Weiser macht Bayern Appetit auf mehr
Von Reinhard Franke
München - Furchtbar viel Positives gab es für Jupp Heynckes nicht.
Das magere 1:0 im ersten Testspiel bei Drittligist SpVgg Unterhaching (Bericht) konnte dem Coach des FC Bayern nur wenig Erhellendes bringen.
Ein neues Gesicht machte dennoch Freude, den viele so gar nicht auf dem Zettel hatten und der im Hachinger Sportpark mit einigen Aktionen zu gefallen wusste: Mitchell Weiser.
Das 18-jährige Talent, vom 1. FC Köln an die Isar gekommen, war eindeutig der Gewinner des Spiels.
Weiser lässt aufhorchen
Weiser zeigte einige tolle Dribblings und schlug eine kluge Flanke nach der nächsten in den Strafraum.
Mit seinem unbekümmerten Auftritt erinnerte er nicht zuletzt auch an den jungen Mehmet Scholl.
Hinterher gab es Lob von vielen Seiten: Der neue Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer ging sofort zu Weiser, legte väterlich den Arm um ihn.
Lon auch gleich von Sammer
Weiser gefiel wohl, was er da zu hören bekam: Sein Grinsen war noch breiter als sonst. Der Youngster war zufrieden mit seinem Debüt im Bayern-Trikot.
"Es war sehr schön. Es war ein schönes Spiel, wir haben ja auch gewonnen", sagte der Neuzugang zu SPORT1 - und hatte dann doch etwas zu mäkeln: "Es ärgert mich, dass ich kein Tor gemacht habe. Den einen muss ich eigentlich sicher rein machen."
Offenbar hat er das Bayern-Gen schon verinnerlicht, das immer nach dem Maximum schreit.
Bescheidenheit beim Youngster
Weiser wollte dem Spiel aber nicht allzu viel Bedeutung beimessen: "Es ist Vorbereitung, und es ist klar, dass wir noch nicht hundertprozentig fit sind. Deshalb war es in den letzten Minuten schwer. Aber das ist ganz normal."
Die ersten Tage in der neuen Umgebung sind ihm aber wohl leicht gefallen.
Weiser, der kölsche Jung, fühlte sich gleich wohl. "Ich wurde von der Mannschaft sehr gut aufgenommen, war auch schon in der Stadt und habe mich gut eingelebt."
Tipps von Vater Patrick
Vor seinem Wechsel dürfte es auch Tipps von Vater Patrick Weiser gegeben haben, der einst ebenfalls beim 1. FC Köln spielte und seit 2011 Co-Trainer bei den Geissböcken ist.
"Wenn man zu einem Verein wie Bayern wechselt, muss man schon selber wissen, was man macht", erklärte Weiser junior dazu.
Und fügte hinzu: "Natürlich sagt er mir auch, dass ich immer Gas geben soll. Und ich gebe mein Bestes."
Warten auf die EM-Fahrer
Der Anfang war vielversprechend - alles Weitere wird sich zeigen: Über weitere Einsatzzeiten mache er sich "keine Gedanken. Die ganzen EM-Spieler kommen erst, dann wird man sehen."
Bis dahin aber baut Heynckes auf die Jungen und bislang zweite Garde.
In Haching begann neben Weiser auch der 18-jährige A-Junior Kevin Friesenbichler im Sturm.
Mandzukic kommt - Pizarro auch bald
Am Freitag steigt Neuzugang Mario Mandzukic nach seinem EM-Urlaub wieder ins Bayern-Training ein.
Vielleicht steht der Kroate gar schon im Test beim Regionalliga-Klub FC Ismaning (18 Uhr) im Kader.
Am Montag soll auch Werder-Bremen-Rückkehrer Claudio Pizarro wieder trainieren können, der sich unlängst einen Muskelfaserriss zuzog.
Pizarro kehrt zurück
Im Trainingslager am Gardasee (15. bis 20. Juli) werden dann auch Arjen Robben und Anatoliy Tymoshchuk wieder dabei sein.
Heynckes freut sich über seine Rückkehrer, "wieder vier gestandene Profis mehr" zu haben. "Auch wenn sich die Jungs aus dem Amateur-Bereich bisher wunderbar verhalten", ergänzte der Coach.
Das Lob galt wohl vor allem auch Weiser.
SPORT1



















