Hieronymus: ''Der Supercup ist ein Erfolg''
Vom Supercup berichtet Mathias Frohnapfel
München - Die Serie A hat es vorgemacht: Zum dritten Mal wird in diesem Jahr der italienische Supercup-Sieger in China ermittelt.
Wenn Meister Juventus Turin und Pokalsieger SSC Neapel in Peking die Kräfte messen, steigert das zugleich das Interesse des chinesischen Markts am "calcio italiano".
Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge könnte sich vorstellen, dass die Bundesliga dem Beispiel folgt, wie er beim jüngsten China-Trip der Münchner erklärte.
Der Ligavorstand wird im September über diese Frage sprechen, bestätigt Holger Hieronymus im SPORT1-Interview.
Der Geschäftsführer der Deutschen Fussball-Liga (DFL) spricht zudem über das Aufeinandertreffen von Double-Sieger Borussia Dortmund und Rekordmeister FC Bayern , den Umgang der DFL mit Gewalt in den Stadien und besonders heikle Partien.
SPORT1: Herr Hieronymus, seit 2010 wird der Supercup wieder ausgetragen. Wie attraktiv ist dieser Wettbewerb aus Ihrer Sicht?
Holger Hieronymus: Wir können mit Fug und Recht sagen, dass der Supercup in seiner jetzigen Form ein Erfolg ist. Wir werden einen neuen Zuschauer-Rekord aufstellen und das Spiel wird in 199 von 207 FIFA-Nationen übertragen. Das liegt natürlich auch an der Partie Bayern München gegen Borussia Dortmund.
Zuletzt gab es Stimmen, den Supercup in einem anderen Land auszutragen, wie die Serie A mit dem Match nach China zu gehen. Was sagen Sie dazu?
Dies ist eine Entscheidung, die der Ligavorstand treffen muss. Ein Supercup im Ausland ist aber nur dann sinnvoll, wenn die Klubs auch mitmachen. Der Ligavorstand wird hierzu im September sprechen.
Wäre Asien ein Markt, auf den die DFL schauen könnte?
Unsere Klubs haben mit Reisen insbesondere nach Asien schon gute Erfahrungen gemacht, sind aber auch zum Beispiel in der arabischen Welt und den USA sehr gut aufgenommen worden.
Ist aus DFL-Sicht dieser Schritt, mit dem Supercup ins Ausland zu gehen, überhaupt praktikabel?
Wie gesagt, darüber muss der Ligavorstand entscheiden und diese Entscheidung muss von den Klubs getragen werden. Denn am Ende müssten mit dem Meister und dem Pokalsieger zwei Klubs während der Vorbereitung ins Ausland reisen, um den Supercup auszuspielen.
Wie gut ist die DFL vor der neuen Saison darauf vorbereitet, gegen die zunehmende Gewaltbereitschaft in den Stadien vorzugehen?
Hier sind vor allem die Klubs gefordert, die für die Sicherheit in ihren Stadien zuständig sind. Viele Klubs haben die Sommerpause auch dafür genutzt, die Sicherheits-Infrastruktur auszubauen oder zu erneuern. Diese Schritte begrüssen wir.
Befürchten Sie durch diese Zwischenfälle ein negatives Licht auf die DFL und die Bundesliga?
Wir sind uns der Wirkung der Bilder bewusst und nehmen das Thema sehr ernst. Das zeigen auch die Gespräche, die wir in der Sommerpause unter anderem mit der Politik geführt haben. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen worum es hier geht. Wir haben in der Bundesliga fast ausschliesslich ausverkaufte Stadien und einen Zuschauerschnitt von über 44.000. Die allermeisten sind friedliche Fans und die sorgen für die einzigartige Atmosphäre bei den Bundesliga-Spielen.
Gerade die Relegation birgt viele Emotionen und auch Frustpotenzial, das Spiel Düsseldorf - Berlin endete beispielsweise im Chaos. Wird es aus Ihrer Sicht im deutschen Fussball weiterhin eine Relegation geben?
Wir werden uns nicht von kleinen Gruppen so unter Druck setzen lassen, dass wir überlegen, Wettbewerbe anders zu spielen. Das wird nicht passieren. Wir wissen, dass die Dramaturgie der Relegation eine besondere ist, das kann aber auch am 33. oder 34. Spieltag so sein.
SPORT1



















