HSV: Ausrufezeichen gegen das Krisengerede
Von Eric Böhm
München - Zum 125. Geburtstag hat der Bundesliga-Dino die grossen Namen in Hamburg zu Gast.
Neben Bayern München und Werder Bremen (2. Halbfinale ab 18.30 Uhr im LIVE-TICKER) tritt auch Borussia Dortmund beim LIGA total!-Cup 2012 in der Hansestadt an.
Viele Experten befürchten jedoch, dass es für den gastgebenden Hamburger SV einer von ganz wenigen Auftritten im Konzert der Grossen werden könnte.
Beim ersten Halbfinale gegen den Deutschen Meister (ab 16.40 Uhr im LIVE-TICKER) will das letzte verbliebene Bundesliga-Gründungsmitglied aber ein Ausrufezeichen setzen und die bisher mässige Vorbereitung vergessen machen.
"Dieses Bild in der Öffentlichkeit ist mir viel zu schlecht. Wir werden eine bessere Saison spielen als zuletzt", sagte Trainer Thorsten Fink im "kicker".
Zweifel an der Leistungsstärke
Zweifel an der Leistungsstärke des HSV bleiben aber.
Beim Jubiläumsspiel war selbst die B-Elf des FC Barcelona deutlich zu stark, auch beim Peace Cup in Südkorea lief es trotz zweier Siege nicht optimal.
Dazu kommen die Abgänge der potenziellen Leistungsträger Gökhan Töre, Mladen Petric, Paolo Guerrero oder David Jarolim.
Die diversen Rangeleien im Training und der heftige Zoff zwischen Fink und Abwehrspieler Slobodan Rajkovic deuten nicht gerade auf eine herausragende Teamchemie hin.
"Es wird viel über Atmosphäre und Qualität gemutmasst. Das gefällt mir nicht. Ich sehe uns auf einem guten Weg und bin positiv gestimmt", versucht Fink dennoch eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen.
Kein Abstiegskampf in der Jubiläumssaison
Schliesslich will das Bundesliga-Urgestein in der 50. Saison nicht wieder gegen den Abstieg spielen.
Gegen den offensivstarken BVB steht vor allem die Verteidigung um den neuen Keeper Rene Adler vor einem Härtetest.
"Auf den anderen Positionen werden ich tauschen. Jeder kann sich austoben und zeigen, was er kann und dass er in die erste Elf gehört. Die Abwehr soll sich in beiden Spielen weiter einspielen", bestätigt Fink, dessen Team bei einer Niederlage Sonntag noch das Spiel um Platz drei bestreiten würde.
Trotzdem baut der Coach schon für einen eventuellen Misserfolg vor.
"Einen Tod müssen wir sterben"
"Einen Tod müssen wir sterben: Entweder wir konzentrieren uns auf den Cup oder die Liga. Ich kann keine Rücksicht nehmen. Wichtig ist, was in der Saison läuft", betonte Fink.
Da der gesuchte Innenverteidiger noch auf sich warten lässt werden Michael Mancienne und Jeffrey Bruma in der Zentrale eine weitere Chance erhalten.
Sportchef Frank Arnesen sucht zudem händeringend nach einem Mittelfeldspieler.
"Ich arbeite 24 Stunden am Tag, um unseren Kader zu verstärken. Das Problem ist, dass wir viele Ideen haben, aber einiges leider finanziell gar nicht machbar ist", erklärt der Däne in der "Morgenpost".
Im neuen System mit einer Spitze will sich Zugang Artjoms Rudnevs in Szene Setzen. Der Lette soll Petric und Guerrero vergessen machen.
Vorfreude bei Westermann
"Es werden zwei super Tests für uns. Danach wird man sehen, wo wir stehen und in welchen Bereichen wir uns noch verbessern müssen", freut sich Kapitän Heiko Westermann auf das Turnier, das die heisse Phase der Vorbereitung einläutet.
Ob die Partie gegen die favorisierten Dortmunder Rückschlüsse auf das Duell am ersten Spieltag in drei Wochen zulässt, ist allerdings fraglich.
In einem Survialcamp in Schweden versuchte Trainer Fink trotzdem, das Team unter Härtebedingungen zusammenschweissen.
"Es hat sich gelohnt, diese Tage zu opfern. Dieses Turnier hat einen hohen Stellenwert. Wir sind der HSV und können auch Fussball spielen", verbreitet Fink nun Optimismus.
Beim LIGA total!-Cup wird sich zeigen, ob er Recht hat.
SPORT1



















