Fergies Kampfansage: Fürchtet entthrontes ManUnited!
Von Eric Böhm
München - Das Sprichwort vom angeschlagenen Boxer, der besonders gefährlich sei, wird in der Regel für Klubs in der Krise verwendet.
Bei Manchester United benutzt Trainerlegende Sir Alex Ferguson die Metapher, um die Kontrahenten zu warnen, die sein Lebenswerk auf dem absteigenden Ast sehen.
"Wir sind nach der letzten Saison angeschlagen. Das macht uns aber besonders gefährlich. Wir werden uns umso stärker zurückmelden. Der Titel geniesst bei uns oberste Priorität", sagt Ferguson.
Standing bedroht
Zwar bricht nach einer in letzter Sekunde verpassten Meisterschaft keine Panik aus, aber in Verbindung mit dem peinlichen Aus in der Gruppenphase der vergangenen Champions-League-Saison sieht sich Englands Rekordtitelträger selbst in der Pflicht.
Nicht nur der Aufstieg des ungeliebten Lokalrivalen Manchester City zum Champion, sondern auch das Fehlen spektakulärer Neuverpflichtungen bedroht in der öffentlichen Wahrnehmung die Vormachtstellung der "Red Devils".
Lucas soll kommen
Abgesehen vom japanischen Offensiv-Allrounder Shinji Kagawa, der von Borussia Dortmund losgeeist wurde, kamen bisher nur die Nachwuchskräfte Nick Powell und Sean Goss aus unteren Ligen.
Das intensive Werben um Brasiliens Olympiateilnehmer Lucas Moura hat trotz eines in brasilianischen Medien kolportierten Angebots über 48 Millionen Euro noch keine Früchte gezeigt.
Der FC Sao Paulo will das 19-jährige Supertalent bisher noch nicht freigeben. Also müssen es im United-Mittelfeld vorerst weiter die altbekannten Namen richten.
"Gerade jetzt ist Erfahrung besonders wichtig. Als Arsenal uns 1998 entthronte, kamen wir mit dem Triple zurück. Ähnlich war es später mit Chelsea", erklärt Ferguson.
Giggs angriffslustig
ManUnited steht in der englischen und europäischen Spitze seit Jahren ohnehin für Kontinuität.
Sir Alex Ferguson ist seit 1986 der sportliche Boss in Old Trafford. In Ryan Giggs und Paul Scholes stehen zwei Speerspitzen der goldenen Generation um David Beckham nach wie vor im Kader.
Giggs, der wie Teamkollege Tom Cleverley wegen der Olympischen Spiele in London die aktuelle Vorbereitungs-Tour durch Südafrika verpasst, liegt mit seinem langjährigen Cheftrainer auf einer Linie.
"Hier ist jede Saison eine Herausforderung. Wir werden jetzt noch zielstrebiger sein als je zuvor, um uns die Premier League zurückzuholen", verspricht der Rekordspieler der englischen Elite-Klasse (588 Einsätze).
Offensive gut bestückt
In der Offensive sollen es neben den Routiniers und Kagawa die englischen EM-Teilnehmer Wayne Rooney, Danny Welbeck und Ashley Young richten.
In Verbindung mit Dribbler Nani und Mexikos Stürmer-Star Javier Hernandez bieten sich Möglichkeiten, die sich vor ManCity, Arsenal oder Chelsea - trotz fehlender Kracher - nicht verstecken müssen.
Vidic kommt zurück
Die Abwehr soll von der Rückkehr einiger langzeitverletzter Stammspieler wie Nemanja Vidic und Chris Smalling profitieren.
Speziell Vidic wurde in der Rückserie nach seinem Kreuzbandriss bei der Champions-League-Blamage in Basel schmerzlich vermisst.
"Ich bin sicher, dass Vidic zum Saisonstart dabei sein wird. Bei Chris Smalling sieht es nach seiner Leistenoperation ebenfalls sehr gut aus", sagt Ferguson.
Vielleicht zieht der Schotte am 1. Spieltag beim FC Everton (20. August) aber wie so oft in den vergangenen 25 Jahren einen neuen Youngster aus dem Hut.
Neuer Jungstar?
Denn die Jugendabteilung des laut "Forbes" nach wie vor reichsten Klubs der Welt, brachte immer wieder Talente hervor, die später das Grundgerüst des Kaders bildeten.
Ein potenzieller Shooting Star ist der 20-jährige Linksfuss Robbie Brady. Den schnellen Flügelflitzer hat "Fergie" im Blick.
"Er ist ein Linksaussen, der das Potenzial hat, sich zu einem starken Linksverteidiger zu entwickeln. Er ist ein guter Junge", lobt Ferguson.
SPORT1











