Zwei Winnertypen für die Vize-Bayern
Vom FC Bayern berichtet Andreas Kloo
München - Claudio Pizarro war nur mal kurz weg, jetzt ist er zurück in München, seiner sportlichen Wohlfühlzone.
"Der FC Bayern ist der beste Verein, bei dem ich bisher gespielt habe", sagte der Peruaner stolz beim ersten Pressetermin nach seiner Rückkehr.
Von 2001 bis 2007 trug der Angreifer schon einmal das Trikot des Rekordmeisters, gewann dreimal die Meisterschaft in dieser Zeit. Fünf Jahre später - im Herbst seiner Karriere - startet der 33-Jährige in seine zweite Dienstzeit bei den Bayern.
Nicht einmal auf Wohnungssuche muss er an der Isar gehen. Noch immer besitzt er ein Haus in München, in dem zuletzt Verteidiger Rafinha als Mieter wohnte.
Pizarro will totalen Erfolg
In Pizarros Abwesenheit hat auf dem modernen Trainingsgelände an der Säbener Strasse rein äusserlich zwar viel verändert.
Doch eines ist gleich geblieben: Die Ziele und die Ansprüche bei den Bayern sind nach wie vor hoch.
Pizarro hat das auch in seiner Zeit bei Chelsea und Werder Bremen nicht vergessen. Deshalb warf er sogleich jegliches Understatement über Bord:
"Ich will alles gewinnen, alles was es gibt, die Mannschaft hat die Qualität", sagte er zu seinen Saisonzielen.
Heynckes setzt auf Gomez
Mit dieser Siegermentalität stürzt sich Pizarro auch in den Kampf um den Stammplatz.
Die Aussichten sind schlecht. Heynckes kündigte am Mittwoch bereits an, an der Ein-Stürmer-Taktik festhalten zu wollen. Und Mario Gomez ist nach seinen 54 Liga-Treffern aus den letzten beiden Spielzeiten zunächst einmal gesetzt.
"Ich habe grosses Vertrauen in Mario Gomez" stellte Heynckes unmissverständlich klar.
2001 viel schwieriger
Vertrauen hat Pizarro auch und zwar in sich selbst: "Ich will, dass ich immer spiele. Ich habe viel Vertrauen", erklärte er selbstbewusst.
Den Konkurrenzkampf scheut er keineswegs: Bei seinem ersten Wechsel nach München hätten nicht drei, sondern fünf Stürmer im Kader gestanden.
"Da war es noch schwieriger", blickte Pizarro elf Jahre zurück. Damals. im Jahr 2001 setzte er sich letztlich gegen Roque Santa Cruz, Carsten Jancker und Alexander Zickler durch und stürmte an der Seite von Giovane Elber.
Auf das Reservistendasein ist er dennoch innerlich vorbereitet. "Das kann passieren", schätzte er die Lage realistisch ein.
Shaqiri: Bayern passt perfekt
Ins Hauen und Stechen um die Stammplätze geht Pizarro mit einem kleinen Nachteil. Nach einem Muskelfaserriss, den er sich bei der Nationalmannschaft zuzog, muss er zunächst zehn Tage mit dem Training aussetzen.
Gleich von Anfang an mittrainieren konnte dagegen Xherdan Shaqiri. Der 21-Jährige startet hochmotiviert ins Abenteuer FC Bayern. Von Zurückhaltung hält der Münchner Neuankömmling wenig.
"Ich will mich hier durchsetzen", verkündete der bullig wirkende Schweizer mit breiter Brust bei seinem ersten Auftritt vor der Presse.
Beim deutschen Rekordmeister fühlt er sich schon nach zwei Tagen bestens aufgehoben. "Der Verein passt perfekt zu mir."
Mit Basel alles gewonnen
Warum, erklärte er auch gleich: "Der FC Bayern braucht Winnertpen, der Verein will und muss Titel gewinnen."
Er sei ein solcher Winnertyp. "Ich habe mit Basel in der vergangenen Saison alles gewonnen", verwies er auf den Gewinn des Doubles in der Schweiz.
Zudem stellte das Team von Trainer Heiko Vogel einen neuen Rekord mit 26 Spielen ohne Niederlage auf und warf Manchester United aus der Championsleague.
Heynckes entdeckt den Strassenfussballer
Beim erfolgreichen Duell mit den Engländern fiel Shaqiri Heynckes erstmals richtig auf.
"Da habe ich sofort gesagt. Den muss man verpflichten. Das ist ein Strassenfussballer", sagte der Bayern-Coach.
Ein Atrribut, das Heynckes in der Vergangenheit auch für Franck Ribery verwendete. Mit dem Franzosen oder mit Arjen Robben wird sich Shaqiri um einen Stammplatz duellieren.
Vielseitig verwendbar
Ob linkes oder rechtes Mittelfeld, ob Aussenverteidiger oder hinter den Spitzen - Shaqiri kann nach eigenen Worten alles:
"Ich bin ein polyvalenter Spieler, das ist natürlich ein Vorteil im Konkurrenzkampf."
Um diesen Vorteil wollte er sich auf keinen Fall durch eine längere Abwesenheit gleich zu Saisonbeginn bringen.
Deshalb verzichtete er auf seine Olympia-Teilnahme mit dem Schweizer Team. "Ich will mich hier integrieren und so schnell wie möglich in die Mannschaft finden", stellte Shaqiri seine Prioritäten klar.
SPORT1



















