Lobinger statt Ballack: Rangnick will mit RB nach oben
Von Tobias Wiltschek
München - Der grosse Paukenschlag bei der Pressekonferenz von RB Leipzig blieb aus.
Michael Ballack wird den ambitionierten Regionalligisten in der kommenden Saison nicht verstärken.
"Ich kann versichern, dass wir Ballack weder für Leipzig noch für Salzburg verpflichten werden", sagte der neue Sportdirektor Ralf Rangnick .
Zuletzt war immer wieder darüber berichtet worden, dass der ehemalige Kapitän der DFB-Auswahl seine Karriere bei einem der von Red Bull aufgebauten Vereine fortsetzen könnte.
Führt Ballacks Weg nach New York?
Nachdem es Ballack nun weder in die Bach- noch in die Mozartstadt zieht, dürfte sein Weg wohl in die US-Metropole führen, wo der Brause-Gigant mit Red Bull New York eine weitere Fussball-Dependance betreibt.
"Michael ist interessant, ein ganz hervorragender Spieler", sagte Gerard Houiller dem österreichischen Portal "oe24.at.". Der Franzose ist seit Kurzem als Global Sports Director ebenfalls für die sportlichen Belange bei den Red-Bull-Fussballklubs verantwortlich.
Parallelen zu Sammer
Das Hauptaugenmerk in Leipzig liegt indes auf dem schnellstmöglichen Aufstieg in den Profifussball. Eine Aufgabe, die Rangnick bei RB ähnlich forsch angeht wie Matthias Sammer seinen Job als Sportdirektor beim FC Bayern.
"Ab heute beginnt eine neue Zeitrechnung", sagte der ehemalige Bundesligacoach Rangnick bei der Vorstellung des neuen Trainers Alexander Zorniger.
"Wir haben mit der Vergangenheit abgeschlossen. Wir wissen, dass es uns mit dem Etat eines guten Zweitligisten in der letzten Saison nicht gelungen ist, in die 3. Liga aufzusteigen", betonte der 54-Jährige.
"Wir wollen eine Liga höher"
Und Zorniger, der zuletzt beim Viertligisten SG Sonnenhof Grossaspach tätig war, ergänzte: "Wir wollen eine Liga höher."
Zudem stellte der Verein auch den deutschen Stabhochsprung-Rekordhalter Tim Lobinger als neuen Konditionstrainer vor, der nach eigenen Angaben auch Angebote von Bundesligisten hatte.
Ende Juni hatte Rangnick nach neun Monaten Pause wegen eines Burn-Out-Syndroms den Sportdirektor-Posten beim österreichischen Meister Red Bull Salzburg angetreten und ist in dieser Funktion auch für das Viertliga-Team in Leipzig zuständig.
Am Dienstag hatten die Messestädter die Trennung von Zornigers Vorgänger Peter Pacult bekannt gegeben.
Pacult muss gehen
Der Österreicher hatte in der abgelaufenen Saison mit Platz drei hinter dem Aufsteiger Hallescher FC und Holstein Kiel den Sprung in den Profifussball verpasst, schon im Jahr zuvor war die Zusammenarbeit mit Tomas Oral nach dem missglückten Aufstieg beendet worden.
2009 hatten die Leipziger angekündigt, innerhalb von acht Jahren in die Bundesliga aufzusteigen.
Nach den sportlichen Misserfolgen in den letzten beiden Spielzeiten rückt dieses Ziel immer mehr ausser Reichweite. Schliesslich haben die Leipziger für drei Aufstiege nur noch fünf Jahre Zeit.
Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, setzt man beim Regionalligisten neben einem jährlichen Etat von sechs Millionen Euro auf eine deutliche Verjüngung des Kaders.
Altersschnitt von 22 Jahren
Die Nachwuchsförderung und die Anbindung an den Profibereich sollen deutlich verbessert werden, so Rangnick, der als Richtwert einen Altersdurchschnitt von 22 Jahren in der Stammelf nannte.
In diesem Zuge kündigte der 54-jährige Schwabe an, die 30 Millionen Euro teure RB-Fussballakademie in Leipzig zu stärken. "Der Osten lechzt doch nach einem Aushängeschild", erklärte Rangnick.
Ziel könne es deshalb nur sein, dass alle jungen Talente im Osten die Profiakademie von Red Bull durchliefen.
SPORT1

