Bender und Schürrle: Noch viel vor mit Bayer
Von Thorsten Mesch
München/St. Gallen - Die Aussage ist eindeutig und unverändert.
Leverkusen will und wird Lars Bender und Andre Schürrle nicht ziehen lassen.
"Die beiden werden bei Bayer 04 Leverkusen spielen und nirgendwo anders", liess Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser im Trainingslager in St. Gallen verlauten.
"Bender und Schürrle sind Eckpfeiler unserer Zukunft. Wir verkaufen sie nicht", betonte Sportdirektor Rudi Völler.
Und Bender selbst bekannte sich klar und deutlich zu seinem Klub.
"Ich habe erst kürzlich meinen Vertrag in Leverkusen verlängert und will jetzt den nächsten Schritt mit Bayer 04 gehen. Damit ist absolut alles gesagt, ich möchte und werde mich an weiteren Spekulationen nicht beteiligen", sagte der 23-Jährige mit Nachdruck.
50 Millionen Euro ausgeschlagen
25 Millionen Euro soll das Angebot des FC Chelsea für Schürrle betragen haben, und bei genau dieser Summe soll die Schmerzgrenze des FC Bayern für eine Bender-Offerte liegen.
50 Millionen quasi auf einen Schlag einzunehmen - für viele Vereine eine verlockende Vorstellung. Doch Bayer verzichtet auf schnelle Einnahmen und macht eine andere Rechnung auf.
Ohne Bender und Schürrle wären die Chancen auf die Teilnahme an einem finanziell lukrativen europäischen Wettbewerb deutlich geringer. "Wir haben hohe Ziele und viele Ziele", unterstreicht Völler.
Versprechen für die Zukunft
Die Zielsetzung ist klar: Leverkusen will international vertreten sein. "Und dafür brauchen wir die beiden", erklärt Völler wohl wissend, dass beide Profis nicht adäquat zu ersetzen wären.
Mit beiden plant Bayer die Zukunft. Schürrle, der im vergangenen Sommer für zehn Millionen Euro von Mainz 05 gekommen war, hat bei Bayer einen Vertrag bis 2016.
Bender hat seinen Kontrakt erst im März bis 2017 verlängert. Er war 2009 für 2,5 Millionen Euro von 1860 München ins Rheinland gewechselt.
"Bender ist unverkäuflich"
Der FC Bayern würde den Mittelfeldspieler, der während der EM im Spiel gegen Dänemark einen grossen Auftritt als Rechtsverteidiger und Torschütze hatte, gern zurück an die Isar holen.
Vorausschauend habe er Bender bei der EM schon eine SMS geschrieben, hatte Bayern-Trainer Jupp Heynckes vergangene Woche verraten.
Was Heynckes, von 2009 bis 2011 Benders Coach in Leverkusen, lächelnd preisgab, war durchaus ernst gemeint. Holzhäuser bestätigte ein Angebot aus München, erteilte den Abwerbungsversuchen jedoch eine klare Absage.
"Lars Bender ist unverkäuflich. Wir geben ihn nicht ab", sagte der Geschäftsführer SPORT1.
Holzhäuser sauer auf Bayern
Allzu gut zu sprechen auf seinen ehemaligen Angestellten Heynckes war Holzhäuser nicht.
Er sei "verärgert und sehr verwundert, dass Jupp Heynckes das Thema Bender indirekt öffentlich gemacht hat", hatte er der "Bild am Sonntag" gesagt.
Leverkusen habe mit den Bayern "vereinbart, das Thema nicht öffentlich zu machen. Und dass der Spieler nicht angesprochen wird. Ich bin erstaunt, dass Jupp Heynckes jetzt plötzlich SMS schreiben kann."
Völler: "Sind völlig gelassen"
Doch das Thema ist abgehakt. Man sei Bender betreffend "völlig gelassen", erklärte Völler und ergänzte, im Fall Schürrle seien die Missverständnisse ausgeräumt.
Die Enttäuschung darüber, dass aus einem Wechsel zum FC Chelsea, für den er schon als Kind schwärmte, nichts geworden ist, hat der 21-Jährige überwunden.
Das Interesse der Blues habe ihn "auch ein bisschen stolz gemacht", gibt er zu. Doch das ist Vergangenheit. Die Zukunft heisst Leverkusen.
Gute Stimmung und hohe Ziele
"Wir lachen viel und haben eine gute Stimmung, trotzdem herrscht zugleich die volle Konzentration", sagt Schürrle zur Arbeit unter Teamchef Sami Hyypiä (38) und Cheftrainer Sascha Lewandowski (40): "Das kann richtig gut werden diese Saison."
Auch Bender hat noch viel vor mit Bayer. "Unser Ziel ist ganz klar, wieder in die Championsleague zu kommen. Wenn wir alle alles abrufen, dann können wir ein absolutes Wort mitreden", erklärte der gebürtige Rosenheimer.
Stafylidis unter Beobachtung
Vielleicht bekommen Schürrle und Bender schon bald Verstärkung.
Von Paok Saloniki soll Linksverteidiger Kostas Stafylidis für 1,5 Millionen Euro kommen. Bayers Kadermanager Michael Reschke wird den 19-jährigen Griechen während der Olympischen Spiele beobachten.
Während Stafylidis ein weiterer Mosaikstein in Bayers Planungen werden könnte, soll und will Bender eine tragende Säule sein.
"Ich werde hier sehr gern eine absolute Führungsrolle einnehmen und noch mehr Verantwortung übernehmen", kündigte er an: "Ich bin ja erst zarte 23 Jahre alt. Ich bin sicher, da wird noch einiges mehr von mir kommen."
SPORT1



















