Werder: Neuanfang mit grossen Zielen
Von Felix Götz
München - Mit den Plätzen neun und 13 hat Werder Bremen zwei enttäuschende Jahre hinter sich.
Die finanziellen Reserven der Norddeutschen sind aufgebraucht, Stars wie Tim Wiese, Marko Marin, Claudio Pizarro und Naldo haben den Verein verlassen.
Werder baut gezwungenermassen eine neue Mannschaft auf - mal wieder.
"Wir haben über die ganzen Jahre immer wieder Spieler abgeben müssen. Es ist keine neue Situation", bleibt Trainer Thomas Schaaf gelassen.
14. Saison unter Schaaf
Der 51-Jährige geht in seine 14. Saison als Chefcoach in Bremen.
Er bildet gemeinsam mit Manager Klaus Allofs die konstante Achse beim Klub von der Weser.
Ärger um möglichen Sponsor
Für jede Menge Ärger rund um Werder sorgt derweil der Einstieg der Firma Wiesenhof als Trikotsponsor.
Fans und Tierschützer laufen gegen Geflügelfabrikanten Sturm, bei "Facebook" gibt es bereits die Gruppe "Wiesenhof als Werder-Sponsor? Nein, danke."
Doch vergeblich, am Montag wurde die Zusammenarbeit besiegelt. Werder soll zwischen fünf und acht Millionen Euro pro Saison von Wiesenhof bekommen.
Im zehnten Teil der Bundesliga-Vorschau von SPORT1: Werder Bremen
* Das ist neu:
Für die in der letzten Saison so wackelige Abwehr wurden mit Innenverteidiger Assani Lukimya-Mulongoti aus Düsseldorf und dem aus Liberec gekommenen Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie zwei Spieler geholt, die ihre Fähigkeiten schon unter Beweis gestellt haben.
Für das Mittelfeld wurde mit Kevin de Bruyne das belgische Ausnahmetalent vom FC Chelsea ausgeliehen.
Und auch in der Offensive sind mit Eljero Elia von Juventus Turin und dem vom FC Bayern ausgeliehenen Nils Petersen zwei Spieler neu dabei, in die Werder grosse Hoffnungen setzt.
Wobei Elia nicht gerade als pflegeleicht gilt.
* Das muss besser werden:
Ganz klar die Abwehr. In der vergangenen Saison kassierte Werder 58 Gegentore - nur Wolfsburg, Freiburg, Hertha BSC und Köln waren schlechter.
Schaaf muss sein mittlerweile etwas veraltetes Rautensystem überdenken, es muss im Vergleich zur vergangenen Saison mehr Tempo ins Spiel der Bremer.
Zudem muss es Schaaf gelingen, seiner jungen Mannschaft eine gewisse Konstanz einzuimpfen.
* Das sagen die Neuen und der Trainer:
"Es ist eine reizvolle Aufgabe. Es gibt viel Qualität im Kader, und man hat auch den einen oder anderen Spieler verpflichtet. Natürlich ist ein Umbruch da, aber mit den Spielern, die da waren, gab es auch keinen Erfolg. Die Zeit in Bremen ist reif für etwas Neues", sagte Petersen im SPORT1-.
Und Elia meinte im "Hamburger Abendblatt": "Ich weiss nicht, warum ich als Problemprofi abgestempelt werde. Obwohl ich in Turin nie spielen durfte, habe ich nie Ärger gemacht. Ich habe fast ein Jahr lang kein Interview gegeben, weil ich Taten statt Worte sprechen lassen will."
Schaaf ist optimistisch: "Es weht ein neuer Wind, die Stimmung ist gut. Wir wollen wieder interessanten Fussball spielen."
* Saisonziel:
Bremen möchte sich nach zwei Jahren Abstinenz wieder für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren.
"Wir streben die internationalen Plätze an", gibt Schaaf die Richtung vor.
Elia sieht es ähnlich: "Ich bin mir sicher, dass wir mit Werder um einen europäischen Platz spielen können."
* SPORT1-Prognose:
Kaum eine Mannschaft ist so schwer einzuschätzen wie Werder.
Wenn Schaaf aus seiner Truppe eine richtige Einheit formen kann und der Auftakt in die Saison gelingt, dann ist Platz sechs und der damit verbundene Einzug in die Europa League möglich.
Andernfalls droht erneut ein Jahr im Niemandsland der Tabelle.



















