Langweilig!
Es gibt im Fussball eine Trainingsform, in der ohne Torwart und Tore gespielt wird. Ziel dabei ist es, möglichst lange in Ballbesitz zu bleiben und dadurch die Automatismen im Zusammenspiel zu optimieren.
Hochinteressant für Theoretiker, total langweilig für den normalen Fussball-Fan, der Tempo, Tore und attraktives Spiel nach vorne sehen will.
Den Spaniern scheint eine solche Erwartungshaltung aber gänzlich egal zu sein - der so hoch gelobte Welt- und Europameister bevorzugt bei der EM in Polen und der Ukraine Ergebnis- statt Erlebnis-Fussball.
Beim 2:0 im Viertelfinale gegen die harmlosen Franzosen musste man sich als Zuschauer enorm konzentrieren, um angesichts der ideen- und ziellosen Ballstafetten der Iberer nicht wegzudösen.
Schon bei der WM in Südafrika reichten vier 1:0-Siege in Folge zum Titel, weniger Treffer erzielte kein Weltmeister zuvor in der K.o.-Runde.
Bei der EM überzeugte Spanien nur beim 4:0 gegen die bedauernswerten Iren, beim 1:1 gegen Italien und vor allem beim äusserst glücklichen 1:0 gegen Kroatien war dagegen wieder Minimalismus Trumpf.
Mag sein, dass die Stars der "Furia Roja" in ihren Vereinen Fussball zelebrieren, doch in der Nationalmannschaft fehlen die Torjäger wie Ronaldo bei Real oder Messi bei Barca.
Also passen sich die Spieler den Ball lieber so lange zu, bis auch der Gegner total ermüdet ist und den Spiel entscheidenden Fehler macht.
Und dabei profitiert das Team noch von der Hasenfüssigkeit von Rivalen wie Frankreich, die nur darauf bedacht sind, keine Fehler zu machen statt selber ihre Chance zu suchen.
Das ist unbestritten effektiv. Mit schönem Spiel hat das aber nichts zu tun. Vielleicht kommt ein Gegner in diesem Turnier ja noch dahinter, dass die Spanier auch nur mit Wasser kochen.











