Benfica-Kapitän rastet aus: Spielabbruch in Düsseldorf
Düsseldorf - Schon wieder ein Skandal in Düsseldorf:
Drei Monate nach dem Relegationsspiel gegen Hertha BSC hat es mit einem Spielabbruch nach einer unfassbaren Attacke gegen den Schiedsrichter schon vor dem Saisonstart der den nächsten skandalösen Vorfall in der Düsseldorfer Arena gegeben.
Diesmal allerdings gänzlich ohne Schuld von Aufsteiger Fortuna.
Luisao rastet aus
Im Testspiel gegen Benfica Lissabon sorgte Luisao für einen unglaublichen Zwischenfall und verursachte damit sogar einen Spielabbruch:
Der brasilianische Nationalverteidiger in Diensten des portugiesischen Rekordmeisters rannte in der 43. Minute wutentbrannt auf Schiedsrichter Christian Fischer zu und rammte diesen mit einem Bodycheck zu Boden.
Fischer blieb kurze Zeit benommen liegen und brach die Partie nach einigen Minuten ab.
In der Kabine musste der Unparteiische aus Hemer vom Mannschaftsarzt der Düsseldorfer versorgt werden. Beim Verlassen der Arena klagte Fischer über starke Kopfschmerzen.
Pfiffe nach Abbruch
Die rund 30.000 Zuschauer pfiffen lautstark, als der Spielabbruch bekannt gegeben wurde. Die Fortuna reagierte aber schnell und setzte die zweite Halbzeit als Trainingsspiel zweier Fortuna-Mannschaften fort.
Fischer hatte Luisaos Teamkollegen Javi Garcia nach zwei bösen Fouls innerhalb einer Minute gegen Oliver Fink die Gelb-Rote Karte zeigen wollen.
Dies hatte den Kapitän Benficas offenbar so erregt, dass er ausrastete.
"Schiedsrichter sichtlich angeschlagen"
"Der Schiedsrichter ist sichtlich angeschlagen, und wir sind todtraurig. Nach dem, was wir in den vergangenen Monaten durchmachen mussten, ist das eine frustrierende Situation, wo uns wieder sehr viel genommen wird", sagte Fortuna-Präsident Peter Frymuth bei SPORT1:
"Für uns ist das deprimierend, weil wir uns diesen Tag anders vorgestellt haben. Das sollte ein Feiertag sein. Der erste Test gegen einen internationalen Gegner, einen Champions-League-Teilnehmer und dann entsteht so etwas, da ist man einfach nur fassungslos."
Vorbereitung extrem gestört
Trainer Norbert Meier, der selbst vor Jahren mit einem vergleichsweise harmlosen Kopfstoss gegen den Kölner Spieler Albert Streit für Schlagzeilen gesorgt hatte, wusste ebenfalls nicht, wie ihm geschah.
"Das ist wieder mal was Neues", sagte er: "Der Schiedsrichter ist nicht von alleine gefallen, er war sogar kurzzeitig weggetreten."
Der Zwischenfall war auch wieder ein Schlag für die Saisonvorbereitung der Fortuna, die ohnehin vom Prozess-Marathon nach dem Relegationsspiel behindert war.
"Das stört die Vorbereitung extrem. Jetzt ist alles auf den Kopf gestellt," sagte Meier: "Aber wir können nichts dafür. Und alles, was wir machen konnten, war dieses Spiel mit zwei Fortuna-Teams fortzusetzen, damit die Fans wenigstens ansatzweise das Gefühl bekommen, nicht umsonst gekommen zu sein."
Beschwerde bei UEFA möglich
Präsident Frymuth kündigte aber an, über die Europäische Fussball-Union eine Möglichkeit zur Entschädigung der Zuschauer zu suchen.
"Wir werden an die UEFA rantreten und eine Lösung für unsere Fans suchen", meinte er: "Dafür brauchen wir aber erst einmal Zeit."
Auch die Spieler waren geschockt. "Ich stand zwei, drei Meter weg. Und dann rennt so ein Schrank auf den Schiedsrichter zu und checkt ihn, da ist ja klar, was passiert", sagte Kapitän Andreas Lambertz.
Skandalspiel in der Relegation
SPORT1
Im Relegations-Rückspiel am 15. Mai waren in der Nachspielzeit Hunderte von Düsseldorfer Zuschauern auf das Spielfeld gestürmt, sodass Schiedsrichter Wolfgang Stark die Partie für gut zwanzig Minuten unterbrechen musste, ehe er das Spiel noch einmal für rund 90 Sekunden fortsetzte.
Die Fortuna war zunächst zu einem Geisterspiel und 100.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Am Freitag wurde das Urteil in zwei "halbe" Geisterspiele und 150.000 Euro Geldbusse umgewandelt.
SPORT1



















