Bayerns neuer Super Mario
Von Reinhard Franke, Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp
München - Er hatte ein breites Grinsen aufgesetzt. Und er blieb freiwillig an jedem Reporter stehen, der ihm das Mikro entgegenstreckte.
Kein Wunder, Mario Mandzukic wollte reden. Über seine tolle Leistung beim 2:1 im Supercup-Finale gegen Borussia Dortmund.
Der 13 Millionen Euro teure Neuzugang vom VfL Wolfsburg markierte das 1:0, bereitete den zweiten Treffer vor und bot auch sonst eine tadellose Leistung als Ersatz für Mario Gomez, der noch einige Wochen verletzt ausfallen wird.
Vertritt ihn der zweite "Super Mario" weiter so gut, dürfte spannend werden, wie Trainer Jupp Heynckes nach Gomez' Genesung aufstellt.
"Ich gucke nicht auf mich selbst"
Doch Mandzukic wollte nach dem Erfolg über den BVB seine Leistung gar nicht so hoch hängen, übte sich stattdessen in Understatement. "Ich gucke nicht auf mich selbst", erklärte Mandzukic gegenüber SPORT1:
"Jetzt müssen wir weitermachen, die besten Titel kommen noch. Wir standen gut auf dem Platz und haben gekämpft."
Die Leistung gegen den Meister macht zuversichtlich, dass die Trophäe im Supercup in dieser Saison nicht die Einzige bleiben wird. Gegen die Dortmunder stand eine ganz andere Bayern-Elf auf dem Platz als zuletzt.
Unterschiedlicher Stil
Mandzukic könnte ein Schlüssel zum zurückkehrenden Erfolg zu sein. Er wurde als Backup für Gomez geholt, doch er ist wohl weit mehr als das.
Was auffällt, ist der Stilunterschied zu Gomez: Mandzukic ist kopfballstark, lässt sich aber auch fallen, ist ins Kombinationsspiel bisher besser eingebunden als Gomez, lauert auf Lücken im Zentrum.
Gomez wartet mehr vorne auf die Bälle, schafft nicht so viele Räume wie Mandzukic - Unterschiede, die im Kampf um den Stammplatz den Ausschlag geben könnten.
Mandzukic bleibt bescheiden
Zuletzt bejubelte Mandzukic mit Dinamo Zagreb Trophäen: 2008 bis 2010 gewann er dort die kroatische Meisterschaft, 2008 und 2009 der Pokal.
2010 wechselte er nach Wolfsburg, schoss dort im ersten Jahr in 24 Spielen acht Tore und im zweiten Jahr traf er in 32 Begegnungen 12 Mal.
Richtig glücklich wurde er bei den "Wölfen" aber nicht, so dass er dem Lockruf aus München im Sommer folgte. Bei Bayern hat er einen Vertrag bis 2016 unterschrieben. Und an der Säbener Strasse scheint Mandzukic aufzublühen.
Ein Auge für die Kollegen
Mit dem Traumpass auf Arjen Robben vor dem 2:0 gab er beim Supercup eine Kostprobe seiner intelligenten Spielweise.
Auf die Frage, ob er den Holländer gesehen habe, antwortete Mandzukic mit einem Lächeln im Gesicht: "Gesehen. Das kann ich auch, ich habe gesehen, dass Arjen da rein läuft, zum Glück war ich alleine und konnte den Pass spielen."
Rummenigges Urteil: "Sehr gut!"
Trainer Jupp Heynckes ist froh, das neue Rundumpaket aus Torjäger und -vorbereiter in seinen Reihen zu haben: "Man sieht, wie wichtig es war, dass man in dem Bereich Spieler verpflichtet hat. Es ist gut, dass wir im Kader gut bestückt sind."
Und auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge machte auf SPORT1-Nachfrage deutlich, wie ihm Mandzukic gefallen habe: "Sehr gut!"
Mandzukic habe "körperlich gut gearbeitet" und dann auch "gleich das Tor gemacht". Rummenigges Fazit: "Ich glaube, wir werden an dem Spieler viel Spass haben."
SPORT1



















