Erster Härtetest für 96: Kleiner Gegner, grosse Bedeutung
Dublin/Hannover - Jetzt wird's ernst für Hannover 96.
Mehr als drei Wochen vor dem Saisonauftakt müssen die Niedersachsen als erster Bundesligist zu einem Pflichtspiel antreten.
Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka trifft in der dritten Runde der Qualifikation zur Europa League am Donnerstag zunächst in Dublin auf St. Patrick's Athletic.
Ein Gegner mit einem kleinen Namen, aber eine Begegnung von grosser Bedeutung.
Einnahmen in Millionenhöhe möglich
Denn für Hannover geht es um die Fortsetzung der erfolgreichen Europa-Tour der vergangenen Saison - und um die Aussicht auf Einnahmen in Millionen-Höhe.
Leichtsinn ist vor dem Aufeinandertreffen mit den Halbprofis aus Irland daher streng verboten.
"Es ist immer schwer, wenn man der Favorit ist und der Underdog nichts zu verlieren hat", sagte Jan Schlaudraff warnend:
"Zudem ist deren Liga schon voll im Gange, für uns ist es das erste Pflichtspiel."
Erneuter Triumphzug durch Europa?
Im 5947 Zuschauer fassenden Tallaght Stadium wollen die Niedersachsen die Weichen für einen erneuten Triumphzug durch Europa stellen.
"Wir sind in den zwei Spielen natürlich Favorit, entsprechend gehen wir es an", sagte Cheftrainer Mirko Slomka.
"Wir wollen über die Play-offs in die Gruppenphase - das ist die klare Zielsetzung."
Im Vorjahr im Viertelfinale
Die Europa-Tour in der vergangenen Saison hat Hannover den Mund wässrig gemacht.
Nach begeisternden Auftritten in Sevilla, in Kopenhagen oder gegen Standard Lüttich stand der "kleine HSV" plötzlich im Fokus und hat nun eine richtig breite Brust bekommen.
Nordrivalen wie der VfL Wolfsburg, Werder Bremen oder der Hamburger SV konnten nur neidisch zusehen, wie Hannover Runde um Runde bis zum Viertelfinale überstand.
Dort war gegen den späteren Titelträger Atletico Madrid jedoch Schluss.
Pinto heiss auf eine Wiederholung
"Man hat letzte Saison gesehen, wie geil Europa ist", sagt Mittelfeldkämpfer Sergio Pinto.
Die Auftritte der "Roten" in der Europa League brachten nicht nur Sympathien ein, sondern zahlten sich auch in harter Währung aus.
Klub-Präsident Martin Kind konnte 8,4 Millionen Euro an Prämien von der UEFA einkassieren, dazu kamen Fernsehgelder und Sponsorenprämien - insgesamt blieb ein Millionen-Gewinn hängen.
Einen Teil davon reinvestierte Sportdirektor Jörg Schmadtke sofort.
Der brasilianische Innenverteidiger Felipe von Standard Lüttich (2,5 Millionen Euro), Rückkehrer Szabolcs Huszti von Zenit St. Petersburg und der Japanaer Hiroki Sakai, die jeweils eine Million Euro kosteten, sollen die sportliche Qualität des Kaders erhöhen.
Personelle Probleme für Slomka
Auf Felipe muss Slomka derzeit allerdings nach einem Muskelfaserriss verzichten, Sakai spielt aktuell bei den Olympischen Spielen für die Auswahl Japans.
Auch Angreifer Mame Diouf, in der vergangenen Saison gefeierter Europacup-Held, fehlt nach seiner Aussenbandverletzung.
Doch auch so sollte der Kader von Slomka die Aufgabe gegen die Halbprofis von St. Patrick's Athletic problemlos lösen können.
Die "Feierabend-Profis" aus Dublin können allein vom Fussball nicht leben, sie verdienen sich Geld in der Stadtverwaltung oder im Krankenhaus dazu.
Im Mini-Hexenkessel muss Hannover daher eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 9. August schaffen, alles andere wäre eine herbe Enttäuschung.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
St. Patrick's Athletic: Clarke - O'Brien, Kenna, Browne, Bermingham - Russel, Chambers, Bolger - O'Connor, Fagan - Forrester
Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Haggui, Eggimann, Schulz - Schmiedebach, Pinto - Stindl, Huszti - Schlaudraff, Abdellaoue
Schiedsrichter: Bognar (Ungarn)
SPORT1











