch diesmal vieles auf einen erneuten Zweikampf zwischen Real und Barca hin.
Valencia als "Best of the Rest"
Zieht man allein die Statistiken der jüngeren Vergangenheit zu Rate, kann man die Partie zwischen Real und Valencia getrost als Duell des Meisters mit dem "Best of the Rest" bezeichnen.
Der Klub aus der ostspanischen Hafenstadt beendete die vergangenen drei Spielzeiten jeweils auf dem dritten Tabellenplatz - mit gehörigem Sicherheitsabstand zu den beiden Grossen aus Madrid und Barcelona.
Der eine oder andere spanische Wettanbieter geht inzwischen sogar soweit, dass er in der kommenden Saison Einsätze auf eine Liga ohne Real und Barca anbietet.
Pellegrino will neue Ära einläuten
Wenn es nach Valencias neuem Coach Mauricio Pellegrino geht, sollen diese Zeiten aber schon bald vorbei sein.
"Der Moment der Wahrheit ist gekommen und für uns ist es an der Zeit, alles zu geben, was wir haben. Es gibt immer noch Dinge, die wir verbessern können, aber wir werden am Wochenende ein gutes Spiel gegen Real Madrid abliefern", kündigt der Nachfolger des zum Ende der vergangenen Saison entlassenen Unai Emery an.
Zugleich warnt Pellegrino aber auch: "Sollten wir das nicht tun, können wir uns auf etwas gefasst machen."
Valencia setzt auf Ex-Madrilenen und Valdez
Helfen sollen Pellegrino bei dem neuerlichen Angriff auf das spanische Spitzenduo auch zwei ehemalige Profis aus Madrid.
Offensivmann Sergio Canales spielte zwar schon in der vergangenen Saison auf Leihbasis bei Valencia, kann nach zwei Kreuzbandrissen innerhalb eines Jahres aber genauso als Neuzugang betrachtet werden wie Mittelfeldspieler Fernando Gago, den Real nach einer Ausleihe an den AS Rom in diesem Sommer endgültig ziehen liess.
Kurz vor Saisonbeginn zog Valencia mit dem von Rubin Kasan ausgeliehenen ehemaligen Bundesliga-Profi Nelson Valdez zudem noch einen weiteren Stürmer an Land (DIASHOW: Transfermarkt international).
Selbstbewusster di Maria sieht keine Grenze
Der Euphorie im Team von Real tut das Treiben der Konkurrenz keinen Abbruch.
"Die Mannschaft ist sehr stark und glaubt an sich. Wir haben die Möglichkeit, weitere Titel zu gewinnen", erklärt Flügelflitzer Angel di Maria gegenüber der "Marca" und ergänzt: "Betrachtet man die Art, wie wir arbeiten, und die Spieler in unserem Team, gibt es keine Grenze für uns. Wir werden mit jeder Saison besser und dieses Jahr wollen wir einen weiteren Schritt machen."
Den ersten davon am Sonntag gegen Valencia.
SPORT1











