Messi beisst jetzt auch in Weiss-Blau
Frankfurt/Main - Die jugendlichen Fans kreischten und riefen immer wieder "Leo", Weltfussballer Lionel Messi zeigte sein breitestes Grinsen und streckte den Daumen empor.
Der argentinische Superstar genoss das Training im Kreis des zweimaligen Weltmeisters vor dem Duell (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) in Frankfurt am Main gegen den EM-Halbfinalisten Deutschland.
Der 25-Jährige vom FC Barcelona, mit grell-orangefarbenen Schnürsenkeln angetreten, liess es zwar beim lockeren Spielchen ruhig angehen, zeigte aber ab und an seine Extraklasse am Ball.
Sieben Tore in drei Länderspielen
Messi verliess sichtlich zufrieden, entspannt und laut lachend den Trainingsplatz.
Mit der Empfehlung von sieben Treffern in den drei Länderspielen dieses Jahres und insgesamt neun in neun Spielen unter Coach Alejandro Sabella ist "La Pulga" - Argentiniens Fussball-Floh - zum Duell gegen Deutschland angereist.
Bei der Neuauflage der Viertelfinals der beiden letzten WM-Turniere will Messi die Abwehr der DFB-Auswahl aus den Angeln heben.
Sabellas überglücklich
Als der Barca-Profi vor wenigen Wochen den Erzrivalen Brasilien mit drei Toren im Alleingang besiegte, brachte es Sabella auf den Punkt.
"Zum Glück ist er Argentinier", sagte der Cheftrainer der Gauchos. Unter dem 57-Jährigen versprüht der Dribbelkünstler endlich auch Magie im blau-weissen Trikot.
Fünf Vorgänger Sabellas, darunter immerhin ein Diego Maradona, hatten vergeblich nach der Formel gesucht, aus dem Barca-Idol auch einen Führungsspieler in der Seleccion zu machen.
Sabella gab "Leo" vor einem Jahr als erste Amtshandlung die Kapitänsbinde und damit auch sichtbar mehr Stellenwert im Team, und dieser dankt es dem Coach mit Toren und Gala-Auftritten.
Abwehr bereitet weiter Kopfzerbrechen
Dennoch gibt Sabella zu bedenken: "Wir haben nicht die Spielertypen, um wie Barcelona zu aufzutreten. Unser Spiel ist ein bisschen vertikaler, mehr in die Spitze."
Die Ergebnisse 2012 (3:1 in der Schweiz, 4:0 gegen Ecuador, 4:3 gegen Brasilien) zeigen: Nach vorne stimmt es. Das Dilemma ist die Defensive.
Die Anfälligkeiten vor dem eigenen Tor wurden vor allem im vergangenen Herbst in den "Eliminatorias" beim 0:1 in Venezuela und dem 1:1 daheim gegen Bolivien deutlich.
Und so liegen die Argentinier in der WM-Qualifikation nach sechs Runden mit zehn Punkten auch nur auf Rang drei.
Sosa zurück im Team
Mit Blick auf die Pflichtaufgaben Anfang September gegen Paraguay und Peru gehört auch ein früherer Bundesligaprofi zum Sichtungsprogramm.
Jose Sosa kam zwischen 2007 und 2010 bei Bayern München nicht über die Reservistenrolle hinaus, kurbelt mittlerweile die Offensive beim ukrainischen Erstligisten Metalist Charkow an und ist am Mittwoch einer der wenigen, die bereits voll im Liga-Spielbetrieb stehen.
Zwar noch ohne Pflichtspiel, aber mit voll aufgeladenen Batterien ist auch Messi an den Main gekommen. Schliesslich genoss der Weltfussballer zum ersten Mal seit drei Jahren wieder einen Sommerurlaub. Nach 36 Tagen Ferien läuft die Tormaschine aber schon auf Hochtouren.
Messi jagt Maradona-Rekord
Fünf Treffer in vier Vorbereitungsspielen mit den Katalanen deuten an, dass er seine jüngst aufgestellte Rekordmarke von 73 Pflichtspieltoren für Barca in der neuen Spielzeit angreifen will.
In der Seleccion sind es schon 26 Treffer, davon jedoch nur einer bei seinen beiden WM-Teilnahmen.
Drei Jahre benötigte Messi für die ersten 13 Länderspieltore, 19 Monate für die zweite Hälfte. Unter Sabella sind es schon neun Tore in neun Spielen.
Als Vierter der "ewigen Torjägerliste" schielt er bereits auf die 34 Treffer der vor ihm liegenden Maradona.
Und in seinem dritten Auftritt gegen Deutschland soll auch gegen die DFB-Elf endlich mal der Ball im Netz zappeln.
SPORT1











