''Martinez will zu Bayern, Bayern will den Spieler''
Von Thorsten Mesch und Reinhard Franke
München - Nur noch etwas mehr als zwei Wochen, dann startet die Bundesliga in ihre 50. Spielzeit.
Der FC Bayern wird alles daran setzen, am Ende der Jubiläumssaison dort zu stehen, wo der deutsche Rekordmeister seinem Selbstverständnis nach hingehört: auf Platz eins.
Momentan reicht es allerdings nicht einmal zu einem Testspiel in Grossaspach - wegen akuten Personalmangels sagten die Bayern die für Mittwoch geplante Partie beim Regionalligisten ab.
Alternative zu Schweinsteiger gesucht
Die Verletztenliste ist lang: Mario Gomez, Claudio Pizarro, David Alaba und Bastian Schweinsteiger - um nur die prominentesten Ausfälle zu nennen.
Zwar gab Trainer Jupp Heynckes bei Schweinsteiger schon Entwarnung, doch wie es aussieht, fragen sich die Vereinsoberen, ob der zuletzt physisch und psychisch angeschlagene Nationalspieler eine ganze Saison unter Volllast bestreiten kann.
Die Suche nach einer echten Verstärkung für das Mittelfeld blieb bislang ohne Erfolg.
Martinez eigentlich zu teuer
Lars Bender muss in Leverkusen bleiben, Wunschkandidat Javier Martinez war zu teuer.
40 Millionen Euro ruft Athletic Bilbao für den spanischen Nationalspieler auf, der zudem jüngst erklärte, er wolle seinen bis 2016 laufenden Vertrag bei den baskischen "Löwen" erfüllen.
Die Bayern schienen Martinez schon abgehakt zu haben, jedoch sieht es jetzt so aus, als könne der Transfer doch noch über die Bühne gehen.
"Chancen stehen 50:50"
"Es ist eine Situation entstanden, wo es an der Ablösesumme liegt. Der Junge wartet gerade ab, was aus der Sache wird", sagt Martinez' Berater Ersin Akan gegenüber SPORT1.
"Er will zu Bayern, Bayern will den Spieler nach wie vor. Ich weiss, dass das Interesse noch besteht: Es liegt nur an der Ablösesumme", erklärt Akan.
Martinez fühle sich wohl in Bilbao, aber "er lässt alles auf sich zukommen. Er würde sich schon freuen, wenn ein Wechsel klappt."
Es gebe "keine Deadline für den Transfer, es kann schnell gehen. Ich schätze die Chancen auf 50:50", meint der Berater.
Hoeness: Es liegt nur an der Ablöse
Ganz ähnlich scheinen die Bayern-Verantwortlichen die Wahrscheinlichkeit einzuschätzen, dass Martinez doch nach München kommt.
Dass der Europameister mit seiner baskischen Heimat verbunden ist, sei nicht das Problem, findet FCB-Präsident Uli Hoeness.
"Das einzige Problem ist noch die hohe Ablösesumme, dazu kann sich hier im Moment keiner durchringen", liess Hoeness gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" verlauten.
Grosse Investitionen in Gomez und Neuer
"Ich kenne Bayern nicht, ich weiss nicht, wie weit die gehen können", sagt Akan, doch er ist sich sicher: "Wenn man sich einigt, wird der Wechsel klappen".
Dass die Bayern im Einzelfall durchaus bereit sind, für einen Spieler richtig viel Geld auf den Tisch zu legen, haben sie zuletzt bei den Transfers von Mario Gomez und Manuel Neuer gezeigt.
Gomez kam 2009 für geschätzte 35 Millionen Euro aus Stuttgart an die Isar, für Neuer überwiesen die Bayern im vergangenen Sommer fast 20 Millionen an Schalke 04.
Nun müssen sich Hoeness, Sportvorstand Matthias Sammer, Vorstandboss Karl-Heinz Rummenigge und Finanzchef Karl Hopfner überlegen, wie viel ihnen Martinez wert ist.



















