Bayern besiegt den BVB-Fluch
Vom Supercup berichten Mathias Frohnapfel und Matthias Becker
München - Die schwarze Serie des FC Bayern gegen Borussia Dortmund ist beendet und auch der erste Titel der neuen Saison geht an den Rekordmeister.
Jedoch benötigten die Münchner für den 2:1-Sieg im Supercup gegen den BVB neben Leidenschaft und Effektivität auch etwas Glück im Schlussspurt, so sehr stemmte sich der Meister gegen die Niederlage.
Mario Mandzukic (6.) und Thomas Müller (11.) entschieden in der Allianz Arena die Partie frühzeitig, ehe in der zweiten Hälfte der BVB die Aufholjagd startete, über ein Tor von Robert Lewandowksi (77.) aber nicht hinauskam.
Die Münchner schlugen damit die Dortmunder im sechsten Anlauf, nachdem es zuletzt fünf Pleiten in Folge gehagelt hatte. Zudem war es der vierte Erfolg des FCB im Supercup überhaupt.
Die Münchner jubelten allerdings nicht nur über den ersten Neuzugang im Trophäenschrank seit 2010, sondern auch über die geglückte Machtdemonstration gegen den Dauerrivalen.
Badstuber nur Ersatz
Beim FC Bayern bildeten Dante und Jerome Boateng die Innenverteidigung, Nationalspieler Holger Badstuber nahm überraschend auf der Bank Platz.
Auf der linken Position des linken Aussenverteidigers vertrat der 18-Jährige Emre Can den verletzten David Alaba, im Sturmzentrum lief Neuzugang Mandzukic auf.
Mario Gomez musste wegen einer Sprunggelenkoperation genauso passen wie Bastian Schweinsteiger, den zuletzt Knöchelprobleme plagten.
Auch die Dortmunder litten unter Verletzungssorgen, so waren Kapitän Sebastian Kehl (Kniebeschwerden) und Sven Bender (Leisten-Op) nicht dabei.
BVB-Rückkehrer Marco Reus stand indes in der Startelf, während Mario Götze zu Beginn nur zuschaute.
Bayern mit engagiertem Beginn
Die Bayern starteten ebenso engagiert wie konzentriert in die Partie.
Besonders der Ex-Wolfsburger Mandzukic verbreitete viel Gefahr, setzte per Flanke geschickt Müller in Szene, der aber per Kopf knapp verpasste (3.).
Mandzukic selbst machte es besser, als er nach Vorlage von Franck Ribery aus kurzer Distanz zur Bayern-Führung vollstreckte (6.).
Die BVB-Verteidiger Mats Hummels und Neven Subotic pennten in der Szene, die von Trainer Jürgen Klopp zuletzt angemahnte "Galligkeit" schien irgendwie in der Kabine geblieben zu sein.
Denn auch in der Folge dominierte der Vizemeister, um ein Haar hätte Mandzukic auf 2:0 erhöht, doch Roman Weidenfeller lenkte den abgefälschten Ball gerade noch über die Latte (8.).
Müller trifft mit Wucht
Anders als in den Duellen der Vorsaison lag jetzt jedoch der FCB vorn, Dortmund musste kommen, die Münchner bekamen die Chance zu Gegenstössen.
Und aus eben solch einer Situation resultierte das zweite Münchner Tor, als Mandzukic in den Lauf von Arjen Robben spielte. Der Niederländer traf den Pfosten, Müller staubte fulminant aus drei Metern ab (11.).
Gündogan und Leitner kaum zu sehen
Die 2:5-Demütigung im DFBPokalfinale war jetzt aus Bayern-Sicht weit weg, die Münchner agierten, als ob sie schon seit Wochen wieder im Spielbetrieb wären.
Der BVB hatte indes immense Probleme, Zugriff auf das Mittelfeld zu bekommen, an Moritz Leitner und Ilkay Gündogan lief die Partie phasenweise total vorbei.
Daran änderte auch die erste Dortmunder Ecke in der 20. Minute nichts und auch nicht einige Flankenversuche von Marcel Schmelzer, in der ersten Hälfte hatte der Doublesieger keine einzige nennenswerte Torchance.
Umgekehrt zeigten die Bayern, wie viele ihnen der erste Titel der Spielzeit bedeutete, so stiegen Can, Dante und Gustavo hart gegen Schwarzgelb ein.
Lewandwoski testet Neuer
Nach der Pause musste indes FCB-Keeper Neuer erstmals sein ganzes Können zeigen.
Mit einer blitzschnellen Reaktion entschärfte er so einen Kopfball von Robert Lewandwoski nach Reus-Hereingabe (47.).
Allem Anschein hatte BVB-Coach Klopp seine Truppe in der Halbzeit aufgeweckt, die Westfalen spielten jetzt zügiger und effektiver Richtung Bayern-Tor. Reus Versuch wurde jedoch von Neuer geschickt pariert (51.), Hummels Kopfball strich nur knapp am Pfosten vorbei (54.).
Das Schlagerspiel nahm Fahrt auf, da hätte es des Zwischenspurts einen Flitzers auf dem Rasen gar nicht bedurft.
Weidenfeller pariert gut
BVB-Keeper Weidenfeller stand ohnehin gehörig unter Strom, hielt bei einem fein gezirkelten Fernschuss von Robben gut (65.).
Auf der Gegenseite hatte Neuer Glück, als Lewandowski aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf (67.), ein Reus-Freistoss endete zudem in der Bayern-Mauer (75.).
Doch der BVB witterte jetzt seine Chance, als der eingewechselte Julian Schieber klug auf Lewandowski passte und der aus 18 Metern ins lange Eck traf (77.).
Wirbel auf der BVB-Bank
Die zweite Hälfte gehörte jetzt dem BVB, Schieber vergab aber aus guter Position die Chance zum Ausgleich (79.). Auch Joker Götze hatte kein Schussglück (82.).
Umgekehrt rettete Weidenfeller glänzend gegen einen Schuss von Robben aus spitzem Winkel (83.).
Für mächtig Wirbel auf der Dortmunder Bank sorgte ein vermeintliches Handspiel von Philipp Lahm, das Schiedsrichter Michael Weiner aber richtigerweise nicht ahndete (89.).
Die Münchner genossen mehr als zwei Monate nach der bitteren Niederlage im Champions-League-Finale den Triumph im Supercup und die Siegerehrung.
SPORT1



















