Bayerns Neue: Shaq lauert auf die Chance
Vom Bayern-Trainingslager berichtet Mathias Frohnapfel
Riva del Garda - So sieht es also aus, wenn Brasilianer am Gardasee unter sich sind.
Fitnesstrainer Marcelo Martins verfolgte am Montagabend vergnügt, als die Bayern-Abwehrspieler Rafinha und Dante im Fussballtennis ihre Tricks zeigten .
Eine kleine Auflockerungsübung auf dem Trainingsplatz in Arco und zugleich auch ein weiterer Schritt für Neuzugang Dante, sich im Team der Roten zu integrieren.
Seit Anfang Juli gehört der Ex-Gladbacher zum FCB-Kader, ist in München genauso neu gestartet wie die Keeper Tom Starke, Lukas Raeder sowie die Feldspieler Xherdan Shaqiri, Mitchell Weiser, Mario Mandzukic und Claudio Pizarro.
Neu im Profi-Team sind auch Emre Can und Patrick Weihrauch, die aus der eigenen Jugend in den Profi-Kader aufgestiegen sind.
SPORT1 gibt einen Überblick über den Start der Neulinge und liefert eine Einschätzung, wer die besten Chancen hat, sich in die Startelf zu spielen.
* Tor: Tom Starke und Lukas Raeder
Beide Torhüter profitieren im Moment davon, dass Nationalkeeper Manuel Neuer erst zur China-Reise wieder ins Training einsteigt.
Beim Testspiel-Sieg gegen Unterhaching (1:0) spielte Starke, gegen Ismaning (4:0) und eine Trentino-Auswahl (11:0) kamen sowohl der Ex-Hoffenheimer als auch Raeder zum Einsatz.
Der Jungspund, der von Schalke 04 kam, soll langsam ans Team herangeführt werden und soll ansonsten Erfahrung in der Regionalliga-Mannschaft sammeln.
Starke kündigt indes mit Blick auf Neuer an: "Es gibt immer Luft nach oben, bei jedem." Er wolle daher im Wettkampf "keinen Zentimeter" zurückweichen.
SPORT1-Einschätzung: Manuel Neuer ist die klare Nummer eins, daran dürfte sich auch in der Saison nichts ändern.
* Abwehr: Dante
Nach drei Jahren bei Borussia Mönchengladbach wagte Dante den Schritt zum Vizemeister und hofft, beim ersten Bundesliga-Spiel in Fürth in der Innenverteidigung gesetzt zu sein .
"Ich erwarte, dass wir uns weiterentwickeln, den Körper fit machen, uns weiter kennenlernen", formuliert er im Gespräch mit SPORT1 die Ziele für das Trainingslager im Trentino.
Rund fünf Millionen Euro zahlte der FCB Ablöse für den Lockenkopf, der im ersten echten Härtetest Trainer Jupp Heynckes seine Klasse zeigen will.
Neapel als erste Nagelprobe
"Wir müssen uns sehr konzentrieren, damit es ein gutes Spiel wird", sagte er zur Partie gegen den SSC Neapel am Freitag.
SPORT1-Einschätzung: Holger Badstuber hat in der Abwehrzentrale seinen Platz sicher. Dante wird also mit Jerome Boateng und Daniel van Buyten um den zweiten Platz rangeln. Boateng hat vielleicht den Vorteil, letzte Saison gespielt zu haben. Das Rennen ist aber offen.
* Mittelfeld: Xherdan Shaqiri und Mitchell Weiser
Obwohl die ersten beiden Tests wenig Aussagekraft haben, zeigten der Ex-Basler Shaqiri und Weiser, weshalb sie die Bayern unbedingt im Kader haben wollten.
Der ehemalige Kölner präsentiert sich bisher bescheiden und weiss um seine Rolle als möglicher Back-Up. Als erstes Ziel für die kommende Spielzeit nennt der 18-Jährige daher, möglichst oft im Kader zu stehen.
Shaqiri verlangt da deutlich mehr von sich, nach drei Meistertiteln mit dem FC Basel und Einsätzen in der Championsleague will der "Kraftwürfel" auch in München eine feste Grösse werden.
Shaqiri: Selbstbewusst und locker
"Ich wollte mich schnell integrieren, das ist bisher gut gelungen", berichtete der Schweizer im Pressegespräch am Gardasee.
Locker plauderte er über seine ersten Erfahrungen im Team und liess sich sportlich nicht auf eine Position festlegen. "Ob ich zentral oder aussen spiele, ist mir egal", sagte er.
Auf der rechten Seite konkurrieren allerdings schon Arjen Robben und Thomas Müller.
Lässig parierte Shaqiri die Fragen und witzelte freundschaftlich über den Wiener Schmäh von Teamkollege David Alaba.
SPORT1-Einschätzung: Für Weiser dürfte bereits jeder Einsatz in der neuen Saison eine Auszeichnung sein, Dribbler Shaqiri könnte überraschen, lauert angesichts der drei Wettbewerbe und zig Pflichtspiele auf seine Chance.
* Sturm: Mario Mandzukic und Claudio Pizarro
Wiedergekommen, um zu bleiben, so stellt sich Pizarro seinen Neustart in München vor. 2007 verliess er den FCB, kam nun nach Stationen bei Chelsea und Werder zurück.
Für Werder traf Pizarro in der vergangenen Spielzeit 18-mal, hat beim FCB aber aktuell mit dem kleinen Nachteil zu kämpfen, dass ihn zum Auftakt erstmal ein Muskelfaserriss lahmlegte.
Seit Sonntag trainiert der Peruaner wieder mit der Mannschaft und zeigte bereits beim 11:0-Testsieg gegen eine Trentino-Auswahl , dass er es auch noch für die Bayern kann: Der letzte Treffer der Partie gehörte ihm.
Pizarro sieht sich als mitspielenden Stürmer
"Ich brauche den Ball, muss mich immer bewegen", beschreibt der 33-Jährige seine Stärken.
Konkurrent Mario Mandzukic äussert sich ähnlich und grenzt sich so auch indirekt von der bisherigen Stammkraft Mario Gomez ab, der in erster Linie als Strafraum-Knipser gilt.
"Ich will mitspielen, mag den Ball haben", erklärte der Neuzugang vom VfL Wolfsburg. Vor allem rund um den Sechszehner zu lauern, das ist seine Sache nicht, so die Botschaft.
Allerdings hat auch Gomez in der Vorsaison nicht umsonst 26 Liga-Treffer erzielt.
SPORT1-Einschätzung: Gomez geht mit einem Vorsprung ins Rennen, der extrem kopfballstarke Mandzukic könnte gegenüber Pizarro Vorteile haben, trainiert seit dem Start am Gardasee mit grosser Leidenschaft.
SPORT1



















