BVB nach Reus-Debüt hungrig auf mehr
Von Matthias Becker
München/St. Gallen - Eine Stunde musste sich die schwarz-gelbe Fan-Gemeinde gedulden, dann hatte Jürgen Klopp ein Einsehen.
In der 61. Minute liess der BVB-Trainer beim 2:1 (1:0)-Testspielsieg von Borussia Dortmund gegen den FC St. Gallen auswechseln - und Marco Reus lief erstmals wieder im Trikot seines Jugendvereins auf den Rasen (NEWS: BVB schlägt St. Gallen).
Keine 20 Minuten später hatte der 17,1-Millionen-Mann schon angedeutet, weshalb der Double-Sieger für ihn so viel Geld an Borussia Mönchengladbach überwiesen hat.
Mit einem gefährlichen Kopfball scheiterte Reus zwar noch, keine zehn Minuten später leitete er aber jene Kombination ein, die Kevin Grosskreutz schliesslich zum Siegtreffer vollendete.
"Etwas ganz Besonderes"
Für den BVB war es in der bislang etwas holprigen Vorbereitung der dritte Sieg im fünften Spiel - für Reus war es noch deutlich mehr als das.
"Ich bin froh, dass mein erstes Spiel für Dortmund gemacht habe", sagte er SPORT1: "Das war etwas ganz Besonderes."
Von den Dortmunder Fans, die unter den gut 10.000 Zuschauern dominant waren, wurde der Nationalspieler schon beim ersten Einsatz gefeiert.
Schwächephase nach der Pause
Seit Sonntag ist Reus bei der Mannschaft, am Montag wurde er offiziell vorgestellt. Auch er hat natürlich mitbekommen, dass die ersten Tests ohne die Nationalspieler nicht optimal verlaufen waren.
"Wir haben eine harte Vorbereitung vor uns und müssen uns peu a peu verbessern, damit wir bis zum ersten Spiel bei 100 Prozent sind", forderte Reus.
Auch in St. Gallen schwächelte der BVB in der zweiten Halbzeit noch, was aber hauptsächlich den sechs Wechseln zuzurechnen sein dürfte, die Klopp in der Pause vornahm.
Polen-Trio auf der Höhe
In der ersten Hälfte hatte sich Dortmund, angetrieben von den drei polnischen EM-Teilnehmern Lukasz Piszczek, Robert Lewandowski (Torschütze zum 1:0) und Jakub Blaszczykowski, noch verbessert präsentiert.
"Die Vorbereitung ist die schwerste Zeit für uns, wir merken das alle in unseren Knochen. Das hat man auch ein bisschen im Spiel gesehen", stellte Blaszczykowski bei SPORT1 zwar fest, gab aber schon grosse Ziele aus:
"Wir wollen in der Bundesliga gut und in der Championsleague besser spielen."
"Hungrig und motiviert auf mehr"
Sven Bender, der die Mannschaft als Ersatz-Kapitän auf den Rasen geführt hatte, macht sich um den Formaufbau keine Sorgen. Das erste Pflichtspiel steigt schliesslich erst in gut drei Wochen im Pokal beim FC Oberneuland.
"Wir erarbeiten uns jetzt erst unsere Form", sagte er SPORT1. Befürchtungen, der BVB könne nach zwei titelreichen Jahren infolge satt sein, zerstreute der Mittelfeldspieler.
"Jeder nutzt seine Einsatzzeit, um alles rauszuhauen", versicherte Bender: "Bei uns kehrt keine Zufriedenheit ein. Alle Jungs bleiben hungrig und motiviert auf noch mehr."
Höhere Titel-Prämie
Den Verein könnte der ungebremste Titelhunger teuer zu stehen kommen.
Wie die "Bild" berichtet, würde die Mannschaft im Falle eines erneuten Double-Gewinns fünf Millionen Euro Prämie einstreichen. Vergangene Saison kassierten die BVB-Profis vier Millionen Euro.
Für einen Titel sollen immerhin noch 2,5 Millionen Euro fliessen.
"Es ist doch klar, dass der Gewinn von Titeln nicht bestraft wird. Bei uns wird das Leistungsprinzip gefördert", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.
Hummels und Götze pausieren
Blaszczykowski, der kürzlich seinen Vertrag bis 2016 verlängert hat, hoffte bereits darauf, "dass wir in den nächsten Jahren genauso viele Titel wie in den letzten zwei Jahren holen".
Daran denkt Coach Klopp sicher noch nicht, will aus der Partie in St. Gallen aber "eine Menge Erkenntnisse" gewonnen haben.
Verzichten musste er allerdings noch auf Mats Hummels (Oberschenkelprobleme) und Mario Götze (Augenentzündung).
SPORT1



















