Schalke startet unter Explosionsgefahr
Von Jakob Gajdzik
München - Als letzes Bundesliga-Team startet der FC Schalke am Samstag in die Saisonvorbereitung.
Doch vor dem Laktattest, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt wird, gibt es beim letztjährigen Tabellendritten bereits zahlreiche potenzielle Brandherde.
Trotz zehn Abgängen streiten sich immer noch 29 Profis um die elf königsblauen Startplätze.
Trainer Huub Stevens sieht sich selbst dadurch in der komfortablen Situation, zwischen vielen Möglichkeiten wählen zu können und nimmt seine Spieler in die Pflicht.
"Konflikte gehören zum Geschäft"
"Konkurrenz muss sein, Konflikte gehören genauso zum Geschäft. Entscheidend wird sein, dass die Kommunikation stimmt", sagte der Niederländer.
Die erste schwere Entscheidung muss der 58-Jährige für die Position zwischen den Pfosten fällen. Mit Ralf Fährmann, Lars Unnerstall und Timo Hildebrand hat er gleich drei Torhüter, die den Stammplatz für sich beanspruchen.
Ex-Nationalspieler Hildebrand, der letzte Saison auf elf Pflichtspieleinsätze kam, verlängerte am Ende der vergangenen Spielzeit seinen Vertrag bis 2014 und wird sich mit einem Platz auf der Bank kaum zufrieden geben.
Heisser Kampf zwischen den Pfosten
"Ich habe einen langen, lehrreichen Weg hinter mir, musste mich lange genug gedulden", verdeutlichte Hildebrand in der "Bild" seinen Standpunkt.
Aber auch Fährmann, der vergangene Saison als Schalker Nummer eins startete, machte Ansprüche deutlich.
"Ich will wieder die Nummer eins sein - und bin positiv gestimmt! Beim Trainingsstart bin ich bei 100 Prozent!", sagte der 23-Jährige, der weder für den zehn Jahre älteren Hildebrand, noch für Unnerstall (21) freiwillig das Feld räumen will.
Konfliktpotenzial bei Huntelaar
Konflikt birgt auch weiterhin die Personalie Klaas-Jan Huntelaar.
Nicht nur, dass der Oranje-Stürmer ein bittere EM mit null Punkten, null Toren und internen Streitigkeiten zu verdauen hat, auch seine Vertragsverlängerung in Gelsenkirchen ist noch lange nicht durch.
Manager Horst Heldt hatte bereits angekündigt, die Gespräche mit dem Torschützenkönig der abgelaufenen Saison erst nach seinem EM-Urlaub wieder aufzunehmen, verriet aber im Interview mit dem "kicker" bereits eine Tendenz.
Tendenz zur Verlängerung
"Beide Seiten haben signalisiert, dass sie grundsätzlich verlängern möchten", sagte Heldt.
Huntelaar, der eine Woche am 14. Juli zur Mannschaft stösst, hatte im Vorfeld seine Verlängerung an die Bedingung geknöpft, dass sich Schalke auf dem Transfermarkt neue Stars dazuholt.
"Ihm ist bewusst, dass allein der Verein über die Kaderzusammenstellung entscheidet", erklärte Heldt jedoch.
Neustädter und Barnetta als grosse Namen
Bisher heissen die beiden Königstransfers der Knappen Roman Neustädter (Borussia Mönchengladbach) und Tranquilo Barnetta von Bayer Leverkusen.
Ob das die grossen Namen sind, die Huntelaar vorschwebten, ist fraglich, doch zumindest teilt der Schweizer Barnetta Huntelaars Siegermentalität.
"Die Championsleague muss erstes Ziel sein", sagte der Ex-Leverkusener der "Bild", "aber der Meistertitel ist das grosse Ziel, auf das alle in der Mannschaft hinarbeiten. Ich möchte Teil der Meistermannschaft sein - das hat es schliesslich seit langer Zeit nicht mehr gegeben".
Barnetta hofft nach langer Pause auf Schalke neu angreifen zu können. Für Leverkusen absolvierte der 27-Jährige aufgrund eine Knie- und Meniskusverletzung in der vergangenen Saison nur sieben Bundesligaspiele.
Chancenloses Trio kehrt zurück
Neben Neustädter und Barnetta heisst Steven aber auch Spieler willkommen, die in Gelsenkirchen keine Zukunft mehr haben.
Nach ihren ausgelaufenen Leihverträgen kehren Stürmer Edu sowie die beiden Mittelfeldspieler Anthony Annan und Vasilios Pliatsikas in den Kader zurück. Dass die drei keine Rückennummer erhalten haben, verdeutlicht ihren Stellenwert.
Stevens, der seinen bis 2013 laufenden Vertrag ebenfalls noch nicht verlängert hat, muss also gleich von Beginn an viele Baustellen beim Champions-League-Teilnehmer schliessen.
Sonst droht dem FC Schalke gleich ein explosiver Auftakt.
SPORT1



















