Butt hört bei Bayern auf - kommt Böger?
Von Thorsten Mesch und Christian Ortlepp
München - Überraschender Abschied von Jörg Butt, Keilerei beim Training und eine lange Verletztenliste - der FC Bayern kommt zweieinhalb Wochen vor dem Start der Bundesliga nicht zur Ruhe.
Neben "Sorgenkind" Mario Gomez sorgte am Dienstag Jörg Butt für Schlagzeilen.
Der ehemalige Torhüter gab unerwartet seinen Posten als Leiter des Jugendleistungszentrums der Bayern auf.
"Tätigkeitsfeld falsch eingeschätzt"
"Ich bin mir selbst und damit auch dem FC Bayern gegenüber ehrlich: Ich habe dieses Tätigkeitsfeld, für das ich nun seit einigen Wochen verantwortlich bin, falsch eingeschätzt", liess Butt per Pressemitteilung verlauten.
Er sei "mit grosser Begeisterung an meine neue Tätigkeit herangetreten, musste allerdings feststellen, dass mir diese Aufgabe nicht die gewünschte Zufriedenheit und Passion bringt", erklärte 38-Jährige weiter: "Ich danke dem FC Bayern für sein Verständnis."
Bayern-Führung überrascht
Auch die Bayern-Führung hatte den Schritt des ehemaligen Nationaltorhüters nicht erwartet.
"Jörg Butts Bitte um Freistellung hat uns völlig überrascht", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.
"Jörg Butt ist ein geradliniger und konsequenter Mann. Darum werden wir diese Entscheidung, auch wenn wir sie bedauern, akzeptieren."
Butt hatte seine aktive Laufbahn erst mit Ende der vergangenen Saison abgeschlossen.
Böger ein möglicher Kandidat
Wer Butts Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt. Ein möglicher Kandidat könnte Stefan Böger sein.
Der ehemalige Profi war unter dem damaligen DFB-Sportdirektor und jetzigem Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer Junioren-Coach beim Deutschen Fussball-Bund. Dort ist Böger seit 2008 angestellt. Aktuell ist er Trainer der deutschen U-17-Auswahl.
Sportlicher Leiter des Juniorteams ist der ehemalige Bayern-Verteidiger Michael Tarnat.
Offen bleibt, ob der Rückzug von Butt etwas mit den jüngsten personellen Veränderungen in der Sportlichen Leistung des FC Bayern zu tun hat.
Der ehemalige Sportdirektor Christian Nerlinger hatte ihn in die Jugendarbeit geholt, doch Nerlinger wurde im Juni von Sammer abgelöst.
Gomez' Operation "gut verlaufen"
Jupp Heynckes plagen unterdessen andere Sorgen. Der Trainer muss wie erwartet einige Wochen auf Torjäger Mario Gomez verzichten.
Der 27-Jährige wurde am Dienstag am Sprunggelenk operiert. Bei dem Eingriff wurden dem Nationalspieler freie Gelenkkörper im linken Fuss entfernt.
"Die Operation ist sehr gut verlaufen. Mario wird voraussichtlich drei Wochen mit dem Training aussetzen müssen, danach kann er wieder ins Aufbautraining einsteigen", sagte Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.
Er sei froh, "dass die OP gut verlaufen ist, dass die Schmerzen weg sind", meinte Gomez: "Jetzt werde ich ein wenig Geduld brauchen, danach aber alles dafür tun, dass ich möglichst schnell wieder einsatzfähig bin."
Pizarro plagen muskuläre Probleme
Der Stürmer, der zuletzt von FCB-Präsident Uli Hoeness kritisiert worden war, war am Samstag beim Liga-total!-Cup im Spiel gegen Hamburg in der 42. Minute mit Schmerzen ausgewechselt worden.
Gomez reiste deshalb frühzeitig nach München zurück, wo er noch am Sonntag eingehend untersucht worden war.
Als einzige Alternative im Angriff steht Heynckes derzeit Mario Mandzukic zur Verfügung, da Claudio Pizarro auch angeschlagen ist. Den 33 Jahre alten Peruaner plagen Probleme am Hüftbeuger.
Entwarnung bei Schweinsteiger
Verzichten müssen die Münchner auch auf die verletzten Rafinha, David Alaba und Diego Contento. Zudem war Bastian Schweinsteiger am Sonntag beim Spiel gegen Hamburg umgeknickt.
Der 28-Jährige musste sich am Montag in ärztliche Behandlung begeben, soll aber bald wieder ins Training einsteigen können. Heynckes hatte bereits Entwarnung gegeben.
Testspiel wegen Personalmangels abgesagt
Den langfristigen Ausfall von Gomez bezeichnete der Bayern-Coach dagegen als "herben Rückschlag. Aber gut, wir werden auch das überstehen", gab sich Heynckes dennoch nicht sonderlich beunruhigt.
"Man sieht, wie wichtig es ist, dass man in dem Bereich Spieler verpflichtet hat. Da ist es gut, dass wir im Kader gut bestückt sind."
Wegen der personellen Probleme hatte der FC Bayern ein für Mittwoch geplantes Testspiel bei der SG Sonnenhof Grossaspach kurzfristig absagen müssen.
Badstuber und Can geraten aneinander
Derweil ging es am Dienstag im Training sehr aggressiv zur Sache.
Nach einem Zweikampf gerieten Nationalspieler Holger Badstuber und Emre Can aneinander. Es gab ein heftiges Wortgefecht und eine Rangelei.
Kapitän Philipp Lahm und Franck Ribery schlichteten schliesslich.
SPORT1



















