Nach Barcas B-Elf-Farce: HSV schaltet Anwälte ein
Hamburg - Kein Handy, keine Zeitung - kein Messi.
Der Hamburger SV nimmt Reissaus, fährt am Wochenende zum Überlebenstraining in die Einöde Schwedens.
Geplant war die Teambuilding-Massnahme schon länger, doch der Zeitpunkt könnte kaum passender sein.
Denn in der Vorbereitung der Hanseaten ist es derzeit wie verhext: Selbst das mit viel Bohei angekündigte Jubiläumsspiel gegen den grossen FC Barcelona sorgte am Ende für frustrierte Gesichter.
Die Spanier schickten eine verstärkte Nachwuchsmannschaft auf den Hamburger Rasen, Weltfussballer Lionel Messi musste verletzt passen.
Nun prüfen die Hanseaten juristische Schritte.
14 Topstars nicht dabei
"Wir waren alle unzufrieden und enttäuscht, dass Messi nicht dabei war", sagte Fink nach dem Spiel, "das war ja auch ein Grund, warum wir den FC Barcelona und nicht eine andere Mannschaft ausgesucht haben."
Bei der 1:2-Niederlage gegen den Weltpokalsieger hatte der HSV schon vor dem Anpfiff verloren.
14 Topstars des FC Barcelona waren in Katalonien geblieben und sorgten damit für den nächsten Dämpfer in der Vorbereitung:
Erst brachte die Prügelei von Slobodan Rajkovic und Son Heung-Min Unruhe, dann sorgte die öffentliche Einmischung von Investor Klaus-Michael Kühne in Hamburgs Transfer-Aktivitäten für Stress.
Verträge beim Anwalt
Nun hat der HSV auch noch Ärger mit dem FC Barcelona.
Durch eine Messi-Klausel im Vertrag reduzierte sich die 1,2-Millionen-Gage für den 21-maligen spanischen Meister zwar um 400.000 Euro, doch das ist dem HSV nicht genug.
Die Verträge liegen beim Anwalt auf dem Tisch, 800.000 Euro sind den Hanseaten für einen Testkick gegen Barcas B- bis C-Auswahl zuviel.
Viele der 57.000 Zuschauer, denen der HSV vor dem Spiel die Rückgabe der Karten angeboten hatte, waren sichtbar enttäuscht.
Trainer will Verstärkungen
Die Leistung der Hamburger gegen Barcelona trug nicht gerade dazu bei, die Stimmung rund um das Spiel zu verbessern.
"Wir hatten eine anstrengende Reise hinter uns und waren daher nicht so frisch", sagte Fink zu Recht, erst am Montag war der HSV von der erfolgreichen Südkorea-Reise zurückgekehrt.
Dennoch zeigte sich erneut, dass Fink weitere Qualität in seinem Kader benötigt.
"Wir haben gesagt, was wir machen wollen", sagte der Cheftrainer:
"Einen Achter, einen Zehner und ich denke, dass wir nach den Ereignissen in den letzten Wochen auch noch auf der Innenverteidiger-Position jemanden brauchen."
Töre vor Wechsel
Viel zu tun für Sportdirektor Frank Arnesen, der zumindest weiteres Kapital generieren kann.
Denn Mittelfeldspieler Gökhan Töre steht kurz vor einem Wechsel zum russischen Pokalsieger Rubin Kasan.
"Wir haben uns auf einen Wechsel von Gökhan Töre geeinigt", sagte Arnesen:
"Sobald Gökhan den Medizincheck bestanden hat, unterschreibt er bei Kasan einen Vertrag."
Mehr als fünf Millionen Euro will Kasan für Töre bezahlen, die Hälfte davon muss Arnesen an Töres Ex-Klub FC Chelsea weiterreichen.
Konkurrenzangebot von Fenerbahce
Auch den Transfer des 23 Jahre alten kroatischen Nationalspielers Milan Badelj wollte Arnesen zügig zu Ende bringen, die Verpflichtung des Mittelfeldspielers von Dinamo Zagreb galt als nahezu perfekt.
Doch nun hat Fenerbahce Istanbul ein hochdotiertes Konkurrenzangebot vorgelegt und droht den HSV auszustechen.
Aber Überlebenskampf ist der Traditionsklub von der Elbe ja gewohnt.
SPORT1



















