Fürth: ''Seele und Geist'' für den Klassenerhalt
Von Reinhard Franke
München - Ganz Fürth macht sich bereit und fiebert dem ersten Bundesliga-Anpfiff in der Vereinsgeschichte entgegen.
Die Franken freuen sich auf 34 neue Feiertage.
Gleich am ersten Spieltag der neuen Saison kommt Bayern München in den Ronhof und beschert den "Kleeblättern" ein absolutes Highlight.
Der erste Aufstieg in der Klub-Historie - in den letzten Jahren haben es viele Trainer versucht mit dem Verein in die Eliteliga aufzusteigen, doch stets wurde das grosse Ziel nur knapp verpasst.
Die Fürther, die bis dato als "unaufsteigbar" galten, haben mit ihrem Aufstieg aber auch in anderer Hinsicht für eine besondere Fussnote in der Fussball-Historie gesorgt.
Mit ihnen, dem FC Bayern, dem 1. FC Nürnberg und dem FC Augsburg treten erstmals vier bayerische Klubs in der Bundesliga an.
Im dritten Teil der Bundesliga-Vorschau beleuchtet SPORT1 die SpVgg Greuther Fürth:
* Das ist neu:
Neu ist quasi alles, was im Vorfeld der Bundesliga rund um die Spielvereinigung passiert. In der Sommerpause wurde die Fürther Arena auf Vordermann gebracht.
Eine neue Tribüne für die Gästefans wurde gebaut, ein neuer Pressebereich und eine neue VIP-Lounge installiert. Auch die Dixi-Klos sind verschwunden. Natürlich wurde die Mannschaft verstärkt. (Sommerfahrplan)
Der prominenteste Zugang ist der dänische EM-Stürmer Tobias Mikkelsen, der seinen Wechsel darin begründete, dass er "lieber in Fürth spielt als in der Championsleague."
Sein Wechsel vom dänischen Meister FC Nordsjaelland sei "ein Schritt nach vorne. Fürth ist der richtige Klub: eine junge Mannschaft, guter Teamgeist, offensiver Fussball", so Mikkelsen im "kicker".
Mikkelsen soll den Unterschied machen. Mit ihm hat Trainer Mike Büskens im Angriff mehr Optionen. Nach SPORT1-Informationen soll noch ein kopfballstarker Angreifer kommen
Ansonsten holte die Spielvereinigung bis auf Thanos Petsos (vom 1. FC Kaiserslautern) und Zoltan Stieber (Mainz 05) nur Spieler, die noch keine Erstliga-Erfahrung haben.
Doch dass Fürth eine unerfahrene Truppe ins Haifischbecken Bundesliga schickt, sehen die Verantwortlichen gelassen.
"Wir können nur junge, hoffnungsvolle Spieler holen, in denen wir Potenzial sehen, die wir noch weiterentwickeln wollen. Aber das ist eine Aufgabe, mit der sich der Verein auskennt. Bisher haben wir einzelne Spieler für die Bundesliga entwickelt, jetzt gehen wir den Schritt gemeinsam", sagte Büskens zuletzt im SPORT1-Interview (INTERVIEW: "Wer mitzieht, bekommt von mir das letzte Hemd").
* Das soll besser werden:
Mit Stephan Schröck (1899 Hoffenheim) und dem letztjährigen Toptorjäger der 2. Liga, Olivier Occean (Eintracht Frankfurt), verliessen zwei Leistungsträger den Klub. Die Franken wollen zukünftig versuchen auch mal wichtige Spieler halten zu können. Früher galt der Verein als "unaufsteigbar", heute startete man euphorisch die "Aufsteigbar-Tour".
Im Frankenland soll das Selbstbewusstsein also weiter verbessert werden.
* Das sagt der Präsident:
"Wir sind endlich da, wo wir immer hin wollten. Wir spüren aber in allen Bereichen, dass das, was auf uns zukommt, schon ganz schön gewaltig ist", erklärt Helmut Hack im Gespräch mit SPORT1.
"Wir müssen uns erst einmal finden, müssen viel improvisieren und haben alle Hände voll zu tun, aber wir tun das gerne und voller Leidenschaft."
Und weiter: "Die 1. Liga wird für uns Herausforderung und Gefahr gleichermassen sein. Die dauerhafte Existenz unseres Vereins ist am Saisonende immer das wichtigste Gut. Wir können nur mit einer jungen hungrigen Truppe bestehen und mit einem unglaublichen Teamgeist, nicht mit Stars."
Der Klubchef blickt zuversichtlich Richtung Saisonstart: "Wir werden der Bundesliga mit unsere Art und Weise gut tun. Wenn die Seele und der Geist zusammenwächst, sind Überraschungen drin."
Doch Hack ist Realist: "Der Aufstieg in die Bundesliga war das erste Wunder, das Drinbleiben wäre das zweite."
* Saisonziel:
Wie bei jedem Aufsteiger kann das Ziel auch bei den Fürthern nur Klassenerhalt heissen. Am Ende über dem Strich zu stehen, das ist es, wofür Büskens seine Spieler motivieren will.
Alles andere wäre Träumerei. Und Büskens, den Hack "Häuptling" nennt, ist kein Träumer. Für den Ligaverbleib nimmt man sich ein Beispiel an Augsburg, Mainz oder Freiburg.
"Über die Geschlossenheit, das Potenzial und die Leidenschaft kann man einiges bewegen. Das sind die Pfunde, mit denen man wuchern kann", sagt Büskens.
* SPORT1-Prognose:
Trotz aller Vorfreude: Fürth gehört zu den Abstiegskandidaten. Aber das galt letztes Jahr auch für Augsburg.
Mit der Leidenschaft und der Begeisterungsfähigkeit, mit der Büskens seinen Job ausübt, könnte eine Menge drin sein. Der Glaube versetzt vielleicht auch in Fürth Berge.
Wenn die Truppe von Verletzungen verschont bleibt und als Kollektiv auftritt, könnte am Ende Platz 16 oder gar 15 rausspringen.
SPORT1



















